Sukkot, das Laubhüttenfest

Morgen Abend beginnt das einwöchige Laubhüttenfest, Sukkot. Werden wir wenigstens dieses Fest in Ruhe begehen können? Begleitet mich auf meinem Besuch auf dem „Markt der 4 Arten“ (Schuk 4 HaMinim).

von Dov Eilon | | Themen: Laubhüttenfest
Sukkot
Der "Markt der vier Arten" in Jerusalem. Foto: Dov Eilon

Das neue Jahr, Rosch Haschana, hat begonnen und auch Jom Kippur, der Versöhnungstag, liegt bereits hinter uns. Leider scheint es in diesem Jahr mit der Versöhnung nicht ganz funktioniert zu haben. Der Streit um die Justizreform hat sich zu einem Streit zwischen nicht religiösen und religiösen Juden entwickelt. Am Jom Kippur gingen einige der Regierungsgegner (oder wie soll ich sie nennen? Kämpfer der Demokratie?) zu weit, als sie in Tel Aviv ein öffentliches Gebet gestört haben. Dieser peinliche Vorfall scheint selbst die Führungsspitze der sogenannten „Kaplan-Force“ (Koach Kaplan, כח קפלן) erschreckt zu haben, sodass sie sich nach und nach meldeten und sich von den Unruhen am heiligsten Tag des Judentums distanzierten. Das reichte, um Itamar Ben Gvir, den Minister für Nationale Sicherheit, davon zu überzeugen, von seinem ursprünglich für heute geplanten Gebet auf dem Dizengoff – Platz abzusehen, das nicht nur von der Opposition, sondern auch von vielen Koalitionsmitgliedern, allen voran Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, als eine unnötige Provokation kritisiert wurde.

So können wir uns jetzt vielleicht in Ruhe auf unser nächstes Fest vorbereiten, das Laubhüttenfest, Sukkot, das morgen Abend beginnt. Gleich nach Ende des Jom Kippur hörte ich in meiner Nachbarschaft eifriges Gehämmer. Unsere Nachbarn begannen mit dem Bau der Sukka, der Laubhütte.

An Sukkot erinnern wir uns an die 40-jährige Wüstenwanderung des jüdischen Volkes nach dem Auszug aus Ägypten. In dieser Woche wird die Sukka, die Laubhütte, gebaut, in der während des Festes die Mahlzeiten eingenommen werden. Viele religiöse Juden übernachten dort auch. Die Laubhütte erinnert an die einfachen Lehmhütten, in denen das Volk Israel in der Wüste übernachtet hat.

Am Dienstag war ich für eine Redaktionssitzung in Jerusalem. Danach habe ich auf meinem Weg zum Bahnhof einen kurzen Gang durch den traditionellen „Markt der 4 Minim“ (Schuk arbaat HaMinim, der Markt der „4 Arten“) gemacht, wo die vier Bestandteile (4 Minim) des für Sukkot  traditionellen Feststraußes verkauft werden.

Foto: Dov Eilon

Bei den vier Bestandteilen handelt es sich um:

  1. Der Etrog, eine Zitrusfrucht, die gut riecht und schmeckt und für das Studium der Tora und die Erfüllung der Gebote steht. Für das Aussehen des Etrogs gibt es strenge Richtlinien. Je genauer der Etrog diesen Richtlinien entspricht, desto wertvoller ist er.
  2. Der Lulav, ein Palmwedel, ein Baum, dessen Früchte, die Datteln, zwar geruchlos sind, aber sehr gut schmecken, steht für jemanden, der nicht viel weiß, der die Tora nicht so intensiv studiert hat, aber nach den Geboten lebt. Der Palmzweig muss gerade sein und die einzelnen Rispen dürfen nicht zu dicht beieinander liegen.
  3. Der Myrtenzweig, der sehr gut riecht, aber nicht schmeckt. Er steht für jemanden, der viel studiert, aber nicht viel davon hält. Der Myrtenzweig soll aus drei Zweigen mit je drei Blättern bestehen.
  4. Die Bachweide, die weder gut riecht noch gut schmeckt, steht für jemanden, der die Tora nicht studiert hat und ihre Gebote nicht befolgt. Hier genügen zwei Zweige, der Stiel muss rot und die Blätter schmal und lang sein. Da die Weide immer frisch sein muss, wird sie während des einwöchigen Festes mehrmals gewechselt.
Foto: Dov Eilon

Wegen dieser Vorschriften für den Festzweig, der nach dem Palmwedel auch kurz “Lulav” genannt wird, wird beim Kauf sehr genau auf die Bestandteile des Zweigs geachtet. Je nach Qualität des Zweiges wird der Preis festgelegt. Die Preise beginnen bei 40-70 Schekel pro “Set” und können auch mehrere hundert Schekel kosten.

Und wenn auch Ihr jetzt einen kurzen Spaziergang durch diesen ganz besonderen Markt machen wollt, dann könnt Ihr das jetzt tun. Bitte sehr:

 

Der Markt befindet sich genau gegenüber vom Machane Jehuda Markt. Jetzt bleibt zu hoffen, dass wir die kommenden Feiertage in Ruhe verbringen können, ohne Streitigkeiten. Denn nur gemeinsam sind wir stark. Ich wünsche auch Euch eine angenehme Sukkot-Woche.

 

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