Guten Morgen liebe Leser!
Ich habe es wohl Mike Pence zu verdanken, dass ich gestern so zügig nachhause gekommen war. Ich war extra mit dem Auto gekommen, um jederzeit bereit zu sein, noch vor der Sperrung der Straße 1 nachhause zu fahren. Während der amerikanische Vizepräsident also noch an der Klagemauer war, verließ ich die Redaktion etwas früher als sonst. Als ich dann aus Jerusalem herausfuhr, standen an allen Kreuzungen schon die Polizisten, um auf ein Zeichen die Strassen für den normalen Verkehr zu sperren, damit die Kolonne von Mike Pence zum Flughafen fahren kauf der Straße waren schon viel weniger Autos als sonst, denn die Navigations-App Waze hatte schon auf die Sperrung der Strasse 1 hingewiesen. Daher hatte ich freie Fahrt, so dass ich nach nur 25 Minuten Fahrt bereits zuhause angekommen war. Vielen Dank, Herr Vizepräsident!
Kommen wir zum Wetter. Die kommenden Tage sollen wieder winterlich werden mit Regen und Gewittern. Auch soll es deutlich kühler werden, für Freitag hat man sogar die Möglichkeit von einigen Schneeflocken hier in Jerusalem in Aussicht gestellt. Aber sicher ist das natürlich nicht. Auf dem Hermon Berg und den Gipfeln im Norden soll es ganz sicher schneien. Dieser Januar ist wirklich ein guter Monat, was den Regen betrifft, weiter so.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Vereinzelte Regenschauer im Norden und Zentrum des Landes. Im Norden einzelne Gewitter möglich. Keine bedeutende Veränderung der Temperaturen, die für die Jahreszeit zu niedrig bleiben. In der kommenden Nacht Regenschauer vom Norden bis zum nördlichen Negev, die von Gewittern begleitet werden. Auf dem Hermon Berg wird es schneien. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 12 Grad, Tel Aviv 16 Grad, Haifa 14 Grad, Tiberias am See Genezareth 16 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.185 m unter dem Meeresspiegel.
In den Nachrichten von Kanal 12 und 13 (ehemaliger Kanal 2) gab es in den letzten Tagen eine interessante Serie von Reportagen mit dem Titel: “Was bekommt eine Familie in Schweden, was wir nicht bekommen?” Es wurde gezeigt, wie sich der Staat in Schweden um die Familien kümmert. Die Familie steht dort im Vordergrund und erhält eine Menge sozialer Leistungen. Schule und Kindergarten sind umsonst, auch das Essen für die Schulkinder ist gratis. Die Eltern müssen noch nicht einmal für Schulbücher oder Bleistifte bezahlen. Die medizinische Versorgung für Kinder ist absolut umsonst. Die Eltern haben sehr lange Mutterschafts- und auch Vaterschaftsurlaube. Ein ganzes Jahr kann ein Vater zuhause sein, um für das neugeborene Kind da zu sein.
Promo für die Reportagen-Reihe des israelischen Fernsehens über das leben in Schweden.
Gestern wurde in der Reportage ein Israeli vorgestellt, der seit 13 Jahren in Schweden lebt. Er ist mit einer Schwedin verheiratet. Er erklärte, dass alles viel einfacher sei, der Staat gebe den Familien ein Gefühl der Sicherheit. Hier in Israel können wir nur neidisch nach Schweden schauen. Als unsere Kinder in den Kindergarten kamen, mit drei Jahren, wurden wir kräftig zur Kasse gebeten, erst ab dem Vorschulalter musste man deutlich weniger zahlen. Mittlerweile kommt Israel den Eltern entgegen, der Kindergarten ist für Kinder ab 3 Jahren gratis. Aber für die Schulen müssen wir auch heute noch recht viel bezahlen. Nichts ist umsonst, Schulausflüge, Materialien, besondere Kurse und die Schulbücher, Auch wenn sie von der Schule gestellt werden, muss immer noch eine gewisse Summe gezahlt werden. Wir Israelis haben auch viel weniger Urlaubstage, die meistens auch nicht mit den Schulferien abgestimmt werden. In Schweden, wurde in der Reportage berichtet, müssen die Kindergärten auch im Sommer offen sein, wenn eine Familie das benötigt. Dann wurde eine Schule vorgestellt, bei der 100 Lehrkräfte für 700 Schüler zuständig sind. Das ist hier bei uns in Israel unvorstellbar.

Natürlich müssen diese Leistungen auch in Schweden irgendwie finanziert werden. Daher zahlen die Schweden viel mehr Steuern als wir. Im Schnitt zahlen sie 42% Steuern im Vergleich zu um die 22% hier bei uns. Und Schweden hat auch keine großen Ausgaben für die Sicherheit. So können die Steuergelder natürlich leichter für Sozialleistungen ausgegeben werden. Dennoch könnte man auch bei uns etwas ändern. Einiges hat sich ja auch verbessert in den letzten Jahren, wie zum Beispiel freie Zahnbehandlungen für Kinder und das Sparprogramm der Regierung für jedes Kind. Aber wir zahlen immer noch viel zu viel für alles. Lebensmittel, Strom, Schule, Universität, Krankenkasse, es ist alles viel zu teuer. Muss ich jetzt neidisch auf Schweden sein? Vielleicht ein wenig, aber trotz allem ziehe ich es vor, hier in Israel zu leben. Auch wenn wir uns oft über die hohen Preise beschweren, hier ist unser Zuhause, hier gehören wir hin. Hier kann ich mit meiner Familie ein jüdisches Leben führen, ohne mich verstecken zu müssen.
Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




