Noch vor etwa drei Wochen saß ich mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Dr. Malte Kaufmann für einen Podcast zusammen. Im Podcast positionierte sich Dr. Kaufmann unmissverständlich an der Seite Israels. Wenige Tage später trank ich in Jerusalem Kaffee mit dem baden-württembergischen AfD-Politiker Stephan Köthe und erlebte auch dort ein deutliches Bekenntnis zu Israel. Und nun gewinnt dieselbe AfD in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen eine historische Landtagswahl, während israelische Medien von einem „politischen Erdbeben“ und einer „echten Alarmstufe“ für Deutschland sprechen.
Genau in diesem Spannungsfeld liegt das eigentliche Thema. Welche AfD habe ich in meinen persönlichen Begegnungen erlebt und welche AfD sehen viele Juden und Israelis, wenn sie nach Deutschland blicken? Ist sie tatsächlich eine der entschiedensten politischen Unterstützerinnen Israels in Deutschland, oder verbirgt sich hinter ihrer Israel-Solidarität eine Partei, deren nationalistischer und teilweise geschichtsrevisionistischer Flügel gerade bei Juden alte Alarmglocken schrillen lässt? Beides einfach gegeneinander auszuspielen, wäre zu bequem. Der historische Wahlsieg in Sachsen-Anhalt zwingt deshalb auch uns in Israel,...
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