Aufgabe des Priesters war die Vermittlung zwischen Mensch und Gott. Er verstand die Grundprinzipien des Schalom und dessen Wiederherstellung. Er war berechtigt und befähigt, den Gottesdienst auszugestalten. Wer Gott suchte, musste zur Stiftshütte kommen, später zum Tempel. Die Priester waren üppig alimentiert. Mit dem „Brustschild des Gerichts“ (חושן המשפט) befragten sie Gott: „Und er soll vor Eleasar, den Priester, treten; der soll für ihn um Rat fragen, durch das Gericht der Urim, vor dem HERRN.“
Dann kamen Korruption und Gräuel. Sogar in Silo hieß es, Elis Söhne waren böse. „Ehe man das Fett verbrannte, kam des Priesters Diener und sprach zu dem, der das Opfer brachte: Gib das Fleisch, damit man es dem Priester brate; denn er will nicht gekochtes, sondern rohes.“
Ein vergleichbares Spannungsfeld ist heute zu beobachten. Ein Großteil der jüdischen Bevölkerung sagt der Orthodoxie nach, sich zu gebärden, als hätte sie Gott...
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