all

all

Netanjahus QR-Code erreicht Iran und Gaza

Israels Ministerpräsident nutzt die UNO-Bühne, um die Gräueltaten des 7. Oktober direkt in die Wohnzimmer seiner Feinde zu senden.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York City, USA, am 26. September 2025. Foto: Liri Agami/FLASH90

Benjamin Netanjahu hat die UNO-Generalversammlung nicht nur als politische Bühne genutzt, sondern als ein Instrument im Kampf um die öffentliche Meinung. Auf seiner Jacke prangte ein unscheinbarer QR-Code, der binnen Stunden zu einem Symbol wurde. Wer ihn scannte, landete auf einer Internetseite mit Aufnahmen der Hamas-Massaker vom 7. Oktober. Laut Büro des Ministerpräsidenten wurde der Code über eine Million Mal aufgerufen, und ausgerechnet rund 30 Prozent dieser Zugriffe kamen aus Iran und aus dem Gazastreifen.

Für Netanjahu war das kein Nebeneffekt, sondern das Ziel. Seine Botschaft sollte nicht bei den Diplomaten im Saal verhallen, sondern dorthin gelangen, wo Israels Feinde ihre eigenen Bürger abschirmen und indoktrinieren. Mit dem QR-Code umging er Zensur, Propaganda und staatliche Mauern. So erreichte das, was die Weltöffentlichkeit oft verdrängt, auch die Bevölkerung in Teheran und Gaza: die brutalen Bilder des Terrors, die Erinnerung an den 7. Oktober, die Realität des israelischen Schmerzes.

Lautsprecher, die auf israelischer Seite nahe der Grenze zwischen Israel und Gaza aufgestellt wurden, übertragen die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu vor den Vereinten Nationen an die Bevölkerung von Gaza. 26. September 2025. Foto: Tsafrir Abayov/Flash90.

Die Rede selbst wurde zusätzlich in arabischer Sprache verbreitet, über Lautsprecher an der Grenze zu Gaza ausgestrahlt und nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten sogar auf Mobiltelefone innerhalb des Gazastreifens übertragen. Ob dies technisch in vollem Umfang funktioniert hat, bleibt unbestätigt, doch die Absicht ist klar: Israels Ministerpräsident spricht nicht nur zu den Staatschefs der Welt, sondern auch direkt zu den Menschen hinter den feindlichen Linien.

Außerdem veröffentlichte das Büro des Ministerpräsidenten Netanjahus UNO-Rede mit arabischer Synchronisation, als Teil des Versuchs, die öffentliche Meinung zu gewinnen.

 

Parallel dazu lief in New York eine groß angelegte PR-Kampagne. Digitale Anzeigetafeln, Lkws mit Bildschirmen und Banner rund um das UN-Gebäude verstärkten die Botschaft. Wer sich der Rede entzog oder den Saal verließ, sollte ihr draußen in den Straßen von Manhattan nicht entkommen.

Natürlich gibt es Zweifel. Wer die Millionen Scans auswertet, weiß nicht, ob es wirklich Bürger in Iran oder Gaza waren, die sich die Bilder ansahen, oder ob ein Teil der Zugriffe aus der Diaspora oder von Sympathisanten kam. Auch die technische Behauptung, Handys in Gaza seien mit Netanjahus Rede bespielt worden, lässt sich schwer überprüfen. Doch die Zahlen sprechen für sich: Das Signal wurde gesendet – und offenbar empfangen.

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Mitglieder

Israel Heute Mitgliedschaft


Digital Monatlich Digital Jährlich Print + Digital (Deutschland) Print + Digital (International)
Preis
6.90
/ Monat

(€82,80 Jährlich)
51,00
/ Jahr
63,00
/ Jahr
73,00
/ Jahr
Voller Zugang zu allen Mitglieder-Inhalten
Gedrucktes Magazin (6 Ausgaben pro Jahr)
Magazin als E-Paper
Exklusive Zoom-Veranstaltungen
Werbefreies Lesen
Kostenloser Probemonat
Ersparnis gegenüber dem Monatsabo - 38,41% / €31,80 23,91% / €31,80 11,84% / €31,80
Effektiver Jahrespreis €82,80 €51,00 €63,00 €73,00

Ein Kommentar zu “Netanjahus QR-Code erreicht Iran und Gaza”

  1. Havershalom sagt:

    Ja, seid listig und klug wie die Schlangen aber ohne falsch wie die Tauben.
    Shavua tov – eine gesegnete Woche euch.

Schreibe einen Kommentar

Anmelden