Israel Heute Morgen

Ein paar Gedanken über die unmögliche Realität, in der wir leben. Ist es in Ordnung, dass wir unser alltägliches Leben ganz normal weiterführen, während die Bürger im Süden weiter und dem Feuerterror der Hamas zu leiden haben? Das Wetter: Weiter sehr angenehm.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Vom Wetter gibt es nichts Neues zu berichten. Ich genieße die angenehmen Temperaturen und die Kühle, von der ich früh am Morgen hier in Jerusalem empfangen werde. Im Büro haben können wir auf die Klimaanlage verzichten, es reicht, die Tür zum Balkon zu öffnen. So lässt es sich arbeiten. Bei mir in Modiin ist es allerdings deutlich wärmer. Während die Temperatur hier in Jerusalem beim Schreiben dieser Zeilen 19 Grad beträgt, ist es in Modiin schon 24 Grad warm. In der nächsten Woche soll es leider im ganzen Land wieder deutlich wärmer werden. Auf den angesagten leichten Regen warte ich immer noch.

Beginnen wir auch den heutigen Tag mit dem Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit der Möglichkeit von leichtem Regen im Norden und an der Küste. Keine bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Beersheva 28 Grad, Eilat am Roten Meer 32 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.50 m unter dem Meeresspiegel.

Die Berichte von der angespannten Lage im Süden, von den brennenden Feldern und den mittlerweile deprimierten Bewohnern der Orte nahe des Grenzzauns zum Gazastreifen haben wenig oder gar keinen Einfluss auf unser tägliches Leben. Das mag jetzt etwas egoistisch klingen. Während die Bewohner vom Kibbutz Kerem Shalom daran denken, ihre Häuser zu verlassen, weil sie es nicht mehr aushalten, jeden Tag von einer dicken schwarzen Rauchwolke umgeben zu sein (besonders Freitags, wenn bei den zur Tradition gewordenen Unruhen am Grenzzaun Reifen verbrannt werden), überlegen wir uns, ob wir lieber heute oder morgen ins Fitness-Center gehen sollten.

Versuche, den Rauch zu vertreiben, letzten Freitag in Kerem Shalom

Ok, dieser Vergleich war jetzt vielleicht ein etwas übertriebenes Beispiel. Aber was können wir schon machen gegen diese unmögliche Realität? Jeder von uns ist mit seinen eigenen alltäglichen Problemen beschäftigt, was man uns eigentlich nicht übel nehmen kann. Nun frage ich mich, was gewesen wäre, wenn die Stadt Tel Aviv seit Monaten von dieser schwarzen Rauchwolke umgeben wäre. Dann hätten wir hier sicher einen riesigen Aufstand und die Regierung würde aufgefordert werden, dringend etwas dagegen zu unternehmen. Erinnern Sie sich noch an die verheerenden Waldbrände vor zwei Jahren? Fast überall im Land brannte es, überall konnte man den scharfen Brandgeruch riechen. Wir waren fast in einem nationalen Notstand. Viele der Feuer wurden von Terroristen gelegt. Als es auch bei uns in Modiin begann, zu brennen, machte ich mir ernsthafte Sorgen um unsere Zukunft.

Vor zwei Jahren, Feuer in Israel

Ich will unserer Regierung ja nicht unterstellen, dass sie sich nicht darum bemüht, dieser verflixten Situation ein Ende zu machen, aber vielleicht muss man an andere Lösungen denken. Es ist schon erstaunlich, mit welchen einfachen Mitteln es die Hamas schafft, uns zu terrorisieren. Ich denke, auf unserer Seite hat man einfach Angst, sich auf eine weitreichende Operation gegen die Hamas einzulassen. Auch das kann man verstehen. Denn diese Operationen hatten wir ja schon mehr als einmal. Und was nützt uns eine weitere Operation mit vielleicht mehreren Opfern auf der Seite unserer Armee, wenn dann wieder wegen des Drucks aus dem Ausland alles gestoppt werden wird und Israel und die Hamas dazu gezwungen werden, sich auf eine weitere Waffenpause einzulassen, die dann nach einigen Monaten wieder gebrochen wird. Gibt es überhaupt eine Lösung?

So leben wir unseren Alltag weiter, erfahren in den abendlichen Nachrichten vom Leid der Bürger im Süden, nehmen Anteil an ihrem Schicksal und kümmern uns dann wieder um unsere Probleme des täglichen Lebens.

Und nun wünsche ich Ihnen trotz dieser nicht sehr optimistischen Worte einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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