Wer oder was ist ein christlicher Zionist?

Christlicher Zionismus ist eine Verpflichtung, sich durch Gebet und praktische Unterstützung an dem zu beteiligen, was Gott durch Israel in der Welt tut.

von Ryan Jones | | Themen: christlicher zionismus
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Der moderne christliche Zionismus ist parallel zum Mainstream-Zionismus gewachsen, und das sicher nicht zufällig. Ist der christliche Zionismus nun, wie der Mainstream-Zionismus, eine politische Bewegung oder eine spirituelle Ideologie?

Sicherlich basiert der christliche Zionismus auf einer geistlichen, biblischen Ideologie, wie auch der Mainstream-Zionismus, aber diese Ideologie befasst sich mit einem Land und einem Volk und ist daher auch eine politische Bewegung. Der christliche Zionismus stützt sich auf das Wort Gottes zum Wohle Israels und des jüdischen Volkes, er unterstützt den politischen Mainstream-Zionismus in vollem Umfang. Diese Unterstützung ist im Laufe der Jahre gewachsen und hat sich von einer primär geistlichen Unterstützung durch Gebet zu einer sehr realen Aktion im Namen der Nation Israel und des jüdischen Volkes gewandelt.

 

Was sind die Ziele des christlichen Zionismus?

Erst einmal versucht der christliche Zionismus, der Kirche und der Welt die Wahrheit des Wortes Gottes zu verkünden sowie Gottes Wortes über den Besitz des Landes Israel durch die Kinder Israels (die Juden) zu erklären. Der christliche Zionismus möchte der Kirche und der Welt auch die biblische Tatsache verdeutlichen, dass die Rebellion Israels, sein Ungehorsam und die anschließende Verbannung aus dem Land die Verheißungen Gottes nicht ungültig machen. (5.Mo 30,1-6). Immer wieder verspricht Gott in der Heiligen Schrift, das jüdische Volk in seine alte Heimat zurückzubringen. Der christliche Zionismus stützt sich auf diese Wahrheit (Jeremia 31,10; Jesaja 11,11-12).

Zweitens versucht der christliche Zionismus, die als „Ersatztheologie“ bekannte Fehlinterpretation der Heiligen Schrift zu widerlegen. Dieses Bestreben stützt sich weitgehend auf Römer 9-11, wo Paulus klar sagt, dass Israel die geistliche Wurzel der christlichen Hoffnung und des Glaubens an den Gott Israels ist.

Drittens versucht der christliche Zionismus, den Schaden zu beheben, der in den letzten 1900 Jahren „kirchlicher“ Geschichte in den Beziehungen zwischen Christen und Juden entstanden ist. Der christliche Zionismus erkennt zu Recht, dass die einzige Hoffnung der Welt auf Erlösung in Israel und seinem Bund mit Gott liegt. Der christliche Zionismus will daher ein Trost für Zion sein (Jesaja 40,1-2).

Der christliche Zionismus ist bestrebt, diese Ziele um Israels und des jüdischen Volkes willen zu verkünden und zu erreichen, vor allem aber um des Bildes und der Herrlichkeit Gottes als eines treuen Gottes willen, der seinen Bund hält.

 

Biblische Grundlage für den christlichen Zionismus

Der christliche Zionismus basiert natürlich auf denselben zahlreichen Verheißungen und Prophezeiungen aus dem Tanach („Altes Testament“) wie der Mainstream-Zionismus. Allerdings findet der christliche Zionismus auch in den messianischen Schriften („Neues Testament“) in den Lehren Jeschuas und des Apostels Paulus (Lukas 21,23-24, 28; Römer 9-11) Unterstützung und biblischen Rückhalt.

Der christliche Zionismus sieht die Wiedergeburt Israels als Nation und sein weiteres Wachstum, seinen Wohlstand und seine Sicherheit als notwendige Voraussetzungen für die Wiederkunft des Messias.

