Israel reagiert erstmals offiziell auf die Ukraine-Krise

Regierungserklärung hält sich mit einer Verurteilung Russlands zurück, so wie es Amerika und Europa schon getan haben

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Russland, Ukraine
Israels Ministerpräsident Naftali Bennett traf Ende letzten Jahres in Moskau mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Foto: Kobi Gideon/GPO

Israel hat sich so lange zurückgehalten, wie es konnte. Der jüdische Staat hat in der Russland-Ukraine-Krise einen Drahtseilakt vollzogen. Aber jetzt, da sich alle westlichen Verbündeten auf eine Seite geschlagen haben, war es für Jerusalem offenbar an der Zeit, etwas zu sagen.

Ministerpräsident Naftali Bennett hat seinen Kabinettsministern bisher untersagt, sich öffentlich zu der Situation zu äußern, obwohl einige von ihnen letzte Woche anmerkten, dass Israel sich, wenn es hart auf hart kommt, auf die Seite Amerikas stellen würde. Die Erklärung aus Jerusalem vom Mittwoch war also das erste offizielle Statement zu der Krise und kam einen Tag nachdem die Vereinigten Staaten und die Europäische Union Sanktionen gegen Russland wegen der Invasion in der Ostukraine verhängt hatten.

Israel schloss sich nicht den Stimmen gegen Russland an, sondern betonte stattdessen die Notwendigkeit, die jüdische Gemeinde der Ukraine zu schützen, und bot sich als diplomatischer Vermittler an.

„Israel teilt die internationale Besorgnis über die Vorgänge in der Ostukraine und die schwere Eskalation in der Region und hofft, dass eine diplomatische Lösung gefunden wird, die zur Ruhe führt. Israel ist bereit, sich in diesem Zusammenhang zu engagieren, wenn es darum gebeten wird“, heißt es in der Erklärung.

„Der Staat Israel ist auch um das Wohlergehen tausender israelischer Staatsbürger, die in der Ukraine leben, und um die große jüdische Gemeinde des Landes besorgt. Israel ist bereit, der Ukraine bei Bedarf sofortige humanitäre Hilfe zu leisten“, hieß es weiter.

Angesichts der heiklen Lage im benachbarten Syrien, wo die russischen Streitkräfte weiterhin das Regime von Diktator Bashar al-Assad stützen, ist Israel nach wie vor vorsichtig, Moskau zu verärgern. Israel ist darauf angewiesen, dass die Russen weiterhin ein Auge zudrücken, wenn Israel Syriens anderen Verbündeten, den Iran, angreift, der das vom Krieg zerrüttete Land ebenfalls mit eigenen Truppen und Stellvertretern überschwemmt hat.

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