Oberrabbiner rät Juden von Alijah ab?!

Die Wiederansiedlung der Exilanten ist ein Eckpfeiler des Zionismus und des Judentums, aber Israels Oberrabbiner sagt, es gebe ein Problem

von Israel Heute Redaktion |
Sephardischer Oberrabbiner Yitzhak Yosef. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Die Rückkehr der Diaspora-Juden ins Gelobte Land wird als ein Eckpfeiler sowohl des Zionismus als auch des Judentums gesehen. Umso mehr überrascht, dass ein Oberrabbiner in Israel nun sagt, es gäbe ein Problem.

Die Alijah, die Einwanderung („Aufstieg“ auf Hebräisch) des verstreuten jüdischen Volkes in das Land Israel, wird als eine heilige, prophetische Mission betrachtet. Warum also sagt Israels oberster sephardischer Rabbiner den Juden in der Diaspora, sie sollen wegbleiben?

Der sephardische Oberrabbiner Yitzhak Yosef gab zu, dies in seiner wöchentlichen Predigt am vergangenen Freitag geäußert zu haben. Yosef erinnerte daran, dass er bei einem kürzlichen Besuch auf der tunesischen Insel Djerba, die eine beträchtliche jüdische Bevölkerung aufweist, gefragt wurde, ob die dortigen Juden endlich nach Israel ziehen sollten.

„Ich sagte ihnen, dass es davon abhängt, wo sie dort leben würden“, sagte der Oberrabbiner.

„Wenn sie in einer ultra-orthodoxen Nachbarschaft leben wollen … dann sollten sie nach Israel einwandern“, fuhr er fort. Aber wenn sie in einem Ort wie Herzliya oder einem anderen der säkularen Orte leben wollten… dann sollten sie bleiben, wo sie sind.“

Yosef argumentierte weiter, dass Sünde schlimmer ist als der Tod und dass das spirituelle Wohlbefinden eines religiösen Juden durch das Leben in einer säkularen Umgebung geschädigt würde. Daher empfiehlt er, dass die Juden, die bereits in ultra-orthodoxen Gemeinden in der Diaspora leben, dort bleiben sollten.

Die Äußerungen des Rabbiners lösten bei vielen Israelis Empörung aus, von denen einige in den sozialen Medien anmerkten, dass sein Gehalt vom Staat Israel bezahlt werde und er kein Recht habe, die Wiederansiedlung der Einwanderer zu behindern, die eine Hauptmotivation für die Gründung des modernen jüdischen Staates gewesen ist.

Andere forderten, dass ein „zionistischer“ Rabbiner, der die gesamte Nation Israel repräsentiert, auf den Posten berufen werden solle.

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