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Tacheles mit Aviel – Sprengstoff Ramadan

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Einen Deal zur Freilassung der Geiseln wird es nicht vor dem islamischen Fastenmonat Ramadan geben.

Ramadan auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee in der Altstadt von Jerusalem, 14. April 2023. Foto von Jamal Awad/Flash90

Die Hamas weiß genau, wie sie Israel in die Enge treiben kann. Die Hamas spielt mit den Gefühlen der israelischen Gesellschaft. Seit Tagen fordert Israel die Namensliste der noch lebenden israelischen Geiseln, doch die Hamas-Führung in Gaza und Katar weigert sich, diese an Israel weiterzugeben. Das verärgert die israelische Gesellschaft, die deshalb noch mehr Druck auf die Regierung in Jerusalem ausübt. Am kommenden Sonntag beginnt der Ramadan, die vierwöchige Fastenzeit der Muslime, und das ist immer der genialste Zeitpunkt, um Unruhen und Krieg gegen Israel auszurufen. Der Auslöser ist immer derselbe, nämlich dass „die Zionisten die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zerstören wollen“. Und so haben Hamas und Islamischer Dschihad die Palästinenser und die arabische Welt dazu aufgerufen, den Ramadan zum „Monat des Terrors“ zu machen. Hamas & Co. wollen das Land in die Hölle stürzen, nur um sich selbst aus der Hölle im Gazastreifen zu retten. Dafür ist der Ramadan der beste Sprengstoff!

Irgendwo aus den Tiefen der Erde rief der Hamas-Führer vor wenigen Tagen die Palästinenser auf, zu Beginn des Ramadan den Tempelberg in Jerusalem zu stürmen und zur Al-Aksa-Moschee zu marschieren. Damit erhöhte die Hamas den Druck auf die laufenden Verhandlungen über einen Waffenstillstand im Gazastreifen. Der israelische Verteidigungsminister Yoav Galant warnte vor wenigen Tagen, dass der Iran, die Hisbollah und die Hamas versuchten, den Ramadan zu nutzen, um die Region zu entflammen, damit es nach dem 7. Oktober zu einer neuen Katastrophe gegen Israel komme. Galant zufolge hoffen sie, die Palästinenser in Judäa und Samaria, die Hisbollah sowie Araber und Muslime in der gesamten Region zu Angriffen auf Israel zu provozieren und ihre Wut gegen Israel zu richten, indem sie den jüdischen Tempelberg und die Unruhen in Judäa und Samaria als Vorwand benutzen. Die Terroristen haben Zeit, denn sie haben nichts zu verlieren. Israel denkt anders und will alles sofort lösen. Dabei werden Fehler gemacht. Immer wieder.

Terror in Judäa und Samaria – Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte am Schauplatz eines Terroranschlags auf der Straße Nummer 1 in der Nähe von Maaleh Adumim, 22. Februar 2024. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Der Islamische Dschihad und die Hamas haben auf den Ramadan gewartet, um diese vier Wochen zu einem Monat des Terrors zu machen. Die Terroristen planen Anschläge im biblischen Kernland Judäa und Samaria sowie Angriffe im Gazastreifen. Abu Hamza, Sprecher der Al-Quds-Brigaden des Islamischen Dschihad, rief die arabischen Staaten auf, Israel jetzt anzugreifen: „Es gibt keine Entschuldigung für irgendjemanden, den Kampf zu vernachlässigen, den wir für die islamische Nation führen, besonders für diejenigen, die Armeen, Flugzeuge und Artillerie haben. Ist es nicht an der Zeit, eure Artillerie zu mobilisieren, wie es die freien Völker im Jemen, im Libanon und im Irak getan haben? Ist es nicht an der Zeit, dass ihr das Gewand der Sklaverei und der Demütigung gegenüber Amerika, dem großen Teufel, ablegt und dem Beispiel der Ehrenhaften folgt? Wir sagen den Arabern und Muslimen: So wie ihr euch mit dem Pflichtgebet und dem Fasten an Allah wendet, so wendet euch mit der Waffe und der Verpflichtung zum Dschihad an Palästina. Wir sind in der Lage, den Kampf fortzusetzen, egal wie lange er dauern wird.


Darauf muss sich Israel in den nächsten Tagen und Wochen vorbereiten. Wird es den Terroristen gelingen, die arabische Bevölkerung und die Palästinenser sowohl in Judäa und Samaria als auch in Israel zu einem Angriff oder Aufstand zu mobilisieren? Dies geschieht inmitten einer gewissen Hoffnung auf einen Deal zwischen Israel und der Hamas über die Freilassung von Geiseln und einen Waffenstillstand. Washington drängt auf ein solches Abkommen. Doch die Hamas erschwert es weiterhin, indem sie sich weigert, mit den ägyptischen und katarischen Vermittlern zusammenzuarbeiten. Der israelische Sicherheitsapparat geht davon aus, dass die Hamas den explosiven Monat Ramadan abwarten will, um zu sehen, was sich in diesen vier Wochen entwickelt.

