Moabiter liebt Israel

Da immer mehr einheimische Christen ihre aufgezwungene arabische Identität ablegen, kehrt die Sympathie für Israel und das jüdische Volk zurück.

von David Lazarus | | Themen: Christen
Foto: Wisam Hashlamoun/Flash90

Afeef Halash, ein jordanischer Moabiter, kommt jedes Jahr nach Israel. Er traf bereits den Staatspräsidenten sowie Regierungsbeamte in der Knesset. Er legte ihnen dar, warum er als Araber das jüdische Volk liebt. Halash forderte die Minister mit den Worten heraus, dass das jüdische Volk seinen „jüdischen König Jesus annehmen“ müsse. Israel Heute gab er ein Interview.

„Ich habe die Israelis gewarnt. Sie sollten ihr Land nicht weggeben und sich nicht gegen Gott versündigen, der ihnen dieses Land in einem Bund gegeben hat“, berichtete er in Bezug auf ein nicht lang zurückliegendes Treffen mit israelischen Politikern. „Ich sagte ihnen, dass Israel ein jüdischer Staat bleiben müsse, mit einem geeinten Jerusalem als Hauptstadt. Mein Gebet geht auch in diese Richtung. Die Wiederherstellung des Landes ist erst zur Hälfte abgeschlossen. Israel braucht seinen Messias und wahren König.“

Halash stammt aus der südlichen Wüste in Jordanien, dem alten Königreich Moab, und kann seinen Stammbaum hunderte Jahre zurückverfolgen. Er hat rötliches Haar und sieht sich als direkter Nachfahre der biblischen Ruth, der moabitischen Urgroßmutter König Davids. „Aufgrund der Verbindung Ruths zum jüdischen Volk ist es mir als Moabiter eine Ehre, mich als Teil des jüdischen Erbes zu fühlen“, sagte er uns lächelnd.

Halash ist in der muslimischen Welt großgeworden. Er wurde dazu erzogen, Juden und Christen zu hassen. 1977 besuchte er mit Freunden einen christlichen Gottesdienst. Wenig später kam er zum Glauben an Jesus, und zwar durch Christen in Karak, der antiken Hauptstadt Moabs. „Sie erwiesen mir eine Liebe, die mich beschämte.“

Noch Jahre nach seiner Bekehrung gab Halash „den Juden die Schuld für alles, was in der Welt und in meinem eigenen Land schief lief“. 1993 nahm er auf Zypern an einer Konferenz für Pastoren im Nahen Osten teil. Er war entsetzt, als er sah, dass auch messianische Juden aus Israel eingeladen waren. „Ich fühlte mich hintergangen und wollte abreisen. Aber es gab erst am letzten Tag der Konferenz einen Flug zurück nach Jordanien. Mir gingen diese Juden, die lehrten, dass Israel eine zentrale Rolle in Gottes Plan hat, derart gegen den Strich, dass ich arabische Pastoren anstiftete, mit mir protestierend die Versammlung zu verlassen.“ (Anmerkung des Interviewers David Lazarus: Ich erinnere mich daran, denn ich war auch auf dieser Konferenz.)

Afeef Halash hätte nie damit gerechnet, dass die Organisatoren ihn wieder einladen würden, dieses Mal nach Jerusalem. „Als ich dort in der ersten Reihe saß, nahm mich der Heilige Geist mit auf eine Reise. Er zeigte mir die ganze Geschichte des Bundes Gottes mit Abraham und die Rolle Israels in Gottes Königreich. Ich hatte diese Dinge viele Male studiert und sah sie plötzlich in einem ganz neuen Licht. Ich begann zu weinen, ich zitterte und bereute. Als ich zur Kanzel sprang und dort Buße tat und um Vergebung bat, stellten sich messianisch-jüdische Pastoren um mich herum, und als meine israelischen Brüder und Schwestern mir meinen Hass auf Israel vergaben, fühlte ich förmlich, wie Ketten zerbrachen und ich freigesetzt wurde.“

Afeef berichtet, dass sein Dienst unermesslich gewachsen sei, seit er gelernt habe, das jüdische Volk zu lieben. Der einheimische arabische Evangelisationsdienst, den er gegründet hat, ist heute wahrscheinlich der größte weltweit. Er lehrt arabische Christen im ganzen Nahen Osten. Afeef weist darauf hin, dass Jordanien schon immer ein Ort für Flüchtlinge gewesen sei, ob für David, der vor Saul flüchtete, oder die frühen jüdischen Gläubigen, die vor Verfolgung nach Pella flüchteten. Auch heute ist Jordanien neue Heimat für Flüchtlinge aus Syrien und Irak. „Ich bin als einheimischer Jordanier eine Minderheit in meinem eigenen Land. Mehr als 70 Prozent der Menschen in Jordanien sind Flüchtlinge oder deren Nachkommen. Jordanien, besonders Moab, meine Heimat, wird einmal mehr ein Ort der Zuflucht sein, wenn sich die Prophetien erfüllen, die davon sprechen, dass Jerusalem von Feinden umzingelt wird. Israel braucht Bibelgläubige, die dem Land zur Seite stehen. Wie Ruth, die Moabiterin, die zur Israelitin Naomi hielt. Gott segne Israel. Denn Er wird nicht kommen, bis Israel seinen Messias erkennt und betet: Gesegnet sei der, der da kommt im Namen des Herrn.“

 

Dieser Artikel erschien erstmals in der Juni 2019-Ausgabe von Israel Heute.

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