Mehr Frauen in Kampfeinheiten

Die Zahl der weiblichen Kampfsoldaten hat sich in den letzten 3 Jahren vervierfacht.

Mehr Frauen in Kampfeinheiten
Hadas Parush/Flash90

Während gemischte Kampfeinheiten (mit männlichen und weiblichen Soldaten), wie zum Beispiel das Caracal Infanteriebataillon im Süden Israels, früher als Ausnahme galten, hat sich die Situation heutzutage geändert. Die israelische Armee hat beschlossen, die Anzahl der Frauen, die als Kampfsoldaten in gemischten Bataillonen dienen, deutlich zu erhöhen.

Ein Grund dafür ist ganz einfach die Notwendigkeit. Die durchschnittliche Anzahl von Kampfsoldaten einer Teileinheit (auch Zug genannt) sind 15 Soldaten. Normalerweise besteht ein Zug aus 12 bis 60 Soldaten. Das bedeutet, dass teilweise dutzende Soldaten pro Einheit fehlen. Dies hat zur Folge, dass einige Teileinheiten und Kompanien zusammengelegt werden müssen. Aufgrund dessen hat der Generalstabschef der israelischen Armee Aviv Kochavi das Ziel gesetzt, das jede Infanterie-Kompanie aus mindestens 21 Soldaten bestehen soll. Um dieses Ziel zu erreichen, ist einer der Schritte, Soldaten aus gemischten Bataillons zu rekrutieren. Die Ursache für den Mangel an Soldaten ist unter anderem die Verkürzung der Wehrpflicht für Männer von vollen drei Jahren auf zwei Jahre und acht Monate. Die entstehende Lücke muss gefüllt werden. Somit steigt der derzeitige Bedarf an weiblichen Soldaten in den Kampfeinheiten enorm.

Die Zahl der weiblichen Kampfsoldaten hat sich in den letzten 3 Jahren vervierfacht. Die israelische Armee geht davon aus, dass dieser Trend fortlaufen wird und somit die Lücke geschlossen werden kann. Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, die in die Kampfeinheiten ohne Zustimmung einfach eingezogen werden können, müssen weibliche Rekruten sich freiwillig für Kampfpositionen melden. Hinzu kommt, dass sie zustimmen müssen, ihren Armeedienst von zwei auf fast drei Jahre zu verlängern.

Soldatinnen des Caracal Batallions während eines 16 Kilometer Marsches

Den letzten Statistiken zufolge sind 65 Prozent der Grenzpolizei weiblich. Das ist ein Anstieg um 10 Prozent im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Dieser Trend zeigt sich ebenfalls im Heimatfront-Kommando (deren Aufgaben sind: Führung und Koordination der israelischen Zivilverteidigung, zivile Luftrettung, Katastrophenschutz, Rettung isolierter Soldaten usw.). In diesem Kommando war die Verteilung 50-50, doch auch hier ist der weibliche Anteil nun auf 60 Prozent gestiegen. Und auch in der Luftabwehr ist der Anteil von 45 Prozent auf 55 Prozent gestiegen. Somit ist die Tendenz der Anzahl von weiblichen Kampfsoldaten eindeutig steigend. Laut der Times of Israel sind ungefähr 90 Prozent der Positionen in der israelischen Armee für Frauen offen.

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