Israel Heute Morgen – Lieber echte als politische Erdbeben?

Die Rettungsaktion in der Höhle in Thailand und die Erdbeben am See Genezareth haben zur Zeit hier bei uns viele andere Themen in den Hintergrund gestellt. Jetzt warten wir darauf, dass sich die Erde wieder beruhigt, um dann wieder Zeit für politische Erdbeben zu haben.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Es will einfach nicht kühler werden. Als ich gestern Abend in den Garten ging, um etwas frische Luft zu schnappen, bin ich sofort wieder zurück ins klimatisierte Wohnzimmer geflüchtet. Da war nichts mit frischer Luft. Es war einfach nur warm, viel zu warm. Dass ich mich nach 30 Jahren in Israel noch immer über den zu warmen Sommer beschwere, ist schon eigenartig. „Du hast Dir doch dieses heisse Land selber ausgesucht“, sagte mir früher meine Mutter jedesmal, wenn ich am Telefon über die Hitze geklagt hatte. Sie hat ja auch recht. Außerdem bin ich mit meiner Wahl, hier in Israel zu leben, mehr als zufrieden. Trotzdem bin ich immer wieder von dieser Hitze beeindruckt.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist heiter. Überdurchschnittlich warm in den Bergen und im Landesinneren, an der Küste schwül. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 40 Grad, am Toten Meer 41 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.74 m unter dem Meeresspiegel.

Für die Bürger von Modiin hat gestern eine neue Ära begonnen. Die drei Wochen, an denen wir ohne Züge auskommen mussten ist zu ende. Seit gestern ist unser Bahnhof wieder in Betrieb. Drei Wochen lang wurde an den Schienen gearbeitet, sie wurden mit Elektrischen Kabeln ausgerüstet als Vorbereitung für den neuen Schnellzug von Tel Aviv nach Jerusalem. Diese drei Wochen waren keine einfache Zeit, besonders für die Pendler, die jeden morgen zur Arbeit nach Tel Aviv fahren. Und auch für die Soldaten war es in den drei Wochen nicht gerade einfach. Zweimal habe ich meine Tochter sogar bis zu ihrer Basis nach Tel Aviv gefahren. Und da der Verkehr viel stärker war als sonst, musste ich sogar die “schnelle Spur” nehmen, die bei viel Verkehr nicht billig ist, satte 90 Shekel, um die 22 Euro, hat mich der Spass gekostet. Von der “schnellen Spur” hatte ich Ihnen ja schon einmal erzählt. Aber damit ist es jetzt vorbei, heute früh habe ich meine Tochter endlich wieder zum Bahnhof gefahren. Auch sie war sehr erleichtert darüber. Der Zug ist viel bequemer.

Endlich fährt er wieder. Der Zug verlässt den Bahnhof in Modiin

In den Nachrichten befasst man sich zur Zeit mit zwei Themen besonders intensiv. Da ist zum einen diese enorme Rettungsaktion in der Höhle in Thailand, diese Geschichte nimmt heute in der Zeitung Jediot Achronot die gesamte Titelseite und die folgenden 4 Seiten ein. Und dann ist die Sache mit den Erdbeben, die uns seit fünf Tagen keine Ruhe geben. Auch gestern bebete die Erde wieder in der Umgebung des See Genezareth. Besonders die Bürger von Tiberias sind sehr besorgt. Man befürchtet, dass diese relativ leichten Beben, alle waren so um die 3.0 bis 3.9 auf der Richterskala, nur die Vorboten eines starken Erdbebens sind, das die Region alle 90 Jahre heimsucht. Das dieses Beben einmal kommen wird, sagen alle, die Frage ist eben nur, wann. Gestern wurden in Tiberias drei Wohnungen evakuiert, nachdem sich dort Risse aufgetan hatten, die Wohnungen würden einem stärkeren beben nicht standhalten, wie relativ viele alte Wohnungen dort. Man sollte diese Warnungen nun endlich ernst nehmen. Andererseits wurden wir beruhigt. Gebäude, die in ab den neunziger Jahren gebaut worden sind, werden einem starken Beben wohl standhalten. Um die 70 Prozent der Gebäude in Israel seien gegen ein starkes Erdbeben gefeit, das heisst, sie würden nicht zusammenbrechen. Beschädigt könnten sie allerdings schon werden, Unser Haus stammt aus dem Jahr 2011 und hat auch einen Sicherheitsraum, da sollte also alles in Ordnung sein. Das hoffe ich jedenfalls. Ich bin gespannt, ob es noch weitere kleine Erdbeben geben wird, denn jeden Tag werden die Menschen etwas besorgter.

Die WhatsApp-Gruppe der Klasse unseres Sohnes hat ein Video verteilt, das erklärt, wie man sich im Falle eines Erdbebens verhalten soll.

Sie sehen, man weiss nie, was auf einen zukommt. Plötzlich reden wir nur noch über Erdbeben. Interessant wäre zu wissen, mit was wir uns heute beschäftigen würden, wenn die Erde nicht gebebt hätte.

Aber es gibt noch genug andere Dinge, die uns aus dem Gleichgewicht bringen können. Sobald die Beben im Norden nachlassen und sobald alle Kinder zusammen mit ihrem Trainer aus der Höhle in Thailand geborgen sein werden, werden wir uns wieder mit unseren “normalen” Dingen beschäftigen. Politische Erdbeben gibt es bei uns genug. Die Familie Netanjahu ist sicher dankbar für die relativ ruhige Zeit, Sie verstehen, was ich meine.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ausgefüllten Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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