Technologiefirmen bringen immer mehr ein

Im Jahr 2019 haben israelische Technologieunternehmen durch Firmenverkäufe und -zusammenschlüsse fast 10 Milliarden Dollar eingenommen. Doch es gibt auch sehr erfolgreiche sogenannte „Einhörner“.

von Michael Selutin | | Themen: Start-Up Nation
Geschäftsviertel Givat Shaul in Jerusalem Foto: Pierre Terdjman / Flash90

Die Zahl dieser sogenannten „Exits“ hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, so die Firmenberatung PwC. Im letzten Jahrzehnt gab es insgesamt 587 solcher Exits im Gesamtwert von über 70 Milliarden Dollar, so gut wie alle im High-Tech-Bereich. Vor allem die Branchen Computing & Software, Gesundheitswesen und Halbleitertechnologie waren für Weltkonzerne interessant. 2018 übernahmen amerikanische Firmen mit 60 Prozent der Transaktionen die meisten israelischen Unternehmen, europäische folgten mit 15 Prozent. Als Großinvestoren taten sich Google, Samsung, McDonald´s, Amazon, aber auch deutsche Unternehmen wie Daimler und Volkswagen hervor.

Es scheint für israelische Unternehmer bereits ein Spiel geworden zu sein, eine High-Tech-Firma aufzubauen und sie dann an ein internationales Unternehmen zu verkaufen. Der Israeli Avigdor Willenz veräußerte das Unternehmen Habana Labs für zwei Milliarden Dollar an Intel. Zuvor verkaufte er bereits das Start-Up Galileo Technologies für 2,7 Milliarden Dollar an Marvel und die Halbleiter-Plattform Anapurna Labs für 370 Millionen an Amazon.

Das Interesse multinationaler Firmen an israelischen Start-Ups rührt vor allem von der Kreativität und den Problemlösungsfähigkeiten israelischer Ingenieure und Programmierer. Vielleicht ist es für diese kreativen Köpfe spannender, ein Unternehmen aufzubauen, als es dann zu führen. Wenn sie ihren Spaß hatten, verkaufen sie das Unternehmen und nehmen neue Herausforderungen in Angriff. Das sorgt für unendlichen Fluss der Innovationen. Immer neue Unternehmen bringen die neuesten Entwicklungen an die Märkte.

 

Einhörner fühlen sich in Israel wohl

Neben den Exits, die ihren Besitzern bereits viel Geld eingebracht haben, gibt es noch sogenannte „Unicorns“ (auf Deutsch: Einhörner), die in Israel ebenfalls häufig zu finden sind.

Unicorns sind Unternehmen, die über eine Milliarde Dollar wert sind. Ende 2019 gab es über 500 dieser Einhörner weltweit. 30 davon haben Israelis gegründet und von diesen 30 überschritten 13 im letzten Jahr die 1-Milliarde-Dollar-Marke. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, wie klein die Bevölkerung Israels (knapp 9 Millionen) ist. Allerdings gibt es unter den israelischen Unicorns auch solche, bei denen es einen israelischen Gründer unter mehreren gibt, die keine Israelis sind.

Die Unternehmer, die ihre Firmen an internationale Unternehmen verkaufen, sobald sie genug Geld einbringen, werden von den Gründern der Unicorns kritisiert. Man sagt ihnen nach, dass sie zu früh der Verlockung des großen Geldes nachgeben, anstatt ein Vermächtnis aufzubauen, das ihren Namen weltweit bekannt macht.

2019 war ein besonders erfolgreiches Jahr für israelische Einhörner. Die folgenden gehören zu den erfolgreichsten:

TripActions:

Die Unternehmer Ilan Twig und Ariel Cohen gründeten die Firma 2015. Sie überschritt 2019 die Milliardenmarke ist bereits vier Milliarden Dollar wert. TripActions zentralisiert Reisebuchungen für Unternehmen, inklusive Ausgaben der Angestellten, Mietautos und alles, was mit Dienstreisen zu tun hat. Das System hat bei Firmen schnell Anklang gefunden. Aktuell managt TripActions etwa zwei Milliarden Dollar an Reisebudgets weltweit. Das Hauptquartier der Firma liegt im kalifornischen Palo Alto, es beschäftigt etwa 1000 Mitarbeiter weltweit.

 

Monday.com:

Monday bietet Unternehmen die Möglichkeit, Prozesse online und cloudbasiert zu managen. Mit der Software von Monday lassen sich Projekte, Deadlines und die gesamte Zusammenarbeit online organisieren. Die Applikation wird von vielen großen Firmen weltweit genutzt. Monday ist 1,9 Milliarden Dollar wert.

 

Landa Digital Printing:

Dieses Unternehmen wurde vom „Vater des digitalen Drucks“ gegründet und hat diese Welt wahrhaft revolutioniert. 2012 brachte Landa die Drucktechnologie „Nanographie“ auf den Markt, die auf einem Nano-Druckprozess basiert. Dieser Prozess nutzt sehr kleine wasserbasierte Partikel, die nur in Nanometern gemessen werden können. Diese können die Druckprozesse in vielen Industrien deutlich effektiver und günstiger gestalten. Heute ist dieses Unternehmen 1,9 Milliarden Dollar wert und hat seinen Hauptsitz im israelischen Rehovot.

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