Israel wird immer teurer

Israel ist kein billiges Land, doch nun soll alles noch teurer werden.

| Themen: Guten Morgen
Verkehrsstaus sind wieder Teil des täglichen Lebens Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Haben Sie sich schon an das neue Jahr 2022 gewöhnt? Ist es nicht verrückt, dass der Monat Januar schon hinter uns liegt? Hier bei uns ist dieser Monat wie im Fluge vergangen. Schuld daran war wahrscheinlich Omikron, der sich nach und nach durch unsere gesamte Familie geschlichen hatte. Aller paar Tage gab es ein weiteres positives Testergebnis, was uns ein paar nette Tage zu Hause nur mit der Familie bescherte. Der einzige, der sich nicht vom Omikron hat anstecken lassen, war ich. Ich fühlte mich plötzlich enorm stark, unansteckbar, unantastbar, ein wahrer Superheld.

Spaß beiseite, ich habe es nicht verstanden, warum ich während der ganzen Zeit mit Omikron zu Hause negativ geblieben bin. Aber egal, nun ist die ganze Familie wieder negativ, was natürlich sehr positiv ist, und wir können uns endlich wieder mit dem normalen Alltag beschäftigen, den wir alle so lieben.

Seit einigen Tagen ist Omikron oder Corona nicht mehr das wichtigste Thema in den Medien. Jetzt werden die Hauptnachrichten am Abend mit Berichten über weitere Preisanstiege in fast allen Bereichen des täglichen Lebens begonnen, alles wird teurer. Als sei es hier bei uns in Israel nicht schon teuer genug. Anstatt Grafiken über die neuen Coronafälle zeigt man uns jetzt Grafiken mit den Prozentwerten der Verteuerungen. Ein Konzern nach dem anderen kündigte Preisanstiege für seine Produkte an. Es begann mit dem Konzern Ossem, der schon Ende des letzten Jahres einer Erhöhung der Preise angekündigt hatte. Diese sollte Anfang Februar in Kraft treten, doch wegen der Drohung seitens Verbraucherorganisationen die Produkte von Ossem zu boykottieren, wurde die Preiserhöhung auf nach Pessach verschoben. „Nach den Feiertagen“, wie man bei uns immer gerne sagt.

Fast alles soll teurer werden, es sei denn, wir schaffen es, uns dagegen zu wehren. Foto: Yossi Aloni/Flash90

Das Problem bei uns ist, dass es nur wenige Konzerne gibt, die den ganzen israelischen Markt beherrschen. Wenn dann ein Konzern eine Preiserhöhung ankündigt, dauert es nicht lange, bis  auch die anderen Konzerne nachziehen, und wir, die Verbraucher, gucken in die Röhre. Mittlerweile hat allerdings eine weitere Firma zunächst einen Rückzieher gemacht und hat ihre Preise anstatt zu erhöhen sogar etwas gesenkt, die Angst vor einem Boykott der Verbraucher scheint doch etwas zu bringen.

Das Problem mit dem israelischen Verbraucher ist, dass er sich an „seine“ Produkte gewöhnt hat. Die Pasta wird von „Ossem“ gekauft, das Tiefkühlgemüse von „Sunfrost“, nur wenige schauen auf den Preis. Viele denken, dass billigere Produkte schlechter sind, was natürlich nicht stimmt. Aber es gibt auch preisbewusste Israelis. Ich kaufe gerne eine unbekanntere Marke, wenn sie billiger ist.

Überall werden die Preise aktualisiert, es geht nach oben. Foto: Yossi Aloni/Flash90

Neben den Preisen im Supermarkt wird leider auch der Strom teurer. Dabei erinnere ich mich noch an die Versprechungen der Politiker nach der Entdeckung des Gases vor der Küste Israels, dass die Strompreise endlich gesenkt werden könnten. Und nun? Übrigens ist gestern auch das Benzin teurer geworden, ein Liter kostet jetzt fast 7 Schekel, genauer gesagt 6,71 Schekel! Das ist der höchste Preis seit 7 Jahren. da bekomme ich Sehnsucht an die Zeit nach dem ersten Corona-Lockdown im Jahr 2020, als ein Liter Benzin nur noch um die 4,70 Schekel kostete. Ach, das waren Zeiten.

Auch die Verkehrsstaus kehren langsam wieder in unser tägliches Leben zurück, jetzt, wo wir Omikron immer mehr ignorieren. Das habe ich gestern selbst zu spüren bekommen, als ich aus Tel Aviv zurück nach Modiin gefahren war, ich brauchte eine halbe Stunde, nur, um aus der Stadt zu kommen.

Wenn ich Omikron schon erwähne, kann ich Ihnen noch erzählen, dass der sogenannte „Grüne Pass“ ab Sonntag fast nicht mehr benutzt werden wird. Er soll dann nur noch für Veranstaltungen gelten soll, wo eine besondere Ansteckungsgefahr besteht, was immer das auch heißen mag.

Eine weitere Sache, die uns stört, ist die Kälte, die uns einfach nicht verlassen, will. Jeden Abend sinken die Temperaturen auf bis zu 5 Grad, was für uns ziemlich kalt ist. Wir warten auf den Frühling, wir haben genug vom Winter. Heute scheint endlich wieder die sonne, aber am Abend wird es dann wieder kalt. Am Freitag soll dann auch der Regen wieder zurückkommen, auf den sich unser Kinneret natürlich freuen wird.

 

Das Wetter für heute in Israel

Am Vormittag sonnig, im Verlaufe des Tages teilweise bedeckt. Deutlich wärmer als gestern. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 20 Grad, Beersheva 18 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist wegen der Regen- und Schneefälle des vergangenen Monats deutlich angestiegen und liegt jetzt bei – 210,26 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,46 Meter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Mittwoch. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

 

 

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