 

Die Selbstverpflichtung

Christlicher Zionismus ist eine Verpflichtung, sich durch Gebet und praktische Unterstützung an dem zu beteiligen, was Gott durch Israel in der Welt tut. Gottes Erlösung und Wiederherstellung der Welt ist in einzigartiger Weise mit seiner Beziehung zu Israel verbunden, und der christliche Zionismus strebt danach, durch die Unterstützung Israels auf dieses Ziel der Erlösung hinzuarbeiten.

Wie bereits erwähnt, hat sich der christliche Zionismus im Laufe der Jahre von einer primären Unterstützung des jüdischen Volkes durch Gebete zu einem sehr realen Handeln im Namen der Nation Israel entwickelt. Dies geschieht in Form von politischer Lobbyarbeit für Israel, humanitärer Hilfe, finanzieller Unterstützung und der Beteiligung vieler Christen an der Heimkehr von Juden aus aller Welt nach Israel.

 

Geschichte des christlichen Zionismus – Frühe Führungspersönlichkeiten


Die Ursprünge des christlichen Zionismus als Ideologie reichen bis zu den heidnischen Jeschua-Gläubigen des ersten Jahrhunderts zurück, die die Nation Israel als Wurzel ihres Glaubens unterstützten. Der moderne christliche Zionismus, wie wir ihn heute kennen, entwickelte sich jedoch erst mit dem Mainstream-Zionismus, der im späten 16 Jh. aufkam. Hier einige der prominentesten christlichen Zionisten aus den letzten fünf Jahrhunderten:

  • 1587 – Francis Kett wird bei lebendigem Leib verbrannt, weil er den Glauben an eine jüdische Rückkehr in das Land Israel auf der Grundlage biblischer Prophezeiungen geäußert hat.
  • Ende des 17. Jahrhunderts – Thomas Newton, Bischof von Bristol, äußert die Überzeugung, dass die Juden bald in ihre alte Heimat zurückkehren werden; er verurteilt die wachsende antijüdische Stimmung in Europa.
  • Ende des 19. Jahrhunderts – William E. Blackstone, der als amerikanischer christlicher Vater des Zionismus“ bezeichnet wird, befürwortet die Rückkehr der Juden in das Land Israel.  Siehe: Reagan, Blackstone und warum amerikanische Christen Israel wirklich unterstützen
  • 1845-1931 – William Hechler, Kaplan der britischen Botschaft in Wien, arbeitet Seite an Seite mit Theodor Herzl an der Verwirklichung der zionistischen Ziele; er nimmt 1897 am ersten Zionistenkongress teil; er widmet sich 30 Jahre lang der zionistischen Sache und stirbt nur 17 Jahre vor der Verwirklichung seines Traums.
  • Nicht vergessen darf man die zahlreichen christlichen Zionisten, die ihr Leben riskiert haben, um während des Holocausts der Nazis jüdisches Leben zu retten. An ihre Heldentaten wird in Yad Vashem erinnert, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem.

 

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es geht darum, dass der christliche Zionismus eine sehr reale Ideologie und Verpflichtung der Gläubigen an den Gott Israels ist, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, ja sogar ihr Leben zu riskieren, um sich für die Erfüllung von Gottes Wort einzusetzen.

Der christliche Zionismus ist im Laufe der Jahre gewachsen und umfasst heute Tausende, vielleicht sogar Millionen von Christen aus der ganzen Welt, die sich an der Erfüllung von Gottes Willen zur Wiederherstellung der Welt durch Israel beteiligen wollen. Immer mehr Christen erkennen, dass es keine andere moralische, biblische Option gibt, als Israel und das jüdische Volk mit allen Mitteln zu unterstützen.

Darüber hinaus sind die Wiedergeburt Israels und der Erfolg des Zionismus für Heiden von Bedeutung, weil sie in unserer heutigen Welt der greifbarste Beweis dafür sind, dass Gott existiert und seine Verheißungen hält. Wie der Prophet sagte: „Kann ein Land an einem Tag geboren oder eine Nation in einem Augenblick hervorgebracht werden?“ (Jesaja 66,8-9). Es sollte nicht funktionieren, es hätte nicht gelingen dürfen. Aber es hat geklappt! Und das kann nur durch die Hand Gottes geschehen.

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