Guten Morgen Israel – Über den Wolken

Das Exil ist vorbei. Oder doch nicht?

Bet Schemesch
Yaakov Lederman/FLASH90

Boker Tov liebe Leser,

Gestern auf dem Spielplatz fragte mich meine Tochter, was das für ein Geräusch sei. „Das ist ein Flugzeug, das über uns fliegt,“ antwortete ich. Mir fiel auf, dass ich das Geräusch zwar auch registriert, aber nicht wirklich darüber nachgedacht hatte. Seit einigen Tagen vernehme ich vermehrt Fluggeräusche und natürlich denkt man dann gleich, dass dies wahrscheinlich Kampfjets sind, die einen Einsatz fliegen. Manchmal kann man die Flieger sehen, manchmal nicht. Manchmal sehe ich sogar Kampfhubschrauber ziemlich tief über unsere Köpfe hinwegfliegen.

Bet Schemesch liegt so ziemlich in der Mitte Israels und damit möglicherweise ein Gebiet, über das viel geflogen wird. Vielleicht ist es nur Einbildung, aber ich habe das Gefühl, dass der Flugverkehr (es ist nie ein normales Passagierflugzeug) in angespannten Zeiten zunimmt. Die Tötung des iranischen Generals Solemani hat uns Israelis ziemlich nervös gemacht, denn es ist schwer vorstellbar, dass der Iran keine Vergeltungsmaßnahme plant. Es gibt viele Möglichkeiten, mit denen der Iran uns Juden treffen kann, nicht nur in Israel. Die Hisbollah hat im Norden hunderttausende Raketen auf uns gerichtet, die Hamas im Süden kann es kaum erwarten, gegen uns loszuschlagen und auch Terroranschläge im Herzen des Landes sind nach wie vor eine Gefahr. Niemand hier würde sich wundern, wenn der Iran die Juden als ewigen Sündenbock für die Taten der Amerikaner angreifen würde. Nicht, dass wir den Tod dieses Massenmörders bedauern, aber diese Situation zeigt uns, dass sich das jüdische Volk immer noch in einer Situation befindet, die der im Exil gleicht, auch wenn wir uns mittlerweile wieder in unserem Land angesiedelt haben.

Um das Exil geht es auch im Thora Abschnitt dieser Woche. Das zweite Buch Mose, auch Exodus genannt, beginnt mit der Vorstellung des neuen Pharao, der Joseph nicht mehr kannte. Dieser Pharao ist der Prototyp eines Herrschers im jüdischen Exil: „Er sprach zu seinem Volk: Siehe, das Volk der Kinder Israels ist zahlreicher und stärker als wir. Wohlan, lasst uns kluge Maßnahmen gegen sie ergreifen, dass sie nicht zu viele werden“ (2. Mose, 1: 9-10).

Kommt Ihnen das auch so bekannt vor? Die Juden sind zu mächtig, wir müssen etwas gegen sie tun. Das ist die Rechtfertigung für die Versklavung des Volkes in Ägypten und die Verfolgung der Juden in vielen anderen Ländern im Laufe der Zeit.

Heute kann man dieses Argument immer noch hören, aber der große Unterschied zur Situation in Ägypten und den letzten 2000 Jahren Exil ist der Staat Israel. Wenn wir Fluggeräusche über uns hören, sind es unsere eigenen Kampfjets auf dem Weg zum Gegner. Wir ziehen die Köpfe nicht ein, sondern atmen tief ein, denn wir müssen Angriffe gegen uns nicht mehr einfach hinnehmen. Jetzt schlagen wir zurück.

 

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Deutlich kühler. Vom Norden bis zum nördlichen Negev kann es heute zu Regenschauern mit Gewittern kommen. Auf dem Hermon Berg wird es schneien. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 17 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 17 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 17 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere anderthalb Zentimeter angestiegen und liegt jetzt bei –210.78 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen, auch im Namen meiner Kollegen der Israel Heute – Redaktion ein abgenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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