Monotheismus als Basis der Wissenschaft

von Michael Selutin

Wo es viele Götter gibt, gibt es keine Einheit in der Schöpfung, die Natur erscheint wie eine Arena unterschiedlicher Kräfte.

Foto: Shutterstock

Guten Morgen liebe Leser!

Michael und Kinder

Die nächste Druckausgabe unseres Magazins wird sich um das Thema „Israel – zwischen Tradition und Moderne“ drehen. Das ist für das Jüdische besonders interessant, da Israel eines der ältesten Völker der Welt, aber gleichzeitig eines der innovativsten Länder ist.

Ein bedeutsamer Aspekt dieses Themas ist die Tatsache, dass der Monotheismus die Grundlage für die Wissenschaft bildet, da die Annahme eines unabhängigen Gesetzgebers für die Natur es dem Menschen erst ermöglichte, in empirischen, allgemein gültigen Kategorien zu denken.

Dieser Monotheismus hat bei Abraham seinen Anfang gefunden, der auf Gottes Geheiß das Vielgötterei praktizierende Haus seines Vaters verließ, um sich im Lande Kanaan niederzulassen.

Abraham, der Vorvater des jüdischen Volkes, war für seine Gastfreundschaft bekannt. Er bewirtete Fremde in seinem Zelt und erzählte ihnen von seinem Gott, der im starken Gegensatz zu der allgemeinen Ansicht der damaligen Zeit stand. Solch eine Unterhaltung könnte vielleicht so verlaufen sein:

 

„Abraham, du bist wahrlich ein Prinz Gottes. Wir danken dir, dass du uns hungrige Reisende in dein Zelt aufgenommen und so reichlich bewirtet hast.“

„Dankt nicht mir, dankt dem Herrn, dem Schöpfer der Welt, der mir alles Meinige gegeben und euch hierher geführt hat.“

„Dein Gott ist sehr gütig. Du siehst, auch die Sonne geht jetzt schlafen und wir sind nach der langen Reise ebenfalls müde. Wir ziehen uns jetzt zurück und opfern der Sonne, damit sie morgen wieder erwacht und uns den Weg zu unserem Ziel zeigt.“

„Meine geehrten Gäste, erlaubt mir, euch noch kurz etwas über meinen Gott zu erzählen. Er ist nicht nur der Schöpfer von allem was ihr seht, er hat auch Gesetze für die Natur geschaffen. Ihr müsst der Sonne keine Opfer bringen, sie geht jeden Tag auf und wird es auch morgen tun, weil Gott es ihr befohlen hat. Die Sonne, der Mond und alles, was uns umgibt, sind Diener Gottes und keine eigenen Götter, es gibt nur einen Gott, den Schöpfer und Gesetzgeber.“

„Bitte verzeih mir Abraham, aber das ist doch eine sehr merkwürdige Vorstellung. Wir können doch mit eigenen Augen sehen, dass verschiedene Kräfte in der Welt tätig sind. Wir wissen zum Beispiel, dass Wasser immer versucht, so tief wie möglich in die Erde einzudringen, das ist sein Wille, aber wenn wir Wasser erhitzen, möchte es nach oben steigen, denn Wolken gehören in den Himmel und kehren dorthin zurück. Hier sind doch gegensätzliche Kräfte am Werk und nicht eine einzige.“

„Ich bin sehr beeindruckt von deinen Beobachtungen, deine langen Reisen durch die Wüste hast du gut genutzt. Höre aber dies: Gott hat allen Dingen, die Gewicht haben, befohlen zur Erde zu streben. Wenn du unter einer Palme sitzt und dir eine Dattel auf den Kopf fällt, passiert das nicht, weil der Baum böse auf dich ist, sondern weil die Dattel so schwer geworden ist, dass die Palme sie nicht mehr halten kann. Du kannst es einmal ausprobieren, je schwerer etwas ist, desto stärker wird es zur Erde gezogen. Ich nenne dieses Gesetz „Schwerkraft“. Wenn Wasser erhitzt wird, ändert es seine Form und verliert sein Gewicht, es ist nicht mehr schwer und wird deswegen nicht zur Erde gezogen.“

„Weiser Abraham, ich spüre, dass deine Worte wahr sind. Aber kann dein Gott seine Meinung nicht ändern und dem Wasser befehlen nach oben zu steigen und der Sonne befehlen weiterzuschlafen, sodass es für immer Nacht bleibt?“

„Das ist eine sehr gute Frage. Gott kann seine Ordnung der Natur natürlich jederzeit ändern, wenn Er es will, Er steht über ihr und ist durch nichts als Seinen Willen gebunden. Ich habe aber von Schem, dem Sohn Noahs, gelernt, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen und ihr eine Ordnung gegeben hat. Du kannst es einmal ausprobieren, Dinge folgen Gesetzen und haben keinen eigenen Willen. Was heute wahr ist, wird morgen unter gleichen Umständen genauso wahr sein. Indem wir die Natur durch Tests untersuchen, entdecken wir immer weitere Gesetze und kommen der Einheit Gottes immer näher.“

Und damit zum Wetter:

 

Das Wetter für heute in Israel

Meist sonnig mit einem leichten Rückgang der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 32 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Beersheva 31  Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,175  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 37,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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