Israel Heute Morgen

Der Himmel ist wieder strahlend blau. Doch das soll sich bald wieder ändern. Ein paar Worte über meinen morgendlichen Weg nach Jerusalem und der relativ neuen Busstation in Modiin und ein Erdbeben, das es gestern Abend hier bei uns gab, ein politisches, das vielleicht den Beginn des Wahlkampfes zur Folge haben wird.

Guten Morgen liebe Leser!

Der Himmel ist wieder strahlend blau. Es war sehr angenehm, als ich heute früh aus hier in Jerusalem aus dem Bus gestiegen war. Aber vielleicht lag es auch daran, dass ich diesmal fast eine Stunde später als sonst angekommen war. Es war schon halb acht, für mich ist das schon spät.

Woran lag es? Seit ich unsere Tochter morgens am Bahnhof absetze, parke ich mein Auto auf einem Parkplatz in der Nähe, um dann von unserer neuen zentralen Busstation den Bus nach Jerusalem zu nehmen. Das alles muss schnell und ohne unerwartete Zwischenfälle geschehen, denn ich habe gerade mal 8 Minuten Zeit für das Parken und das Gehen zum Bus. Heute war der Parkplatz voll mit Schulbussen, die Strasse überfüllt mit den Autos der Eltern, die ihre Kinder zu den Bussen brachten. Eine Klassenfahrt eines ganzen Jahrgangs stand an. So kam ich etwas später zum Parkplatz, mein Rennen zur Busstation brachte da nichts mehr, ich konnte meinen Bus nur noch von hinten sehen, da war er auch schon weg. Toll, dachte ich mir. Dann durfte ich eine etwa 20-minütige Pause einlegen, die ich dafür nutzte, mir unseren neuen Busbahnhof anzusehen. An den Sitzbänken gibt es sogar Steckdosen und USB für das Aufladen von Handys und Laptops.

Angenehmes Warten auf den Bus. Die neue zentrale Busstation in Modiin

Um kurz nach halb acht kam dann endlich mein Bus. Vor Jerusalem hatte sich natürlich schon ein kleiner Stau gebildet, so dass die Fahrt deutlich länger als sonst dauerte. Ich kann nur hoffen, dass morgen wieder alles nach Plan verlaufen wird.

Und jetzt zurück zum Wetter. Der heutige Tag scheint wunderschön zu werden, es ist keine einzige Wolke am Himmel zu sehen. Aber in der Nacht, da soll sich dann alles wieder ändern, Regen und sogar Gewitter hat man uns versprochen. Der nächste Shabbat soll allerdings schon wieder überdurchschnittlich warm werden. Ein ewiges hin und her, das kennen Sie ja schon.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt ohne bedeutende Veränderungen der Temperaturen. In der Nacht vereinzelte Regenschauer und Gewitter. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.70 m unter dem Meeresspiegel.

Hier bei uns in Israel hat es gestern Abend ein Erdbeben gegeben. Aber machen Sie sich keine Sorgen, liebe Leser, die Erde hat nicht wirklich gebebt. Doch gegen Abend berichteten alle Medien nur boch von einem politischen Erdbeben, es geht um die neuste Bestechungsaffäre um unseren von Affären nur so umringten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. “Es war nichts, es ist nichts und es wird nichts sein”, sagte er immer bezüglich der älteren Korruptionsaffären mit den Namen Akte 1000, 2000 und 3000. Jetzt gibt es die Akte 4000 und es könnte, wie ich schon gestern schrieb, die letzte Akte sein.

Die Titelseiten der heutigen Zeitungen: Jediot Achronot (mitte) spricht von einem Erdbeben, die anderen Zeitungen, Israel Hayom (rechts) und Maariv (links) sind in ihren Überschriften etwas genauer: “Filber wird Kronzeuge”.

Filber ist der Name des ehemaligen Direktors der Kommunikationsministeriums. Er ist jetzt bereit, gegen Netanjahu auszusagen. Und was er zu sagen hat, scheint Netanjahu sehr zu belasten. Gestern erklärte ich schon, um was es bei dieser Akte 4000 geht.

Es geht um Vergünstigungen für die israelische Telefongesellschaft Bezeq, als Gegenleistung für Netanjahu- und regierungsfreundliche Berichterstattungen auf dem Nachrichtenportal Walla, das zu Bezeq gehört. Sieben Menschen befinden sich in Untersuchungshaft. Das kann noch heiter werden. Und wenn damit nicht schon genug wäre, kam gestern eine weitere Affäre an die Oberfläche, und die ließ die Erde wirklich beben. Es geht dabei um einen Bestechungsversuch von Netanjahu nahestehenden Vertrauten. Einer Richterin wurde 2015 angeboten, das Amt des juristischen Beraters der Regierung zu bekommen, wenn sie dann als Gegenleistung die Anklage gegen Sara Netanjahu bezüglich einer älteren Affäre fallen lassen würde. Oh, oh, oh, kann ich da nur sagen. Es scheint wirklich eng zu werden für Netanjahu. In der Opposition bereitet man sich schon auf den Wahlkampf vor. Sollten sich diese ganzen Beschuldigungen als wahr erweisen, möchte ich nicht in der Haut von Netanjahu stecken. Es wäre eine Katastrophe für ihn und wird Israel in eine neue Ära bringen. Neugierig, wie es weiter geht? Ich auch. Einzelheiten über dieses ganz heiße Thema später in unseren Meldungen. Es wird spannend.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und entspannten Mittwoch, langweilig scheint er hier bei uns nicht zu werden. Also, machen Sie es gut und bleiben Sie uns treu.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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