(JNS) Israel hat in der Nacht zum Montag eine bedeutende Lieferung humanitärer Hilfe an die Drusengemeinschaft im syrischen Bezirk Sweida übermittelt, wie Kan News berichtete. Die Lieferung erfolgte nach dringenden Hilferufen angesichts der anhaltenden Gewalt in der Region.
Die Hilfsgüter, darunter lebenswichtige medizinische Ausrüstung, wurden nach enger Abstimmung mit US-Vertretern auf syrisches Gebiet gebracht. Die Vereinigten Staaten informierten anschließend die syrischen Behörden über die Aktion, so m.
Die Maßnahme ging auf eine Entscheidung ranghoher israelischer Regierungsvertreter in einer Dringlichkeitssitzung am Samstagabend zurück.
Die medizinischen Hilfsgüter wurden geliefert, nachdem das örtliche Krankenhaus der Gemeinde bei den jüngsten Kämpfen zerstört worden war. Aufgrund des akuten Bedarfs berief Israels Gesundheitsminister Uriel Bosso während des Schabbats eine Sondersitzung ein, um die Lieferung zu ermöglichen und weitere Hilfen für die Region zu prüfen.
Israel bereitet derzeit die Entsendung weiterer humanitärer Hilfslieferungen in die Region vor, da nach einer Woche heftiger sektiererischer Kämpfe zwischen Drusenfraktionen, Beduinenkämpfern und syrischen Regierungstruppen eine fragile Waffenruhe eingetreten ist.
Nach aktualisierten Berichten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte vom Montag wurden im Süden Syriens – hauptsächlich in der Provinz Sweida – bislang 1.120 Menschen getötet.
Unter den Toten befinden sich 427 drusische Kämpfer und 298 drusische Zivilisten. Laut Menschenrechtsbeobachtern wurden mindestens 194 drusische Zivilisten ohne Gerichtsverfahren von Kräften hingerichtet, die dem syrischen Innen- und Verteidigungsministerium unterstehen. Auch regierungstreue Truppen erlitten schwere Verluste – etwa 354 Soldaten wurden bei den anhaltenden Gefechten in der Region getötet.
Unterdessen forderten Kämpfe mit sunnitischen Beduinengruppen mindestens 21 ihrer Kämpfer das Leben, zudem wurden laut Berichten drei beduinische Zivilisten von drusischen Milizen hingerichtet. Israelische Luftangriffe, die darauf abzielten, das Vorrücken des Regimes zu stoppen und paramilitärische Stellungen zu schwächen, töteten in der vergangenen Woche zudem mindestens 15 syrische Soldaten.
Am Freitag kündigte Israels Außenminister Gideon Sa’ar ein Nothilfepaket im Wert von 2 Millionen Schekel (594.000 US-Dollar) speziell für die Drusen in Sweida an. Es umfasst Lebensmittelpakete, medizinische Ausrüstung, Erste-Hilfe-Sets und Medikamente.
Die Mittel stammen aus dem Budget des Außenministeriums und sind gezielt für drusische Gebiete bestimmt, die von den jüngsten Gewalttaten direkt betroffen sind. Bereits im März hatte das Außenministerium ein erstes Hilfspaket an drusische Gemeinden in Syrien geschickt.
Trotz wiederholter Bitten von Drusen aus Israel und Syrien hat Jordanien bislang Anfragen zur Öffnung eines humanitären Korridors an seiner Grenze zu Syrien abgelehnt, um die Hilfslieferungen zu erleichtern. Die geistliche Führung der Drusen in Syrien hat öffentlich internationalen Schutz gefordert. Sie wirft Beduinengruppen vor, Waffenruhen gebrochen zu haben, und ruft die Garantiemächte auf, deren Einhaltung sicherzustellen.
Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) haben inzwischen neue Befestigungsanlagen entlang der syrischen Grenze auf den Golanhöhen errichtet, nachdem zahlreiche drusische Zivilisten die Grenze überquert hatten, um sich in den Kampfgebieten ihren Angehörigen anzuschließen.
Diese schnellen Ausbaumaßnahmen sollen laut einem Bericht von Kanal 12 Masseninfiltrationen verhindern und die Sicherheit inmitten der anhaltenden regionalen Unruhen erhöhen.
Zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen gehören Betonbarrieren, dichter Stacheldraht, eingeschränkter Straßenzugang und der Aufbau mehrerer Kontrollpunkte. Zudem hat die IDF in Abstimmung mit der israelischen Polizei die Truppenstärke entlang des Grenzzauns erhöht.
In der Nacht kam es erneut zu Versammlungen von Drusen in Grenznähe zur syrischen Seite, doch wurden keine weiteren Infiltrationsversuche gemeldet. Die meisten Israelis, die nach Syrien übergesetzt hatten, sind zurückgekehrt, und laut IDF befinden sich keine syrischen Zivilisten mehr in Israel.




