„Inakzeptabel, dass 1 Million Israelis nicht geimpft sind!“

Führende Virusexpertin sagt, es sei jetzt „kritisch“, dass israelische Senioren eine Auffrischungsimpfung erhalten und dass Jugendliche geimpft werden

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Eine der führenden israelischen Expertinnen für Infektionskrankheiten brachte am Montag ihre Frustration darüber zum Ausdruck, dass ein großer Teil der Israelis sich weigert, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, obwohl die Zahl der Infektionen und Krankenhausaufenthalte zunimmt.

„Es ist für mich nicht akzeptabel, dass 1,1 Millionen Menschen in Israel nicht geimpft sind. Das ist ein Problem, das gelöst werden muss“, sagte Prof. Galia Rahav, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten am Sheba Medical Center. In ihrem Interview mit dem Nachrichtenportal Ynet betonte Prof. Rahav, dass es für Israel jetzt „entscheidend“ sei, die Impflücke zu schließen.

„Wenn wir vor zehn Tagen etwa acht [COVID-bedingte] Krankenhauseinweisungen pro Tag hatten, haben wir jetzt 23 schwerkranke Patienten und mindestens zwei Patienten, die beatmet werden müssen“, fügte sie hinzu.

Prof. Rahav erklärte, dass die Impfung eine Ansteckung mit der Delta-Variante nicht verhindern könne, aber die meisten der Infizierten davor bewahren würde, ernsthaft zu erkranken und somit das Gesundheitssystem entlasten würde.

Daher appellierte sie nachdrücklich an Israelis über 60, sich eine COVID-19-Auffrischungsimpfung geben zu lassen, und an alle Kinder zwischen 12 und 15 Jahren, sich noch vor Beginn des Schuljahres vollständig impfen zu lassen.

Apropos Schule: Prof. Rahav kritisierte Bildungsministerin Yifat Shasha-Biton, die letzte Woche die Einrichtung von Impfstationen in öffentlichen Schulen als „kriminell“ bezeichnet hatte. Nach Ansicht von Prof. Rahav sollte genau das geschehen. „Das Gesundheitsministerium ist für die öffentliche Gesundheit zuständig, nicht das Bildungsministerium, daher muss diese Entscheidung im Gesundheitsministerium getroffen werden“, betonte sie.

Abschließend erklärte Prof. Rahav, sie wisse, dass sich die Regierung derzeit in einem schwierigen Balanceakt befinde. Einerseits muss sie die wachsende vierte Welle des Coronavirus eindämmen und gleichzeitig die Wirtschaft so weit wie möglich offen halten, wozu auch gehört, dass die Schulen Anfang September wieder öffnen können.

Am Dienstag erklärte Premierminister Naftali Bennett vor den Leitern der israelischen Krankenhäuser, dass er die täglichen Impfraten verfünffachen wolle und dass bis Ende August alle Israelis, die für eine Impfung infrage kommen, vollständig geimpft sein sollen.

Experten warnen, dass, wenn dies nicht geschieht, Israel während der bevorstehenden hohen jüdischen Feiertage mit einem weiteren Lockdown oder zumindest mit strengen Einschränkungen bei gesellschaftlichen Zusammenkünften konfrontiert sein könnte.

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