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Israel Heute Morgen – Ist unter dem Deckmantel der Satire alles erlaubt?

Mögen Sie Satire? Also ich habe mir auch schon früher immer gerne Satire-Programme im Fernsehen angeschaut. Doch auch bei Satire muss es Grenzen geben. Eine Satire-Sendung in den Niederlanden hat bei uns für großes Aufsehen und eine offizielle Beschwerde Israels gesorgt.

Guten Morgen liebe Leser!

Mögen Sie Satire? Also ich habe mir auch schon früher immer gerne Satire-Programme im Fernsehen angeschaut. Besonders politische Satire, wo man sich etwas über die Politiker lustig gemacht hat, mochte am liebsten. Und gerade bei uns in Israel liefern die Politiker immer wieder neuen Stoff für die Satire-Programme. Das wohl beliebteste Programm nennt sich „Eretz Nehederet“, übersetzt „Ein wunderbares Land“. Das Programm schließt immer mit dem Satz: „Und denkt daran: Wir haben ein wunderbares Land.“

Das Programm ist so beliebt, dass es die Politiker und andere Persönlichkeiten als Erfolg ansehen, wenn sie dort im Programm einen Platz bekommen haben. Das ist dann wie eine Art Qualitätszeichen. Ich habe ein Double bei „Eretz Nehederet“, also bin ich etwas wert, etwa so.

Auch Israels Sieg bei der Eurovision mit der Sängerin Netta war natürlich Thema bei „Eretz Nehederet“ und die echte Netta wurde mir ihrem Double konfrontiert:

Wir haben wirklich gelacht. Doch manchmal passiert es, dass auch bei „Eretz Nehederet“ etwas übertrieben wird. So wurden nach der Eurovision israelische Politiker gezeigt, die die Frisur von Netta mit den zwei Haardutts nachahmten, Die Version von Bildungsminister Naftali Bennet wurde am Tag nach der Sendung sehr kritisiert. Hier war man wohl etwas zu weit gegangen, sehen Sie selbst:

Ich kann verstehen, dass dies nicht unbedingt als lustig empfunden wurde. Das Programm entschuldigte sich danach und bekräftigte, dass man niemanden verletzen wollte. Ich glaube ihnen, aber man hätte vielleicht vorher etwas mehr Feingefühl haben können. Nicht immer lässt sich mit Satire alles entschuldigen.

Und dass eben nicht alles unter dem Deckmantel der Satire erlaubt ist, zeigt eine Parodie einer populären Satire-Show eines öffentlichen Senders aus den Niederlanden. Die Komikerin Sanne Wallis de Fries sang dort ihre Version von Nettas Lied „TOY“. In Israel und auch innerhalb der jüdischen Gemeinde der Niederlande erntete sie dafür herbe Kritik. Israel reichte bei der niederländischen Regierung eine offizielle Beschwerde ein. Vom niederländischen Sender wurde gesagt, dass sich diese Satire nicht gegen Juden richte, sondern die israelische Politik bezüglich des Gazastreifens kritisiere.

Die Übersetzung des Textes lautet (für einige Worte entschuldige ich mich schon jetzt):

„Autsch Israel. Schau mich an, ich bin ein allerliebstes Land. Die Führer der Welt essen brav aus meiner Hand. Mit einem Kuss lösche ich jedes Feuer. Hey, wir geben ein Fest, kommst Du später mit in die Al-Aqsa-Moschee? Sie wird ohnehin bald leer sein.
Von Haifa bis zum Roten Meer gibt es brillante Spiele und koscheres Satay. Also tanze einfach mit zu meiner Musik!
Ist Dein Land von Steinewerfern gesäumt, dann baue Mauern, von denen sogar Trump in der Nacht träumt. Und wirf eine Rakete! Schau, wie schön ich wieder Bomben werfe, jawohl, Israel wird gewinnen! Seit siebzig Jahren steigt diese Party schon. Schau wie schön.
Nein, das glaub‘ mal nicht, kein Palästinenser kommt hier rein, nicht in mein Gebiet. Ich bin eine gestrenge Türschlampe. Ich jage Palästinenser durch die Gardinen. Es ist meine Party. Hier scheine ich!
Wird Deine Party von Radikalen gecrasht, dann eröffne einfach eine Botschaft. Aber achte darauf, dass in bar bezahlt wird, denn das macht klingeling und Deiner Pingeling. Von Euren Dollars und Cent und Penunzen macht es bei mir klingeling.
Schau wie schön, immer, eins ist sicher: Israel gewinnt! Seit siebzig Jahren geht dieser heiße Scheiß ab. Schau wie schön. Ist das nicht schön? Ich finde das schön. Ein beschissenes Durcheinander. Schön.“

(Übersetzung von Gerd Buurman).

Ich denke, mehr muss nicht hinzugefügt werden. Mir fehlten die Worte, als ich das Video zum ersten mal sah. Ich liebe Satire, aber das hier ging nun wirklich zu weit. Und was die Sängerin Netta wohl empfunden hat , als sie sich das hier angesehen hat. Pfui.

Israel hat es nicht einfach auf der Welt. Wir schaffen es irgendwie nicht, die Situation hier bei uns zu erklären. Gegenüber den Bildern von 60 Toten scheint es klar zu sein, dass nur Israel angeklagt wird. Dass 50 der Opfer Terroristen der Hamas waren, interessiert auf der Welt niemanden, denn das passt ja nicht in die Wahrheit, an der sie glauben wollen.

Da heißt es, einen kühlen Kopf bewahren, wir können und müssen uns eben nur auf uns selbst verlassen. Was den kühlen Kopf betrifft, ist das bei der momentanen Hitze gar nicht so einfach. offiziell hat es sich heute abgekühlt, dennoch war es schon am frühen morgen mit 26 Grad sehr warm.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen. Dennoch bleibt es überdurchschnittlich warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 40 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 43 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.39 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Tag. MAchen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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