Nach der Liquidierung Soleimanis – Was nun?

Die Meldung von der Tötung des Befehlshabers der iranischen al Quds-Brigaden versetzt Israel in Alarmbereitschaft

von | | Themen: Soleimani
Foto: Creative Commons Attribution 4.0

Die israelischen Medien befassen sich heute früh fast ausschließlich mit der Nachricht von der Tötung des Generals Qassem Soleimani, dem Führer der iranischen Revolutionsgarden. Denn auch wenn die Vereinigten Staaten für die Tötung des Oberbefehlshabers der iranischen Militäreinheiten im Ausland, besonders in Syrien, verantwortlich ist, könnte Israel das erste Ziel der bereits angekündigten Rache der Iraner sein.

Nach dem iranischen Führer Khameini selbst gilt Soleimani als die wichtigste militärische Persönlichkeit im Iran, das sagte der israelische Journalist Zvi Yehezkeli vom TV Sender Reshet 13. In einem Interview für den Radiosender 130 FM äußerte sich Yehezkeli zufrieden über die Tötung Soleimanis.

Soleimani war verantwortlich für die iranische Ausweitung im Nahen Osten und die Errichtung von Kräften in Ländern wie dem Libanon, Irak, Jemen und natürlich in Syrien. Die israelische Luftwaffe hat in der letzten Zeit mehr als einmal Angriffe auf die iranischen Truppen in Syrien geflogen, um eine weitere Ausweitung der Iraner dort zu verhindern. Diese Angriffe wurden in der letzten Zeit auch nicht mehr, wie sonst, geheimgehalten. Israel sagte immer wieder, dass man eine Ausweitung der iranischen Kräfte in Syrien nicht dulden werde.

Nun haben die Vereinigten Staaten und Präsident Trump die Arbeit erledigt und den wohl wichtigsten iranischen General liquidiert. Natürlich bedeutet das jetzt nicht, dass das iranische Problem gelöst ist. Ein neuer iranischer Führer wird folgen und die Arbeit seines Vorgängers übernehmen.

Auch wenn Israel nicht für die Tötung verantwortlich ist, kann das Land nun direktes Ziel einer iranischen Reaktion werden. Israel ist ein Freund, vielleicht der beste Freund, der USA und überhaupt wurde von iranischer Seite immer wieder damit gedroht, Israel auszulöschen. Und einen passenderen Grund zu einem iranischen Angriff auf Israel wird es wohl kaum geben als die Tötung des wichtigsten iranischen Führers außerhalb des Irans.

Das meint auch Zvi Yehezkeli. „Ich glaube, dass die Iraner uns auf die Liste ihrer Ziele setzen werden“, sagte er. Wann und wo die Iraner regieren werden, das sei nicht klar. Israel befinde sich nun in einer Zeit des Wartens und Vorbereitung auf die iranische Antwort. Israel würde sich auf diese Reaktion vorbereiten.

Experten nehmen an, dass sich die Iraner Zeit nehmen werden, ihre Antwort auf die Tötung vorzubereiten. Soleimanis Nachfolger könnte Anschläge auf Ziele im Ausland planen, nicht nur auf amerikanische, auch auf israelische.

Dass es zu einer iranischen Reaktion kommen wird, scheint klar zu sein. Auch Raketenangriffe auf Israel von syrischem Gebiet oder vom Gazastreifen aus, müssen als mögliche Reaktion in Betracht gezogen werden.

Jetzt scheint man im Iran erst einmal geschockt zu sein. Man wird sich die Wunden lecken und dann über eine angemessene Reaktion nachdenken. Sie wird kommen. Wann und wo? Das weiß momentan noch keiner.

In Israel geht man kein Risiko ein. So wurde der Hermon Berg für Besucher geschlossen, der Hermon war schon einmal Ziel eines iranischen Raketenangriffs. Ministerpräsident Netanjahu kehrt vorzeitig von einem Treffen in Athen zurück und hat seine Minister angewiesen, sich nicht zum iranischen Thema zu äußern.

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