Schalom Ben-Chorin, geboren am 20. Juli 1913 in München als Fritz Rosenthal, gestorben am 7. Mai 1999 in Jerusalem, setzte sich vor allem für den christlich-jüdischen Dialog und die Überwindung von Antijudaismus und Antisemitismus ein. Ben-Chorin stammte aus einer gebildeten jüdischen Kaufmannsfamilie. Kulturell angepasst, suchte man Ostereier und hatte einen Weihnachtsbaum. Lediglich zu Rosch Haschana und zu Jom Kippur ging der Vater mit dem staunenden Fritz zur Synagoge, nicht wissend, dass der Sohn heimlich die im Küchenschrank verstaute hebräische Bibel las. Niemand hätte ahnen können, dass er später zum Pionier des theologischen Gesprächs zwischen Juden und Christen in Deutschland werden sollte.
In der Weihnachtsnacht 1928 erklärte der 15-jährige Fritz Rosenthal seiner Familie, diesen „bürgerlichen Klimbim“ nicht mehr mitmachen zu wollen. Er ging zu einer befreundeten, streng orthodoxen Familie und wohnte dort ein Jahr lang. Er schloss sich einer zionistischen Jugendgruppe an und nannte sich fortan Schalom Ben-Chorin, „Friede, Sohn der Freiheit“.
Nach einer Buchhändlerlehre studierte Ben-Chorin in München Germanistik, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Philosophie und...
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