„Viele muslimische Indonesier lieben Israel“

Das Abraham-Abkommen ermutigt israelfreudige „Zionisten“ in Indonesien, dem größten muslimischen Land der Welt, öffentlich Stellung zu nehmen

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Creative Commons

Die Gerüchteküche brodelt: Zwei weitere muslimische Länder, heißt es, könnten in Kürze mit Israel Frieden schließen und die Beziehungen zum jüdischen Staat normalisieren, und zwar noch bevor US-Präsident Donald Trump aus dem Amt scheidet (sollte Joe Biden letztendlich als „gewählter Präsident“ bestätigt werden, aber das ist nicht der Fokus dieser Geschichte).

Die beiden Länder, die ganz oben auf jedermanns Spekulationsliste stehen, sind Oman und Indonesien.

Dass Oman auf der Liste steht, überrascht nicht. Der Golfstaat hat sich schon seit Jahren für Israel erwärmt, und der verstorbene Sultan Sayyid Qaboos bin Said Al Said lud 2018 sogar Premierminister Benjamin Netanjahu zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Muscat ein.

Aber Indonesien, die bevölkerungsmäßig größte muslimische Nation der Welt, war dem jüdischen Staat gegenüber bislang nie besonders freundlich gesinnt, auch wenn es im Laufe der Jahre stille Verhandlungen gab. Die beiden Länder hoben erst 2018 gegenseitige Reiseverbote auf.

Es ist noch zu früh, um mit völliger Gewissheit sagen zu können, ob Indonesien sich der rasch wachsenden Liste muslimischer Nationen anschließen wird, die Frieden mit Israel schließen. Aber die Nachricht, dass es dazu kommen könnte, lockt bereits jetzt schon indonesische „Zionisten“ aus der Reserve.

„Viele muslimische Indonesier lieben Israel“, sagte Azka Daulia letzte Woche in einem Interview mit Israel Hayom.

Daulia wurde relativ berühmt (und berüchtigt), als sie Anfang des Jahres in den sozialen Medien mit ihren glühenden Pro-Israel Gefühlen an die Öffentlichkeit ging. Inspiriert wurde sie dazu durch den plötzlichen Frieden zwischen Israel und den Golfstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain, der schnell auch zu Friedensabkommen mit dem Sudan und Marokko führte.

Die Unterzeichnung des Abraham-Abkommens auf dem Rasen des Weißen Hauses wurde im staatlichen indonesischen Fernsehen nicht übertragen. Also lud Daulia eine Aufzeichnung herunter und postete sie auf ihrer Facebook-Seite, damit Freunde und Familie vor Ort sehen konnten, was passiert war. Enthalten war auch einen Appell an die indonesische Regierung, sie solle doch dem Beispiel der VAE und Bahrain folgen.

Die Reaktionen fielen gemischt aus, manche konnten nachempfinden und fühlten sich durch Daulias Beitrag ermutigt, und dann gab es aber auch jene, die typische pro-palästinensische Propaganda als Grund dafür ausspuckten, den Juden niemals zu vertrauen.

Indonesische Touristen in Hebron. Israel und Indonesien haben die gegenseitigen Reiseverbote vor zwei Jahren aufgehoben. Ist nun eine vollständige Normalisierung in Sicht?

Überholte Blutverleumdungen und Verschwörungstheorien werden Daulia offensichtlich nicht abschrecken. Sie ist der festen Überzeugung, dass eine neue Ära angebrochen ist, und dass es an Leuten wie ihr liegt, ihre Nationen in Bezug auf Israel voranzubringen.

„Ich zeige meine Unterstützung für Israel, weil ich einen Dialog entfachen möchte“, sagte sie. „Die Menschen kennen die Fakten nicht, und das Wichtigste ist, wie wir sie dazu erziehen, objektiv zu bleiben, die Gültigkeit von Fakten zu hinterfragen. Es ist wichtig, dass sie auf der ständigen Suche nach der Wahrheit sind.“

Auf die Frage von Israel Hayom, ob sie keine Angst habe, als „Zionistin“ gebrandmarkt und als solche von islamistischen Elementen ins Visier genommen zu werden, antwortete Daulia: „Es gibt so viele Dinge, die wir von Israel lernen können, die dem indonesischen Volk nützen können, dass ich es in der Tat nicht abwarten kann, dass Leute mich eine Zionistin nennen.“

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