Israel Heute Morgen

Als ich heute früh auf meinem Fußweg zur Redaktion war, lagen die Temperaturen hier in Jerusalem im einstelligen Bereich, es waren gerade mal 9 Grad. Auch heute schauen wir uns wieder die Titelseiten der Tageszeitungen an, heute ist ein ganz besonderer Tag. Dazu dann natürlich wie immer das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute früh auf meinem Fußweg zur Redaktion war, lagen die Temperaturen hier in Jerusalem im einstelligen Bereich, es waren gerade mal 9 Grad. Wie schon gestern, war der Himmel wieder strahlend blau. Ein besseres Wetter gibt es nicht. Leider stank es in der Nähe der zentralen Busstation noch immer, obwohl die letzte Demonstration schon einige Tage zurück liegt. Gestern Nachmittag begnügten sich um die 500 orthodoxe Juden mit einem Protest vor dem Rekrutierungsbüro. Dort ging es allerdings recht heftig zu, als ich zu meinem Auto ging, kamen mir einige Polizisten auf Pferden entgegen geritten. Heute bin ich wieder mit dem Bus gekommen. Ich hoffe nur, ich werde es später nicht bereuen. Also, bitte keine weiteren Demonstrationen mit Straßenblockaden.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit vereinzelten Regenschauern im Norden und an der Küste. Etwas kühler als gestern. In der kommenden Nacht kann es an der Küste zu vereinzelten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.34 m unter dem Meeresspiegel.

Heute ist ein besonderer Tag, der 29. November, auf Hebräisch: Kaf Tet be November, so wird bei uns dieser 29. November bezeichnet, denn es ist der Jahrestag der Abstimmung der Vereinten Nationen über die Schaffung eines jüdischen Staates in Israel, der 70. Jahrestag! Und dieser Tag wird selbstverständlich auf den heutigen Titelseiten der Zeitungen erwähnt. Bei Jediot Achronot nimmt es sogar die ganze erste Seite ein. Hier nun unser heutiger Blick auf die Titelseiten der Tageszeitungen:

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv befasst sich zunächst mit der gestrigen Abstimmung der Knesset für das sogenannte “Empfehlungs-Gesetz”, von dem wir ja schon gestern gehört haben. Heute geht es um die Zustimmung des Finanzministers Moshe Kachlon, obwohl er vorher bekräftigt hatte, gegen das Gesetz zu stimmen, wenn es auch ei Ministerpräsident Binjamin Netanjahu angewandt werden würde, bezüglich der sogenannten Akten 1000 und 2000. ”Kachlon: Das Empfehlungs-Gesetz betrifft den Ministerpräsidenten nicht”, lautet die Überschrift. Damit verteidigt Kachlon seine Stimme für das Gesetz. Aus seiner Partei “Kulanu” wurde laut, dass der Likud mit Neuwahlen gedroht habe für den Fall, dass “Kulanu” gegen das Gesetz stimmen würde. Der eigene Stuhl scheint den Politikern eben noch immer am wichtigsten zu sein. ”Zeitzeugen”, lautet die Überschrft unten rechts. In einer Beilage der Zeitung erzählen Zeitzeugen, wie die Abstimmung vor 70 Jahren für die Gründung eines jüdischen Staates in Israel aufgenommen wurde. Die nächste Überschrift befasst sich mit der gestrigen Gasexplosion in Jaffa. ”Die Explosion in Jaffa: Verdacht auf Brandstiftung”. Die Untersuchungen der Polizei haben den Verdacht erregt, dass es sich bei der Explosion, bei der gestern drei Menschen ums Leben gekommen waren, um Brandstiftung gehandelt haben könnte. Das dreistöckige Haus ist vollständig in sich zusammengestürzt. Dass hier “nur” drei Menschen ums Leben gekommen sind, ist eigentlich ein Wunder. Unten rechts gibt es noch eine Meldung vom Tod eines hier in Israel sehr bekannten Journalisten. ”Miki Gurdus, 1944-2017”. Miki Gurdus war bekannt für sein Abhören von Radiosendern aus der ganzen Welt. Oft kamen die ersten Informationen über wichtige Ereignisse von ihm. So war er es, der 1976 von der Flugzeugentführung nach Entebbe als erster berichtete. Jahrelang arbeitete er für den Israelischen Rundfunk. Sein Name war fast jedem in Israel ein Begriff. In der Mitte gibt es dann noch eine Überschrift mit roten Hintergrund: ”Wieder: Nordkorea startet interkontinentale Rakete über Gewässer Japans”. Der “Raketenmann”, wie Donald Trump den Diktator Kim Jong-un nannte, kann es anscheinend nicht lassen und spielt weiter mit dem Feuer.