Die von der Hamas im Vorfeld des Ramadan verwendete Terminologie ist Bestandteil der vom Iran im Laufe der Jahre verwendeten Terminologie zur Beschreibung seiner Strategie gegen Israel. Dazu gehört der Verweis auf die „Einheit der Schlachtfelder“, eine Bezeichnung für die „Einheit der Schauplätze“ oder die „Einheit der Fronten“. Zu diesen Fronten gehören die vom Iran unterstützten Milizen im Libanon, in Syrien, im Irak und im Jemen. Der Iran hat versucht, Israel in einem 5.000 Meilen langen Bogen vom Libanon über Syrien und den Irak bis zum Roten Meer und zurück nach Gaza zu bedrohen. Bis jetzt drohen alle Seiten mit schrecklichen Konsequenzen, sollte ein Mehrfrontenkrieg ausbrechen, auch Israel. Ich glaube, niemand will diesen Krieg wirklich, aber es kann gut sein, dass eine iranische Miliz den Krieg während des Ramadan anzettelt und damit alle Seiten in einen globalen Krieg zwingt.

Krieg im Norden – Schäden nach dem Einschlag einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete in ein Gebäude in der nordisraelischen Stadt Kiryat Shmona, 11. Februar 2024. Foto von David Cohen/Flash90

Der israelische Verteidigungsminister war eine der führenden Stimmen für die Zerschlagung der Hamas und versuchte zu Beginn des Krieges, das Kriegskabinett zu einem Präventivschlag gegen die Hisbollah im Libanon zu bewegen. Israels Regierungschef Bibi legte sein Veto ein. Zum jetzigen Zeitpunkt, so Galant, müsse ein Krieg ohne Zögern mit einem Abbau der Spannungen in den palästinensischen Gebieten Judäa und Samaria einhergehen. Die Spannungen müssen jetzt abgebaut werden. Aus diesem Grund streiten sich die israelischen Sicherheitsdienste mit der politischen Führung über den Ablauf der muslimischen Gebete auf dem jüdischen Tempelberg. Der Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, will nur einige Tausend Muslime auf dem Tempelberg zulassen, das Sicherheitssystem ist anderer Meinung und spricht von Zehntausenden. Die Religionsminister wollen während des Ramadan keine Rücksicht auf die Muslime nehmen und wenn möglich den jüdischen Tempelberg für sie sperren.

Der israelische Sicherheitsapparat, darunter der Chef des Sicherheitsdienstes Shin Bet, Ronen Bar, sieht in der Begrenzung der Besucherzahl für den Tempelberg eine Gefahr für noch größere Explosionen im Land. Das steigert die Wut der Muslime bis zur Explosion. Die Frage ist, ob dies berücksichtigt werden sollte oder nicht. Zwei unterschiedliche Überlegungen, die so oder so für Israel während der vier Wochen gefährlich sind. Ben-Gvir warnt seine Regierung davor, den Arabern nachzugeben und den Tempelberg wie jedes Jahr für Muslime zu öffnen. In Zeiten des Krieges und solange israelische Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden, wäre dies nur eine Belohnung für die Terroristen, so Ben-Gvir. Israel müsse aufhören, sich selbst zu betrügen und dürfe keine Angst zeigen. In der nächsten Druckausgabe von Israel Heute werden wir ausführlich darüber berichten, warum Israel sich aus Angst vor einem großen Krieg selbst betrügt.

Der Minister für Nationale Sicherheit Itamar Ben Gvir während einer Fraktionssitzung in der Knesset, am 4. März 2024. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Israels Verteidigungsminister Galant hat sein Veto eingelegt und dem Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, untersagt, den Zugang zum Tempelberg für israelische Araber oder Palästinenser während des Ramadan zu beschränken. Das Sicherheitssystem entscheidet, nicht Ben-Gvir. Ob das so bleibt, ist eine Frage für sich.

Siehe: Netanjahu: Uneingeschränkter Zugang für Muslime zum Tempelberg während des Ramadan

Der Ramadan ist das alljährliche politische Theater oder Spektakel, das die Palästinenser immer mit der gleichen Ausrede aufführen, als ob „die Juden die Al-Aksa-Moschee erobern wollen“. Jedes Jahr im Ramadan frage ich alle Palästinenser, die ich kenne, ob sie wirklich glauben, dass wir ihre Moschee auf dem Platz des jüdischen Tempels zerstören oder erobern wollen. Alle sagen mir nein, „aber“. „Wir sind nicht verantwortlich für das, was die anderen sagen“, ist ihr Aber. Also ein Ja oder Nein. Der Ramadan ist dieses Jahr ein gefährliches Pulverfass. Israel muss vorsichtig und klug sein und darf auf keinen Fall den Terroristen in die Hände spielen. Auf der anderen Seite muss Israel in diesem Jahr zuerst an sich selbst denken und nicht an andere. Die Rücksichtnahme auf andere (nicht auf den Nächsten) hat sich im Laufe der Jahre nicht bewährt. Das kann jeder so interpretieren, wie er will.

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Patrick Callahan

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