Israel Heute Morgen

Heute sollte ich mir endlich mal einen Regenschirm kaufen. Als ich heute meine Wohnung verließ, fielen schon einige Regentropfen auf mich. Ein paar Worte über den ersten ehemaligen Oberrabbiner im Gefängnis und weitere berühmte Gäste in den Gefängnissen Israels, die Gerichtsverhandlung über die Strafe des Soldaten Elor Azaria, ein Dankeschön an die Leser und natürlich das Wetter für heute in Israel, es wird wieder winterlich.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute sollte ich mir endlich mal einen Regenschirm kaufen. Als ich heute meine Wohnung verließ, fielen schon einige Regentropfen auf mich. Allerdings war es recht warm. Der Himmel ist bedeckt, in Jerusalem lagen die Temperaturen heute früh schon bei 16 Grad, nicht zu vergleichen mit den niedrigen Temperaturen der letzten Wochen. Es war mir viel zu warm in meiner Winterjacke, aber ständig die Jacken zu wechseln, wer hat dazu schon Lust. Aber ab morgen soll sich das Wetter wieder drastisch ändern, die Temperaturen sollen in den Keller gehen, es soll sehr windig werden, Regenschauer und Gewitter sin für das ganze Land angesagt. In den Bergen im Norden soll es schneien und am Wochenende kann es sogar in den Bergen im Zentrum Israels zu Schneeregen kommen, Jerusalem inklusive. In den letzten Jahren gab es kaum einen Winter, wo es nicht wenigstens einen Tag geschneit hat, es wird also langsam Zeit.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Bewölkt mit für die Jahreszeit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Leichte Regenschauer in allen Teilen des Landes. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.445 m unter dem Meeresspiegel.

Die Gefängnisse werden wieder einmal einen berühmten Gast begrüssen dürfen. Gestern wurde der ehemalige aschkenasische Oberrabbiner Yona Metzger zu einer Freiheitsstrafe von 3 1/2 Jahren verurteilt. Er wurde beschuldigt, Bestechungsgelder in Höhe von 5 Milionen Shekel angenommen zu haben. Von Geldern, die als Spende für Organisationen bestimmt waren, hatte er große Teile in die eigene Tasche gesteckt. Um eine höhere Strafe zu vermeiden, hatte er sich mit dem Gericht ohne Verhandlung geeinigt. Ursprünglich war er beschuldigt worden, um die 10 Millionen Shekel angenommen zu haben. Diese Summe wurde dann auf 5 Millionen reduziert.

Bild: Metzger im Gericht (Hadas ParushFlash90)

Es sind schon viele bekannte und weniger bekannte Politiker ins Gefängnis geschickt worden, wie der vor kurzem aus der Haft entlassene ehemalige Präsident Katzav, der 5 Jahre gesessen hatte, dann der ehemalige und momentane Innenminister Arie Deri, der ehemalige Finanzminister Hirschson und natürlich der ehemalige Ministerpräsident Ehud Olmert, der noch immer seine 6-jährige Haftstrafe absitzt. Yona Metzger ist der erste Oberrabbiner, der das Gefängnis von innen kennenlernen wird. Die Möglichkeit, schnell ans Geld zu kommen, scheint viele Menschen schwach zu machen. Ich habe hier nur eine kleine Zahl von bekannten Persönlichkeiten genannt, die wegen Delikte dieser Art zu Freiheitsstrafen verurteilt worden waren. Die Liste ist noch lang und beinhaltet auch etliche ehemalige Bürgermeister. Es ist schon irgenwie verrückt.

Im Militärgericht in Tel Aviv wird in diesen Tagen über die Strafe des wegen Totschlags verurteilten Soldaten Elor Azaria verhandelt. Dazu werden Zeugen geladen, die über den Charakter des Soldaten erzählen sollen, damit sich das Gericht ein Bild über ihn machen kann. Dazu werden die Familie, Freunde und auch Vorgesetzte angehört werden. Momentan werden die Zeugen der Verteidigung angehört. Ziel der Verteidigung ist es, dass Strafmaß so niedrig wie möglich zu halten. Gestern sprach der Vater von Elor, Charlie, ein ehemaliger Polizist. Er sagte unter Tränen, die Armee hätte seinen Sohn fallen gelassen, die Familie sei zerstört. Er selbst hatte im Laufe der Verhandlung einen Schlaganfall erlitten, die Mutter von Elor hat aufgehört zu essen und wiegt nur noch 38 Kilo. Die Situation ist nicht leicht. Der verurteilte Soldat wird von einem Großteil der Bevölkerung und auch von Politikern unterstützt. Anderseits ist wohl ziemlich klar geworden, dass die tödlichen Schüsse auf den am Boden liegenden und bereits überwältigten Terroristen unnötig waren. Gestern wurde im Radio berichtet, dass man dem Soldaten angeboten hätte, zu einer Einigung zu kommen, er würde dann eine relativ kurze Freiheitsstrafe von 1 1/2 Jahren bekommen. Doch er hat dieses Angebot abgelehnt. Nun fordert die Anklage eine Freiheitsstrafe von 3-5 Jahren. Nun heißt es abwarten, es ist keine leichte Situation, niemand weint dem Terroristen nach, der kam, um Menschen zu töten. Aber dennoch hätte Elor Azaria nicht schiessen dürfen.

Bild: Elor Azaria mit seinen Eltern, gestern im Gericht (Flash90)

Ich überlege mir gerade, ob ich nicht schon heute einen neuen Spaziergang durch Jerusalem aufnehmen sollte. Denn morgen soll es sehr stürmisch und verregnet werden. Noch ist es draußen relativ trocken und angenehm warm. Wie dem auch sei, Sie werden den neuen Spaziergang ab morgen Abend zu sehen bekommen. Übrigens wollte ich mich schon seit längerer Zeit für die netten Emails einiger Leser bedanken. Ich freue mich, dass ich Ihnen mit meinen Videos und Berichten eine kleine Freude bereiten kann, auch wenn ich nicht immer nur über schöne Dinge berichte. Ich versuche Ihnen, das Land Israel so zu beschreiben, wie ich es in meinen Augen sehe.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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