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Millionenschulden: Israel schaltet Palästinensern den Strom ab

Die Palästinensische Autonomiebehörde bekommt von den israelischen Elektrizitätswerken von Februar an nur noch zwei Stunden täglich Strom geliefert – eine Stunde am Morgen und eine am Abend. Damit werden die bisherigen Stromlieferungen halbiert. Mit diesem Schritt reagiert der israelische Energieversorger IEC auf nicht bezahlte Rechnungen in Höhe von umgerechnet rund 382 Millionen Euro. Heftige Proteste der Autonomiebehörde sind zu erwarten.

Die Palästinensische Autonomiebehörde bekommt von den israelischen Elektrizitätswerken von Februar an nur noch zwei Stunden täglich Strom geliefert – eine Stunde am Morgen und eine am Abend. Damit werden die bisherigen Stromlieferungen halbiert. Mit diesem Schritt reagiert der israelische Energieversorger IEC auf nicht bezahlte Rechnungen in Höhe von umgerechnet rund 382 Millionen Euro. Heftige Proteste der Autonomiebehörde sind zu erwarten.

Der Vorstandschef von IEC, Eli Glickman, erklärte, man habe keine Alternative. Er hat die israelischen Sicherheitsbehörden über die geplante Strom-Halbierung informiert. In der Vergangenheit hatte IEC schon mehrfach angekündigt, den Palästinensern den Strom abzustellen, war aber stets von Ministerpräsident Netanjahu gestoppt worden. Der befürchtet, dass Israel international an den Pranger gestellt wird, wenn die Bewohner der Palästinensergebiete unter der Stromabschaltung zu leiden haben.

IEC wies darauf hin, dass man den Palästinensern schon weit entgegen gekommen sei: Auch während der Militäraktion „Starker Fels“ habe man den Gazastreifen mit Strom versorgt und sogar mitten im Raketenhagel die zerstörten Leitungen in das Hamas-Gebiet repariert. Da die Autonomiebehörde ihre Stromrechnung aber seit einem langen Zeitraum nicht mehr bezahle, müsse die IEC nun Maßnahmen ergreifen. Man hoffe, dass die Einschränkung der Energielieferung zu einem Umdenken bei der Palästinensischen Autonomiebehörde führe.

Einige israelische Politiker hatten gefordert, den Fehlbetrag aus jenen Zoll- und Steuereinnahmen zu beschlagnahmen, die Israel regelmäßig an die Autonomiebehörde überweist. Minister Silvan Schalom hatte dazu erklärt: „Es geht doch nicht an, dass sie Israel beschießen, und unsere Bürger dann auch noch ihre Stromrechnung begleichen sollen.“ Doch dieser Plan wurde nach heftigen Protesten der Autonomiebehörde und der Europäischen Union wieder fallen gelassen.

Die Autonomiebehörde hat zudem bei Israel offene Wasserrechnungen, ebenfalls in Millionenhöhe. Viele Israelis sind entrüstet: Schließlich sorgt Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dafür, dass palästinensische Attentäter und deren Familien mit üppigen „Gehältern“ versorgt werden.

Foto: Kontrollraum des IEC-Kohlekraftwerks in Hadera. Es ist das größte Kraftwerk in Israel.

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Patrick Callahan

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