Schüsse am Grenzzaun, Rakete und Gespräche

Trotz der Absage des „Marsches der Rückkehr“, kam es zu einem Zwischenfall am Grenzzaun. Nach dem Tod eines jungen Arabers gab es im Süden erneut Raketenalarm.

Schüsse am Grenzzaun, Rakete und Gespräche
Archivbild: Majdi Fathi/TPS

Auch wenn die Hamas bereits zum dritten Mal in Folge den freitäglichen Marsch der Rückkehr am Grenzzaun zwischen dem Gazastreifen und Israel abgesagt hatte, ist auch dieses Wochenende nicht ohne Zwischenfälle geblieben. Der Tod eines arabischen Jugendlichen am Grenzzaun durch Schüsse der israelischen Armee hatte einen weiteren Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zur Folge, dem wiederum israelische Angriffe auf Ziele der Hamas folgten.

Der 16-jährige arabische Jugendliche soll sich Berichten zufolge am Freitag zusammen mit einer Gruppe auf eigene Initiative dem Grenzzaun genähert haben. Insgesamt sollen sich einige Dutzend „Protestierende“ am Zaun versammelt haben, warfen Sprengsätze und machten sich an dem Zaun zu schaffen.

Die israelische Armee reagierte mit Mitteln zur Auflösung von Demonstrationen und mit Ruger-Gewehrschüssen. Dabei soll der arabische Jugendliche nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza im Bauch getroffen worden sein. Die israelische Armee erklärte später, dass die Umstände, die zum Tod des Jugendlichen führten, untersucht würden.

Beerdigung des arabischen Jugendlichen im südlichen Gazastreifen

Um 20:50 Uhr Ortszeit ertönte im Kibbuz Re’im im Landkreis Eshkol die Sirene, nachdem der Abschuss einer Rakete aus dem Gazastreifen registriert worden war. Die Rakete lande auf freiem Feld, niemand kam zu Schaden. Der Raketenbeschuss war höchstwahrscheinlich eine Reaktion auf den Tod des jungen Arabers. Der Islamische Jihad hatte schon nach der letzten Runde der Gewalt damit gedroht, dass jeder Tod eines Demonstranten am Grenzzaun zu einer militärischen Reaktion seinerseits führen werde, allerdings hat bis jetzt niemand die Verantwortung für den Raketenbeschuss von Freitag übernommen.

Da Israel jedoch die Hamas für alle Angriffe aus dem von ihr kontrollierten Gazastreifen verantwortlich sieht, reagierte die israelische Armee auf den Raketenbeschuss mit Angriffen auf Ziele der Hamas.

Trotz dieser vermeintlichen erneuten Eskalierung der Situation, sollen die Gespräche zwischen Israel und der Hamas über einen ägyptischen Vermittler in den letzten Tagen wieder aufgenommen worden sein. Das berichtete die libanesische Zeitung Al-Akhbar. Auch soll sich der UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov mit Hamas-Führern getroffen haben, um ein Sicherheitsabkommen mit Israel zu erreichen. Einen Durchbruch sollen die Gespräche jedoch noch nicht erreicht haben.

In der vergangenen Woche hatte sich Mladenov auch mit Israels Verteidigungsminister Naftali Bennet zu einem Gespräch über die Situation mit dem Iran und der Lage im Gazastreifen getroffen.

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