Es gibt eine weit verbreitete Auffassung, dass die gegenwärtige messianisch-jüdische Bewegung ein Ableger der heidenchristlichen Kirchen sei. Diese Behauptung wird sowohl innerhalb des Mainstream-Judentums als auch in etablierten kirchlichen Kreisen vertreten. Diejenigen, die diese Position vertreten, bestehen darauf, dass das Judenchristentum – oder das christliche/messianische Judentum – ein eigenständiger Zweig der christlichen Konfessionen ist, obwohl es äußerlich mit hebräischen/jüdischen Traditionen und Merkmalen gekleidet ist.
Ist dies wirklich so? Was sind die faktischen Ursprünge dieser Bewegung und wie ist sie eigentlich entstanden? Eine sorgfältige Betrachtung der historischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahrhunderte kann helfen, diese Fragen zu beantworten.
Verwirrung zwischen mehreren Zeitaltern
Über die Historizität der „biblischen Geburt“ der jüdischen Jeschua-Bewegung, oder des Jeschua-Judentums, wie wir es nennen dürfen, sollte es keine Streitigkeiten geben. Dies wird in den vier Evangelien und der Apostelgeschichte im Neuen Testament offen beschrieben. Es ist klar, dass diese jüdische Jeschua-Bewegung vor etwa zweitausend Jahren im Land der...
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