Guten Morgen Israel – Normalität? Nicht für alle!

Ab der kommenden Woche soll die Rückkehr in die „Normalität“ beginnen mit offenen Geschäften, Konzerten und Cafés, aber nicht für alle.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Tel Aviv Foto: Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Das Wochenende, auf das wir uns so gefreut hatten, ist nun schon wieder Vergangenheit. Ich begrüße Sie zum heutigen Montag, an dem nun auch bei Ihnen die neue Arbeitswoche beginnt. Von einem Bekannten in Deutschland habe ich erfahren, dass ab heute der Lockdown auch bei Ihnen etwas gelockert werden soll, dass man sich nun wieder Waren von Geschäften persönlich abholen kann, so wie es auch hier bei uns war. Das ist doch wenigstens ein Anfang. Ist es nicht erstaunlich, wie bescheiden wir in diesem letzten Jahr geworden sind? Wir freuen uns über Dinge, die uns vor Corona gar nicht aufgefallen sind. Diese Eigenschaft sollten wir unbedingt in die Zeit nach Corona übernehmen. Wir sollten wieder lernen, das, was wir haben, zu schätzen und nicht immer nur mehr haben wollen, mehr kaufen, mehr Flüge ins Ausland, mehr von allem.

Aber zurück zum Wochenende, das wirklich ein besonders Wochenende war, an dem wir endlich wieder unseren ältesten Sohn in die Arme schließen konnten. Als er in der Tür stand, kam es mir seltsamerweise gar nicht so vor, das ich ihn fast zwei Monate nicht gesehen hatte. Das liegt wahrscheinlich an der Technologie, die es ermöglicht, uns trotz der Entfernung zu sehen. So war es auch immer zu Lebzeiten meiner Eltern. Besonders meine Mutter hatte ich täglich gesehen, seitdem es der technische Fortschritt ermöglichte. Es gab Jahre, in denen ich nur einmal nach Deutschland fliegen konnte, die täglichen Videogespräche waren dann eine sehr große Hilfe, die Sehnsucht nach den Eltern zu stillen. Aber dennoch geht natürlich nichts über eine wirkliche Umarmung und die gab es nun endlich wieder am Freitag, als wir den Schabbat endlich wieder mit der ganzen Familie empfangen konnten. Auch die beiden Hunde Apollo und Mila sprangen vor Freude durch unsere Wohnung. Ja, auch sie scheinen uns vermisst zu haben.

Und jetzt warten wir auf einen weiteren Fortschritt in Richtung „Normalität“, wie immer sie auch aussehen wird. In den Nachrichten wurde berichtet, dass schon ab der nächsten Woche die Geschäfte endlich wieder öffnen können, auch die bei uns so beliebten Einkaufszentren dürfen ab dem 23. Februar wieder ihre Tore öffnen. Aber, ja, es gibt ein großes „aber“, all dies gilt nur für die Menschen, die bereits beide Impfungen hinter sich haben oder bereits von Corona genesen sind. Diese Gruppen bekommen den sogenannten „grünen Pass“, entweder den Nachweis der Impfung gegen Corona oder die Bescheinigung, bereits an Corona erkrankt zu sein. Diejenigen, die nicht geimpft sind, dürfen weiterhin nur die als notwendig eingestuften Geschäfte besuchen, darunter Supermärkte, Apotheken und Drogerien. Ich bin mir sicher, dass diese Regelung viele Diskussionen auslösen wird. Gerne können Sie uns Ihre Meinungen dazu hier unter dem Artikel schreiben.

Auch unser Einkaufszentrum in Modiin soll in der nächsten Woche wieder geöffnet werden, aber nicht für alle.

Ab dem 9. März sollen dann auch Cafés und Restaurants endlich wieder eröffnet werden und auch Veranstaltungen wie Hochzeiten und Bar Mitzvas können dann endlich wieder stattfinden. Schon in der nächsten Woche soll auch das Kulturleben wieder erwachen, einige Künstler haben bereits ihre ersten Konzerte angekündigt. Und auch die Kinos können dann endlich wieder öffnen, sie sind seit fast einem Jahr geschlossen. Unsere Tochter wird sich besonders darüber freuen. Sie hatte eine Woche vor Schließung aller kulturellen Veranstaltungen im Land angefangen, im Kino zu arbeiten. Das sollte helfen, ihr Studium zu finanzieren. Doch daraus wurde nichts und ihr Papa musste noch tiefer ins Portemonnaie greifen. Unsere Tochter wird Anfang März die zweite Spritze bekommen und damit bereit sein, die Arbeit im Kino an den Wochenenden wieder aufzunehmen. Na, ich bin gespannt, ob dieser ganze Plan zur Rückkehr in den Alltag funktionieren wird.

Bis die Cafés wieder öffnen dürfen, genießt man das schöne Wetter draußen, wie hier in Tel Aviv

Mit dem tollen Frühlingswetter, das wir in den letzten Tagen hatten, soll es nun bald vorbei sein. Es gint sogar Gerüchte über etwas Schnee in Jerusalem ab Mittwochabend. Na, ich bin gespannt. Hier das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt und deutlich kühler. Aber das ist nur der Anfang der Rückkehr des Winters. Ab Mittwoch soll es wieder so richtig kalt werden. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 15 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 20 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209,58  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 78  Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Montag. Ich werde mich gleich auf den Weg nach Jerusalem zu unserer Redaktionssitzung machen. Auch das ist ein Zeichen der Rückkehr in eine gewisse Normalität. Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!

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