Guten Morgen Israel – Lockdown israelische Art

Nach drei Wochen Lockdown scheint das Volk Israel keine Geduld mehr zu haben

Guten Morgen Israel – Lockdown israelische Art
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Drei Wochen Lockdown liegen hinter uns, was auch bedeutet, dass wir unseren ältesten Sohn seit drei Wochen nicht mehr getroffen haben. Aber wir kommen klar damit, verstehen die Notwendigkeit dieses Lockdowns. Denn so, wie es war, konnte es nicht weitergehen.

Jetzt gibt es erste Zeichen dafür, dass der Lockdown etwas gebracht hat, die Zahl der täglichen neuen Coronafälle sind deutlich zurückgegangen. Vor dem Wochenende gab es im Schnitt noch um die 3500 neue Fälle. Jetzt, nach dem Wochenende, werden seit Mitternacht 887 neue Coronafälle gemeldet. Diese Zahl ist sehr niedrig, was in erster Linie daran liegt, dass am Schabbat deutlich weniger Tests gemacht werden. Als erstes Ziel hat man 2000 Neuinfizierungen pro Tag angegeben, dann soll es die ersten Lockerungen für den Lockdown geben. Das könnte schon am kommenden Sonntag passieren. Aber auch dann werden Geschäfte und Einkaufszentren weiter geschlossen bleiben, mindestens noch einen Monat lang. Wir brauchen also noch etwas Geduld. Doch diese haben viele Menschen bereits verloren.

Das Wochenende war geprägt von Diskussionen über die Einhaltung des Lockdowns der verschiedenen Gruppen der Bevölkerung, darunter die orthodoxen Juden, die nicht auf ihre Tradition des Gebets in der Synagoge verzichten können, und die Demonstranten, die weiterhin auf ihr demokratisches Recht bestehen, zu demonstrieren. Und dazu kommen dann noch alle anderen, die sich mit den erlaubten 1000 Metern, die man sich vom eigenen Haus entfernen darf, etwas schwertun.

So scheint jeder diese Begrenzung anders auszulegen, oder man treibt Sport, um ganz sicherzugehen, keine Geldstrafe zu bekommen. Am Donnerstag gab es noch Bilder einer jungen Frau, die am Strand von Tel Aviv erwischt wurde und sich weigerte, sich zu identifizieren. Am Ende wurden ihr deswegen Handschellen angelegt.

Kein schönes Bild, doch später veröffentlichte auch die Polizei ein Video und es wurde klar, warum es dazu kam. Die junge Frau nahm die Polizei nicht ernst und begann, sich zu entfernen, weiterhin nicht bereit, sich zu identifizieren. Der Polizist war dabei sehr höflich und erklärte der Frau immer wieder die Folgen ihres Verhaltens.

Und dann gab es Bilder vom Wochenende, vom Strand in Tel Aviv mit unzählig vielen Menschen auf der Promenade und am Strand. Viele machten Sport, was jetzt wie eine Freikarte in dieser Zeit ist, aber nicht alle. Und auch die Polizei scheint zu verstehen, dass man da nicht mehr viel machen kann.

Die Polizei kann nicht jeden kontrollieren – “Lockdown” am Strand von Tel Aviv.

Die kommenden Tage werden zeigen, in welche Richtung wir gehen. Aber dennoch wird von uns noch viel Geduld verlangt und ganz besonders von den Geschäftsinhabern, die noch ein paar Wochen warten müssen, bis sie wieder Kunden empfangen dürfen. Heute wollen einige von Ihnen als Protest ihre Geschäfte öffnen, sind bereit, die Geldstrafe von 5000 Schekeln zu schlucken. Sollte die Polizei dann die Schließung verlangen, werde man sich daran halten, sagte ein Friseur, der heute früh sein Geschäft geöffnet hat. Ich persönlich bereue es langsam, vor Beginn des Lockdowns nicht noch einmal zum Friseur gegangen zu sein und bin daher froh, von zu Hause aus arbeiten zu können. Sie verstehen, was ich meine. Und jetzt das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Endlich wird es wieder etwas kühler, wie es sich für den Herbst gehört. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um zweieinhalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.84 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 104 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Israelis genießen das Wochenende auf der Strandpromenade in Tel Aviv, trotz Lockdown

Im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und noch ein schönes Wochenende. Wir beginnen heute schon wieder die neue Arbeitswoche, die Feiertage liegen hinter uns. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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