Die Zeitung Jediot Achronot befasst sich auf ihrer Titelseite fast ausschließlich mit dem 70. Jahrestag der Abstimmung über die Schaffung eines jüdischen Staates. ”70 – die historische Abstimmung”, lautet die Überschrift. Auf der rechten Seite steht eine Liste der Länder, die damals für den Staat Israel gestimmt hatten, 33 an der Zahl. Gestern wurde dies Abstimmung im alten Saal der Vereinten Nationen nachgespielt unter Anwesenheit Vertreter der 33 Staaten, die damals für Israel gestimmt hatten. Eine sehr emotionelle Veranstaltung. In einer weiteren Überschrift geht um ein besonderes Projekt der Zeitung: ”Hausbesuch: Die Menschen, unter der israelischsten Adresse wohnen “. Die Zeitung hat israelische Familien in verschiedenen Orten besucht, die in der Atzmautstraße 70 wohnen. Atzmaut ist das Hebräische Wort für Unabhängigkeit. Eine nette Idee. Dann gibt es noch zwei weitere Schlagzeilen. Unten rechts: ”Der mutige Sportler, der aus dem Schrank kommt”. Aus dem Schrank kommen sagt man hier, wenn sich jemand bezüglich seiner Homosexualität outed. Hier geht es um einen israelischen aktiven Basketballer, dessen Identität am Freitag veröffentlicht werden soll. Ich sagte Ihnen ja schon, das Jediot Achronot eine Vorliebe für die Regenbogenpresse hat. So eine Meldung soll uns dazu bringen, die Zeitung am Freitag zu kaufen? Mich interessiert das Privatleben anderer überhaupt nicht. Und wie soll es bei Jediot Achronot ohne eine Meldung bezüglich der Affären um Binjamin Netanjahu gehen? Geht eben nicht, daher folgende Meldung: ”Staatsanwaltschaft gegen das “Bibi-Gesetz”: Das ist ein Verschweigen”. Schon am kommenden Montag soll das Gesetz endgültig verabschiedet werden.

Die Gratiszeitung Israel Hayom erwähnt dieses Empfehlungsgesetz nur in einer kleinen Überschrift ganz oben, in der berichtet wird, dass das Gesetz am Montag verabschiedet werden soll und die Opposition sehr verärgert ist. Danach dann die Hauptschlagzeilen. “Trump überlegt, wann die Botschaft nach Jerusalem verlegt werden soll“, lautet die erste Überschrift. Dies sagte US-Vizepräsident Mike Pence in seiner Rede bei der Feier zum 70. Jahrestag der UN-Abstimmung über die Gründung des jüdischen Staates. Dann wurde noch auf ein besonderes Interview mit dem brasilianischen Botschafter in Japan hingewiesen. Es handelt sich um den Enkel von Oswaldo Aranha, der vor 70 Jahren der Vorsitzende der UN-Generalversammlung war. Die größte Schlagzeile befasst sich mit einem ganz besonderen Ausstellungsstück in einem Museum in der Hauptstadt Abu-Dhabis, das viele Besucher anlockt. “Der jüdische Bücherschrank, im Herzen Abu-Dhabis“. Es geht hier um ein sehr altes Buch der Thora, das im Museum für Kunst in Abu-Dhabi gezeigt wird. Die Zeitung fragt,ob es sich hier um eine Änderung in den Beziehungen Abu-Dhabis zum Judentum handeln würde. Eine weitere Überschrift berichtet vom Besuch des Ministerpräsidenten Netanjahu in Kenia “Der Ministerpräsdent in Kenia: Wir werden eine Botschaft in Ruanda eröffnen“. Netanjahu sagte, Israel werde die Beziehungen mit Afrika verstärken. Eine letzte Überschrift mag für viele vielleicht die wichtigste sein: “Der Himmel ist die Grenze? Streikdrohungen am Ben-Gurion-Flughafen am Wochenende“ heißt es hier. Die Mitarbeiter des Flughafens wollen am Freitag mit einem Streik beginnen. Hunderte von Flügen würden davon betroffen sein. Es geht dabei um einen Streit mit der Stadt Lod, die jetzt vom Flughafen Stadtsteuern eintreiben will. Und das gefällt dem Flughafen gar nicht. Ich meine, ein Flughafen, der das einzige Tor nach draußen ist, darf nie bestreikt werden. Hoffen wir auf eine Einigung ohne Streik. Es geht nicht an, dass Israel quasi zugeschlossen wird.

Das war unser Blick auf die Titelseiten der heutigen Zeitungen. Draußen scheint noch immer die Sonne. Bei uns in der Redaktion arbeiten wir schon intensiv an der Januar Ausgabe unseres Magazins, Januar 2018, wie schnell die Zeit vergeht. Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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