Dieser Vers aus 3. Mose 19 ist ein zentraler Vers der Thora. Er betrifft jedes Mitglied der Gemeinde, hier wird eine schnörkellose Anweisung gegeben. Aus einer bestimmten Sichtweise ist der Vers die einzige angemessene Zusammenfassung, wie die Dinge zwischen Mensch und Gott funktionieren sollten. Wenn dieser Anweisung nicht Folge geleistet werden könnte, dann wäre Gott nicht Gott und das menschliche Leben wäre umsonst. Der wesentliche Ruf Israels, eine Nation zu werden, die ganz und gar dem Herrn ausgesondert worden ist, würde leer und bedeutungslos sein.
Und doch gibt es hier ein Paradox: Menschlich gesehen ist solch eine Perspektive schier unmöglich. Der Schöpfer des Himmels und der Erde, dessen ewiges Wesen Heiligkeit ist, sagt uns Menschen, wir sollen heilig sein, wie Er heilig ist! Der kleine Mensch, der sich seiner Schwachheit und seiner Mangelhaftigkeit, seiner Sünden und seiner Hilflosigkeit bewusst ist – wie kann er solch eine Perspektive überhaupt in Betracht ziehen? Und hier ist sie, starrt ihm ins Gesicht, ausgesprochen durch den treuen Gott des Bundes. Wie können wir uns dieser Perspektive überhaupt nähern?
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