Israel Heute Morgen

Wir haben es geschafft! Die erste Alltagswoche nach den Feiertagen liegt hinter uns. Ein paar Worte und Gedanken zur nicht einfachen Situation im Süden und die Suche nach einer Lösung des nicht endenden Konflikts. Das Wetter: Etwas „kühler“.

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Guten Morgen liebe Leser!

Wir haben es geschafft! Die erste Alltagswoche nach den Feiertagen liegt hinter uns. Jetzt können wir uns auf das wohlverdiente Wochenende und den Shabbat freuen. Der Shabbat ist doch auch ein Feiertag, der jede Woche von neuem beginnt. Es ist eigentlich viel einfacher ohne diese ganzen freien Tage. Endlich haben wir wieder einen Rhythmus im Leben und die Supermärkte und andere Geschäfte lassen uns mit ihren Werbungen in Ruhe. Ich habe allerdings schon in einigen Backwarenabteilungen und Konditoreien die „Sufganiot“ gesehen, die man zu Chanukka isst. So ist es nun mal. Auch wenn es mal etwas länger dauert, bis es wieder soweit ist, das nächste Fest kommt bestimmt.

Dieses Wochenende werden wir zuhause wieder nur zu dritt verbringen, da unsere Tochter jetzt ganze drei Wochen lang in der Basis bleiben muss. Wir werden ihr heute vielleicht einen kurzen Besuch abstatten und ihr ein Paar Dinge mitbringen. Und wenn wir dann schon in Tel Aviv sind, kann man auch einen kleinen Spaziergang am Strand machen.

Strand im Norden Tel Avivs, gleich am Hafen (Foto: Dov Eilon)

Ich hoffe sehr, dass wir ein ruhiges Wochenende bekommen werden. Leider wird in den Nachrichten immer mehr von der Situation an der Grenze zum Gazastreifen gesprochen, Gestern berichteten wir von einer Verstärkung der israelischen Armee im Süden, da man eine weitere Eskalation der Lage nicht mehr ausschließt. Und gerade jetzt wurde ein Interview mit dem Hamasführer Sinwar veröffentlicht. Er meinte, er wolle keinen neuen Krieg. Sollte es jedoch keine Ruhe und Aufhebung der Blockade geben, würde er weiter für sein Volk kämpfen, für seine Freiheit und Sicherheit. Ds hat mich doch etwas irritiert. Wenn er sich Ruhe wünscht, warum schickt er dann an jedem Freitag zigtausende Menschen seines so geliebten Volkes an den Grenzzaun? Warum lässt er es zu, dass hunderte von Sprengkörpern und Granaten auf die israelischen Soldaten geworfen werden? Warum lässt er zu, dass fast jeden Tag mit Messern und Sprengkörpern bewaffnete Terroristen den Zaun übertreten und in israelisches Staatsgebiet eindringen? Weiss er doch ganz genau, dass Israel da nicht stillbleiben und zusehen kann. Und dann bietet er noch 200 Dollar für jeden, der sich bei diesen von der ausländischen Presse oft als “friedliche Demonstrationen” verletzen. Wenn er Ruhe möchte und sich wirklich um sein Volk sorgt, dann sollte er erst einmal dafür sorgen, dass sich niemand mehr dem Grenzzaun nähert, dann würde es auch keine Verletzten oder Tote geben. Und dann würde Ruhe sein und dann könnte man reden. Oder irre ich mich da?

Im Kibbutz Kerem Shalom sehnt man sich nach Ruhe, er liegt direkt an der Mauer zum Gazastreifen (Foto: Doron Horowitz/Flash90)

Vielleicht ist es sinnlos, hier irgendeine Logik zu suchen. Ist der Hass gegen uns so groß, dass es gar keinen Sinn mehr hat, nach einer Lösung dieses Konflikts zu suchen? Wir haben doch auch Mahmud Abbas gehört, der sagte, dass es nur dann Frieden geben würde, wenn Ost-Jerusalem Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates sei. Was nun? Ich habe keine Ahnung. Sollen wir es versuchen? Einfach nachgeben und sehen was passiert und im schlimmsten Fall alles wieder rückgängig machen? Sollen wir die Grenzen und den Seeweg zu Gaza öffnen und hoffen, dass alles gut sein wird? Israel ist doch bestimmt stark genug, einzugreifen wenn etwas schiefgeht, oder? Das sind die Gedanken, die mir manchmal durch den Kopf gehen. Wir haben doch alles versucht, vielleicht ist das die letzte Möglichkeit, um zu sehen, ob die Araber wirklich bereit sind, in Frieden mit uns zu leben. Aber ich gebe zu, dass ich Angst vor einen solchen Schritt habe. Es fehlt das Vertrauen. Aber mir ist auch klar, dass es so nicht weitergehen kann. Der Hass wird jetzt nur weitergeschürt, solange, bis es kein Zurück mehr gibt und dann nur der Krieg, eine intensive Operation im Gazastreifen die vielleicht letzte Möglichkeit sein wird, die wir haben. Das ist keine gute Alternative.

Und nach diesen nicht einfachen Gedanken schulde ich Ihnen noch Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem leichten Rückgang der Temperaturen in den Bergen und im Landesinneren. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.44 m unter dem Meeresspiegel

Es soll sich also etwas “abkühlen”, ist natürlich alles relativ. Und nun wünsche ich Ihnen trotz allem ein angenehmes und ruhiges Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.

Shabbat Shalom aus Modiin!

Dov

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