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Israel wirbt auf Pariser Tourismusmesse um französische – vor allem jüdische – Touristen

Mitten im Irankrieg wirbt Israel auf der größten europäischen Tourismusmesse in Paris um französische Besucher – Frankreich bleibt trotz der Sicherheitslage Israels wichtigstes europäisches Herkunftsland mit über 176.000 Touristen im Jahr 2025.

Touristen genießen einen Besuch auf der Dubrovin-Farm in Yesud HaMa’ala im Norden Israels am 16. Juli 2026. Foto: Michael Giladi/Flash90
Touristen genießen einen Besuch auf der Dubrovin-Farm in Yesud HaMa’ala im Norden Israels am 16. Juli 2026. Foto: Michael Giladi/Flash90

Mitten im Irankrieg und trotz anhaltender Sicherheitsbedenken schickt Israel seinen Tourismus-Generaldirektor nach Paris – mit einer klaren Botschaft: Frankreich ist Israels wichtigstes europäisches Herkunftsland, und Israel will die französischen Touristen zurück.

176.000 Franzosen 2025 – 70 Prozent davon jüdisch

Israels Tourismus-Generaldirektor Michael Izhakov leitete die israelische Delegation auf der IFTM-Tourismusmesse in Paris, die noch bis zum 17. September läuft und rund 30.000 Fachleute aus der Tourismusbranche anzieht. Er traf hochrangige Vertreter der französischen Tourismusindustrie und führender Airlines wie Air France und EasyJet sowie den französischen Tourismusminister Serge Papin.

Frankreich ist nach den USA Israels zweitgrößte Tourismusquelle und die erste in Europa. Mehr als 176.000 Franzosen besuchten Israel im Jahr 2025 – rund 70 Prozent davon jüdisch. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 kamen bereits 81.500 Touristen aus Frankreich nach Israel. Izhakov betonte die strategische Bedeutung des Marktes: „Wir sind hier, um die Zusammenarbeit zu stärken und französische Touristen nach Israel zurückzubringen. Incoming-Tourismus ist nicht nur ein Wachstumsmotor für Beschäftigung und Unternehmen – er trägt auch zu Israels positivem Image in der Welt bei.“

Derzeit gibt es 57 direkte Wochenflüge von Paris nach Israel. In der Wintersaison sollen es über 70 wöchentliche Flüge aus ganz Frankreich werden. Israels Pavillon auf der Messe umfasst 72 Quadratmeter und vereint Vertreter von El Al, der Tel Aviv Municipality und israelischen Tourismusunternehmen.

Besuch oder Einwanderung?

Der hohe jüdische Anteil unter den französischen Israel-Besuchern ist kein Zufall. Frankreich hat die größte jüdische Gemeinschaft Europas – schätzungsweise 450.000 bis 500.000 Menschen – und eine seit Jahren anhaltende Alija-Welle nach Israel. Viele französische Juden reisen nicht nur als Touristen, sondern besuchen Familienmitglieder, die bereits ausgewandert sind, oder erkunden Israel als möglichen künftigen Wohnort.

Der wachsende Antisemitismus in Frankreich – von Übergriffen in Pariser Vororten bis hin zu Anschlägen auf jüdische Schulen und Synagogen – hat diese Tendenz seit dem 7. Oktober 2023 noch verstärkt. Für viele französische Juden ist Israel nicht einfach ein Reiseziel, sondern ein Anker – ein Ort, der Sicherheit und jüdische Identität verbindet, in einer Zeit, in der beides in Frankreich unter Druck gerät.

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Patrick Callahan

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