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Netanjahu: Antrag auf IStGH-Haftbefehle wird Krieg gegen Hamas nicht beenden

Der Ministerpräsident forderte alle 120 Abgeordneten der Knesset auf, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der er den Schritt des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs verurteilt.

Netanjahu
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Zeremonie am Vorabend des israelischen Gedenktages für Israels gefallene Soldaten und Terroropfer in „Yad Libanim“ in Jerusalem am 12. Mai 2024. Foto: Amit Shabi/POOL

Die „skandalöse“ Entscheidung des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs, Haftbefehle gegen führende israelische Politiker zu beantragen, werde Jerusalem nicht davon abhalten, die Terrororganisation Hamas zu zerschlagen, versicherte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montagnachmittag.

„Es ist ein Skandal – es wird mich nicht aufhalten, es wird uns nicht aufhalten“, sagte Netanjahu vor Journalisten am Rande einer Fraktionssitzung seiner Likud-Partei in Jerusalem.

Zu Beginn der Sitzung hatte Knessetsprecher Amir Ohana die anwesenden Abgeordneten und Minister des Likud aufgefordert, eine formelle Erklärung zu unterzeichnen, in der das Vorgehen des IStGH-Chefanklägers Karim Khan verurteilt wird.

Nach Angaben von Schahar Glick, politischer Berichterstatter des Armeeradios, heißt es in dem Text, der allen 120 Mitgliedern der Knesset vorgelegt werden soll, dass „der skandalöse Vergleich, den der Ankläger in Den Haag zwischen israelischen Führern und den Führern der Terrororganisation Hamas gezogen hat, ein unauslöschliches historisches Verbrechen und ein klarer Ausdruck von Antisemitismus ist.“

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„Die IDF ist die moralischste Armee der Welt. Unsere heldenhaften Soldaten kämpfen mit beispiellosem Mut und Moral im Einklang mit dem Völkerrecht“, heißt es weiter, und: „Achtzig Jahre nach dem Holocaust wird niemand dem jüdischen Staat die Hände binden, wenn er sich verteidigt.“

In einer Videoerklärung, die er am Montagabend auf seinem X-Account veröffentlichte, kritisierte Netanjahu, Khans Entscheidung richte sich nicht nur gegen den israelischen Ministerpräsidenten und den Verteidigungsminister.

„Sie richtet sich gegen den gesamten Staat Israel“, sagte Netanjahu. „Sie richtet sich gegen die Soldaten der IDF, die mit größtem Heldenmut gegen die abscheulichen Mörder der Hamas kämpfen.“

„Mit welcher Dreistigkeit wagen Sie es, die Hamas – die unsere Brüder und Schwestern ermordet, verbrannt, abgeschlachtet, vergewaltigt und entführt hat – mit den Soldaten der IDF zu vergleichen, die einen gerechten Krieg führen, der seinesgleichen sucht, mit einer Moral, die unübertroffen ist?

„Ich wiederhole, was ich am Vorabend des Yom HaShoah [Holocaust-Gedenktag] in Jerusalem gesagt habe. Als Ministerpräsident Israels verspreche ich, dass kein Druck, kein Beschluss und kein internationales Forum uns davon abhalten wird, diejenigen zu schlagen, die uns zerstören wollen“, sagte Netanjahu.

Khan kündigte seinen Schritt gegen Israel in einem Interview mit CNN am Montag an. Er sagte, er werde Netanjahu und Verteidigungsminister Yoav Galant wegen „provozierter Ausrottung, Aushungern als Kriegsmethode, einschließlich Verweigerung humanitärer Hilfe und vorsätzlicher Angriffe auf Zivilisten“ anklagen.

In einer Erklärung, die nach dem CNN-Interview veröffentlicht wurde, sagte Khans Büro, es habe „gute Gründe zu glauben“, dass Netanjahu und Galant die strafrechtliche Verantwortung für „Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ tragen, die von der IDF begangen wurden, seit Hamas-Terroristen etwa 1.200 Menschen in Israel ermordet haben.

Die unabhängigen Richter des Internationalen Strafgerichtshofs sind jedoch die einzigen, die entscheiden, „ob die Bedingungen für die Ausstellung von Haftbefehlen erfüllt sind“, heißt es in der Erklärung.

Ein Gremium von drei Richtern der Vorverfahrensabteilung des IStGH wird nun den Antrag Khans auf Erlass der Haftbefehle prüfen.

Sollte das Gericht in Den Haag grünes Licht für die Haftbefehle geben, wäre dies ein „beispielloses antisemitisches Hassverbrechen“, warnte Netanjahu letzten Monat, nachdem Berichte über Khans Absicht, die Haftbefehle zu beantragen, aufgetaucht waren.

 

(JNS)

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Netanjahu: Antrag auf IStGH-Haftbefehle wird Krieg gegen Hamas nicht beenden”

  1. j-glaesser sagt:

    In der Badische Zeitung auf der Titelseite bei Kommentar / Tagesspiegel von Christian Rath liest man: Antrag auf Haftbefehle – Nicht einseitig … Die Vorwürfe sind aber so schwer, dass Deutschland und die anderen Unterstützer Israels jede militärische Hilfe einstellen sollten. Es ist auch deutsche Staatsräson, das internationale Recht zu verteidigen und zu stärken.

    • Roland Kunz sagt:

      Deutschland hat sich längst von Israel abgewandt, die hehren Reden aus Anlass von Feierlichkeiten oder Staatsbesuchen können nicht darüber hinwegtäuschen. In den UNO-Abstimmungen zeigt sich das wahre Gesicht Deutschlands. Und wie steht es um Deutschland heute? Mit der Ampel befindet sich Deutschland schon quasi im freien Fall. 1. Mose 12.3.

  2. J. Hofer sagt:

    „Als Ministerpräsident Israels verspreche ich, dass kein Druck, kein Beschluss und kein internationales Forum uns davon abhalten wird, diejenigen zu schlagen, die uns zerstören wollen“, sagte Netanjahu.
    Sein Wort in Gottes Ohr. Möge der Herr ihm, seiner Regierung und ganz Israel Standhaftigkeit verleihen.

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