all

all

Frankreich, Großbritannien und Kanada drohen Israel mit Sanktionen

Die Regierungen der drei Länder stellen sich demonstrativ gegen Israels Militäreinsatz in Gaza – Netanjahu reagiert scharf und spricht von einer „Einladung zu weiteren Gräueltaten“.

Israel
Drohen mit Sanktionen: der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer. Foto: EPA-EFE/Neil Hall/Pool

Der internationale Druck auf Israel wächst. In einer gemeinsamen Erklärung warnten Frankreich, Großbritannien und Kanada, dass sie „konkrete Maßnahmen“ gegen Israel ergreifen könnten, sollten die Kampfhandlungen im Gazastreifen nicht umgehend eingestellt und der Zugang für humanitäre Hilfe nicht verbessert werden. Im Klartext: Sanktionen gegen Israel sind plötzlich kein Tabu mehr.

Die drei westlichen Staaten kritisierten die israelischen Militäroperationen als „unverhältnismäßig“ und sprachen von „unerträglichem menschlichem Leid“ in Gaza. Gleichzeitig verurteilten sie den Ausbau jüdischer Siedlungen im sogenannten „Westjordanland“ – ein Thema, das mit dem Krieg gegen die Hamas in Gaza nur indirekt zu tun hat, aber offenbar bewusst zur Sprache gebracht wird. Ziel ist, politischen Druck auf die israelische Regierung auszuüben.

Israel hat zuletzt erstmals seit elf Wochen begrenzt Hilfslieferungen in den Gazastreifen zugelassen. Kisten mit Mehl, Babynahrung und Medikamenten passierten den Grenzübergang Kerem Shalom. Doch laut den Vereinten Nationen handelt es sich um eine unzureichende Menge. Hilfsorganisationen sprechen von einer drohenden Hungersnot.

Mit humanitären Hilfsgütern beladene Lastwagen vor der Einfahrt in den Gazastreifen, auf der israelischen Seite der Grenze zum Gazastreifen, 19. Mai 2025. Foto: Flash90.

Netanjahus Antwort: „Ein gewaltiger Preis für den 7. Oktober“

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte am Montagabend mit deutlichen Worten auf die Drohungen aus Europa:

„Indem Israel aufgefordert wird, einen Verteidigungskrieg um unser Überleben zu beenden, bevor die Hamas-Terroristen an unserer Grenze zerstört sind, und gleichzeitig ein palästinensischer Staat gefordert wird, verleihen die Führer in London, Ottawa und Paris dem Völkermordangriff vom 7. Oktober einen gewaltigen Preis – und laden zu weiteren solchen Gräueltaten ein.“

Er erinnerte daran, wie der Krieg begann: „Palästinensische Terroristen stürmten unsere Grenzen, ermordeten 1.200 unschuldige Menschen und verschleppten über 250 in die Verliese von Gaza.“

Netanjahu verwies in seiner Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump vertretene Linie und forderte auch die europäischen Regierungen auf, sich daran zu orientieren: „Der Krieg kann morgen enden – wenn die verbleibenden Geiseln freigelassen werden, die Hamas ihre Waffen niederlegt, ihre mörderischen Anführer ins Exil geschickt und Gaza entmilitarisiert wird.“

Seine Botschaft ist klar: Israel wird sich auf keinen Kompromiss einlassen, solange die Hamas existiert. „Dies ist ein Krieg der Zivilisation gegen die Barbarei. Israel wird sich weiterhin mit gerechten Mitteln verteidigen – bis der totale Sieg erreicht ist.“

Dichter Rauch steigt bei einer israelischen Militäroperation im Gazastreifen auf. Das Foto wurde am 19. Mai 2025 von der israelischen Seite der Grenze aus aufgenommen. Foto: Flash90.

Politische Front gegen Israel

Die Erklärung aus Paris, London und Ottawa reiht sich ein in eine wachsende internationale Front gegen Israel. Immer mehr Staaten fordern einen sofortigen Waffenstillstand, die Freilassung aller Geiseln – und die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Damit stellen sie sich offen gegen die Linie der israelischen Regierung.

Während der Krieg gegen die Hamas militärisch fortgesetzt wird, tobt im Hintergrund längst ein zweiter Krieg: der um internationale Legitimität. Und dieser Krieg wird zunehmend auch von jenen geführt, die einst zu Israels engsten Partnern zählten.

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

4 Kommentare zu “Frankreich, Großbritannien und Kanada drohen Israel mit Sanktionen”

  1. j-glaesser sagt:

    Meiner Erkenntnis und meinem Wissen nach, wenn Großbritannien und Frankreich in der LAGE/SITUATION Israels wären, gäbe es keine (lebenden) Palästinenser mehr in Gaza. Das lehrt mich die Geschichte dieser Länder aus den letzten 200 Jahren, also der modernen Zeit.

  2. J. Hofer sagt:

    Wer steht noch zu Israel? Zunehmend trennt sich die Spreu vom Weizen….

  3. Luise H. sagt:

    j-glaesser, Sie haben vollkommen Recht!
    Mit keinem Wort von den Juden – Israelhassern — dazu zähle ich London, Paris, Ottawa, verschiedene Hilfsorganisationen wie „UNWAHR“ werden die Geiseln und Greueltaten erwähnt.
    Auch ohne Krieg waren die Gazaner mit ihrer kriminellen Regierung, offensichtlich nicht in der Lage sich ohne die Milliarden aus der ganzen Welt selbst zu versorgen. Es ist immer nur Geschrei nach: Helft uns gefälligst! Wir brauchen Geld! Viel Geld um Israel zu zerstören… und die Welt gibt und gibt und erntet was dafür? Terror, Neid, Geschrei und Missgunst. Egal WO Hamasienser sich auf der Welt aufhalten: Streit und Terror!

  4. Thomas Baumann sagt:

    Gut erinnert Netanyahu an den 7. Oktober 2023, Frankreich, Grossbritannien und Kanada haben offensichtlich diesen grauenvollen Tag vergessen. Die Forderung nach einem palästinensischen Staat kommt jetzt zu einem völlig falschen Zeitpunkt, zuerst muss der letzte Hamas Terrorist eliminiert sein und die letzte Geisel freigelassen werden. Ich gehe davon aus und hoffe es auch, dass Israel nach Beendigung dieses Krieges die absolute Kontrolle über Gaza übernimmt. Selbstverständlich ist das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung riesengross aber dafür trägt einzig und allein die Hamas die Verantwortung! Diese eigentlich nicht schwierig zu begreifende Tatsache scheint für die Franzosen, Engländer und Kanadier zu kompliziert zu sein…

Schreibe einen Kommentar

Anmelden