Nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Damas Post sind die Spannungen zwischen Damaskus und dem Iran auf die Weitergabe von Informationen und Koordinaten durch den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und andere Mitglieder des syrischen Regimes an den israelischen Mossad zurückzuführen. Unter den durchgesickerten Koordinaten befinden sich Standorte von Hisbollah-Führern und Munitionslager der iranischen Terrormiliz in Syrien. Schon vor Wochen berichteten wir hier auf Israel Heute, dass es im Interesse des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad sei, dem israelischen Geheimdienst zu helfen, die Russen und Iraner in seinem Land loszuwerden. Beide hatten Assad während des syrischen Bürgerkriegs 2011 und in den Folgejahren geholfen, die Macht im Land zu behalten, sind nun aber zu mächtig in Syrien geworden. Israel hilft ihm hinter den Kulissen, beide zu schwächen. Das würde auch erklären, warum Israel in den letzten Wochen und Monaten gezielt Ziele der schiitischen Terrormiliz im Libanon und in Syrien bombardiert hat.
Gleichzeitig, so der Bericht, übt das Regime der Ayatollahs Druck auf Baschar al-Assad aus, die Namen all jener preiszugeben, die die Koordinaten an den Mossad weitergegeben haben, und die Weitergabe von Koordinaten iranischer Milizen und einflussreicher Personen, die Teheran nahestehen, an Israel einzustellen. Infolgedessen wird Baschar al-Assad zunehmend von iranischen Treffen in Syrien ausgeschlossen.
Eine in den Streit verwickelte Quelle fügte hinzu, es gebe Meinungsverschiedenheiten zwischen dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad und seinem Bruder Maher al-Assad, dem Kommandeur der Panzerdivision der syrischen Armee und einem Vertrauten Teherans in Syrien.
Murder, drugs and arms smuggling:
Meet Maher al-Assad, Syrian president’s brother and commander of the elite Fourth Division, Iran’s man in Damascus.https://t.co/BrwSjbBoyo pic.twitter.com/KVriBrFRfK— Ynetnews (@ynetnews) October 15, 2024
Das Verschwinden prominenter Persönlichkeiten aus dem inneren Zirkel von Damaskus, die als Vertraute Teherans oder Moskaus galten, hat den Verdacht noch verstärkt. Am 15. Juli wurde Bara‘ Katerji, ein syrischer Geschäftsmann, dessen Firmenimperium im Verdacht stand, enge Verbindungen zur iranischen Revolutionsgarde zu unterhalten, bei einem israelischen Drohnenangriff an der syrisch-libanesischen Grenze getötet.
Im selben Monat wurde Luna Shibl, eine hochrangige Beraterin Baschar al-Assads, tot aufgefunden, angeblich bei einem Autounfall. Viele Quellen gehen jedoch davon aus, dass Shibls Tod mit ihren Versuchen zusammenhing, die Beziehungen zwischen Damaskus und Teheran zu schwächen. Ihr Bruder, Moulhem al-Shibl, verschwand ebenfalls vor drei Monaten und wird verdächtigt, Informationen über die Standorte der iranischen Streitkräfte in Syrien weitergegeben zu haben.
Dieser Verdacht wird durch den vor wenigen Tagen veröffentlichten Bericht der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) erhärtet. Demnach unternimmt die dem Präsidenten Baschar al-Assad am nächsten stehende Einheit unter dem Kommando seines Bruders Maher al-Assad eine Reihe von Maßnahmen, um israelische Angriffe zu verhindern.
Quellen innerhalb der Einheit, die Assad am nächsten steht, berichteten dem Bericht zufolge, dass die Führung der Einheit ein Verbot verhängt habe, Waffen zu transportieren oder Kämpfer der Hisbollah und iranische Milizen in ihren Stützpunkten und Hauptquartieren aufzunehmen, aus Angst vor möglichen israelischen Angriffen.
Siehe: ANALYSE: Eine neue Front mit dem Iran in Syrien
Darüber hinaus berichtet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, eine Oppositionsorganisation gegen das Assad-Regime, dass der syrische Diktator aus Angst vor einem Krieg mit Israel die Überwachung seiner Verbündeten, der pro-iranischen Milizen und der Hisbollah, dramatisch verstärkt. Er verhindert, dass Drohnen aus mehreren Gebieten in Richtung Israel starten. „Das Regime kontrolliert alle Fahrzeuge aus dem Libanon und auch die der russischen Truppen, die in den Stützpunkten der Milizen patrouillieren, um sie zu überwachen.“ Aus Angst vor einem israelischen Angriff auf sein Regime in Damaskus hat Baschar al-Assad die iranischen Milizen in Syrien eingeschränkt und ihnen befohlen, keine Front auf den Golanhöhen zu eröffnen.
Außerdem wurden die in verschiedenen Teilen Syriens verstreuten Truppen der Einheit angewiesen, sich von Angriffen auf die amerikanische Präsenz im Land fernzuhalten. Diese neuen Anweisungen wurden nach einem mutmaßlichen Angriff von Standorten der Einheit auf den Golanhöhen erteilt. Im Rahmen der neuen Maßnahmen verbietet das syrische Regime pro-iranischen Gruppen und der Hisbollah den Zugang zur Waffenstillstandszone auf den syrischen Golanhöhen im Umkreis von 15 Kilometern.
Zur Erinnerung: Im April hatte Israel die Syrer gewarnt, dass Israel das Assad-Regime zerstören werde, sollte Syrien sich an Gegenangriffen beteiligen.




