In Kairo wurde der Hamas am Wochenende ein neuer Vorschlag für eine Waffenruhe vorgelegt. Ägyptische und katarische Vermittler präsentierten dem Verhandlungsteam der Terrororganisation ein umfassendes Abkommen, das eine mehrjährige Feuerpause sowie die schrittweise Freilassung israelischer Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge vorsieht. Das berichtet der arabische Nachrichtensender Al-Arabiya unter Berufung auf Verhandlungskreise.
Auch israelische Vertreter waren laut Medienberichten für Gespräche in der ägyptischen Hauptstadt vor Ort. Demnach sieht das Abkommen einen vollständigen Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen in mehreren Etappen vor.
Ein wichtiger Punkt der neuen Initiative ist die Zukunft der Verwaltung im Gazastreifen. Laut Al-Arabiya sei Hamas bereit, über eine neue Regierungsstruktur zu sprechen. Dabei könnte eine unabhängige Verwaltung – möglicherweise unter internationaler Aufsicht – an die Stelle der bisherigen Alleinherrschaft der Hamas treten. Offiziell bestätigt ist diese Bereitschaft bislang jedoch nicht.
Israel hatte seine Militäroffensive gegen die Hamas nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 begonnen, bei dem Hamas-geführte Terroristen rund 1.200 Menschen ermordeten – die meisten davon Zivilisten – und 251 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppten. Die israelische Regierung hat wiederholt klargestellt, dass sie keine Waffenruhe akzeptieren wird, die es der Hamas erlaubt, an der Macht zu bleiben oder sich erneut zu bewaffnen.
Im Raum steht weiterhin die Forderung Israels, dass die Hamas vollständig entwaffnet werden müsse – ein Punkt, den die Terrorgruppe bislang strikt ablehnt. Hamas hält an der Bedingung fest, dass ein Waffenstillstand mit einem Ende des Krieges und einem vollständigen israelischen Abzug aus Gaza verbunden sein müsse.
Die Verhandlungen in Kairo seien laut Vermittlern schwierig, aber sie würden fortgesetzt. Ziel sei es, trotz der Differenzen zwischen den Seiten ein Abkommen zu erreichen. Das teilten ägyptische und katarische Offizielle gegenüber Journalisten mit.
Bereits in den vergangenen Wochen waren mehrere Vermittlungsversuche gescheitert. Dennoch bleibt der internationale Druck hoch, eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand und die Freilassung der noch in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erzielen.
Der neue Vorschlag sei laut Medienberichten in enger Abstimmung zwischen Ägypten, Katar und den USA erarbeitet worden. Eine offizielle Reaktion der Hamas steht noch aus.




