„Sie hätten uns lebendig verschlungen“

von David Shishkoff

Aus unserer Sicht – Israelische Eindrücke

Foto: Garrett Mills/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute in unserer ruhigen Nachbarschaft in Galiläa an meinem Morgenkaffee nippte, bevor die Kinder aufwachten und zur Schule gingen, schlug ich zufällig Psalm 124 auf und erhielt einen unerwarteten Schuss Ermutigung und Identifikation mit den aktuellen Ereignissen in Israel.

Der dreitausend Jahre alte Psalm war offensichtlich im Anschluss an militärische Angriffe geschrieben worden.

Genauso wie Israel heute noch in den Nachwirkungen eines relativ kurzen, aber sehr beängstigenden und gewalttätigen Angriffs aus Gaza (zur Zeit des Psalms ebenfalls Feindesland) steckt. Ich dachte daran, wie König David, der diesen Psalm schrieb, mehrere Jahre in Sauls israelischer Armee verbracht hatte und für die Verteidigung dieser Nation kämpfte. Auch ich habe eine kurze Zeit in der israelischen Armee verbracht, hatte aber einen Schreibtischjob, während der Hirtenkrieger David jahrelang in Situationen war, in denen es um Leben und Tod ging. Er schrieb diese Worte in einer Ruhepause zwischen zwei Kriegen.

Israel soll bekennen:
Hätte der Herr uns nicht geholfen,
als die Feinde uns angriffen,
ja, wäre er nicht für uns eingetreten,
dann hätten sie uns in ihrer Wut
bei lebendigem Leib verschlungen…
Gelobt sei der HERR…
Unsere Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat.“

(Psalm 124)

Als die Kinder zur Schule gingen, klappte ich meinen Laptop auf, um ein Video von US-Außenminister Blinken in einer Sitzung des Kongresses von Anfang dieser Woche zu sehen. Er gab im Grunde zu, dass die friedlichen Gesten der US-Regierung gegenüber dem Iran gescheitert sind und dass der „Durchbruch“ des Schurkenstaates zu einer Atomwaffe nur noch Monate entfernt ist.

Plötzlich dämmerte es mir, dass der neue israelische Premierminister Bennett von seinem ersten Tag im Amt an wahrscheinlich nicht schlafen können wird, weil er sich Gedanken darüber macht, wie er Israel gegen den Iran verteidigen soll und ob er einen Präventivschlag durchführen muss. Wie die Premierminister Netanjahu und Barak vor ihm, diente auch Bennett im Kampf in der angesehensten israelischen Kommandoeinheit, Sayeret Matkal. Doch nichts hätte ihn wirklich auf diese Situation vorbereiten können. Hoffentlich hat er ein Buch der Psalmen zur Hand. Er wird alle Ermutigung brauchen, die er bekommen kann.

„Israel soll bekennen: Hätte der Herr uns nicht geholfen, als die Feinde uns angriffen…“ (V.1)

 


Das Wetter für heute in Israel

Meist sonnig. Im Landesinneren und in den Bergen wird es noch etwas wärmer, für die Jahreszeit sogar etwas zu warm. Gegen Nachmittag kann es an der Küste windig werden. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 36 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt bei – 209,435 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 63,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

In Israel wird zurzeit die jährliche Woche des hebräischen Buches begangen. Bild: Buchverkaufsstände auf dem Sarona Komplex in Tel Aviv

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen angenehmen Sonntag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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