Guten Morgen Israel – Corona Sale

Einen Sommerschluss-Verkauf gibt es diesmal nicht, dafür gibt es den “Corona-Sale”, der die Geschäfte vor dem Aus bewahren soll

Guten Morgen Israel – Corona Sale
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Auch diese Woche haben wir nun schon fast hinter uns. Der Donnerstag riecht schon sehr nach Wochenende, besonders seitdem unser jüngster Sohn bei der Armee ist. Donnerstag ist der Tag, an dem die meisten Soldaten nach Hause kommen. Am Donnerstag kann man normalerweise überall an den Busstationen und Bahnhöfen die Soldaten sehen mit ihren großen Rucksäcken. Das ist in diesen Coronatagen etwas anders. Wegen der Einschränkungen bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, die Busse dürfen nur halbvoll sein, betreibt die Armee noch immer einen eigenen Fahrdienst. So kommt unser Sohn auch heute mit einem Bus, der von der Armee gemietet wird, von seiner Basis bis nach Modiin, bequemer geht es nicht. Allerdings gab es schon Gerede darüber, dass man damit bald aufhören werde, die Kosten dafür seien einfach zu hoch. So fürchte ich, dass am Ende die Sorge vor wirtschaftlichen Problemen auch die Armee dazu bringt, wegen des Geldes die Gesundheit der Soldaten zu riskieren, die sich ohne die Busse der Armee wieder unter die zigtausenden Fahrgäste mischen und um einen Platz in einem Bus kämpfen müssen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch die Gesundheit gefährden. Ach, was ist das für eine blöde Zeit.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise kann man mittlerweile überall sehen, wenn man durch die Stadt geht. Immer mehr Geschäfte stehen leer, besonders die kleinen Geschäfte der Einzelhändler, denen jetzt immer mehr die Luft ausgeht.

 

Immer mehr Geschäfte stehen leer

Um noch irgendwie über die Runden zu kommen, versuchen viele, wenigstens ein Teil ihrer Waren zu verkaufen, wobei der Preis fast nicht mehr wichtig ist, Hauptsache, es wird etwas verkauft. Man möchte nicht auf den Waren sitzenbleiben. So gibt es in diesem Sommer statt dem üblichen Sommerschluss-Verkauf den „Corona-Sale“.

 

Alles für 30 Schekel

Unsere Tochter war neulich sehr begeistert darüber, als sie mit zahlreichen Tüten von einem Einkaufstag in Jerusalem zurückkam. Ich kann ihre Freude verstehen, ich sah mindestens zwei Paar Schuhe zu einem Spottpreis von vielleicht gerade Mal 30 Schekeln und etliche Kleider und Röcke und auch zwei Taschen, die es zum Preis von einer gab. Andererseits zeigen diese irren Preise die Not der Händler. Die Gefühle sind also gemischt. Müssen wir uns jetzt schlecht dabei fühlen, die Not anderer auszunutzen? Aber noch schlimmer wäre es ja, wenn wir auch jetzt nichts kaufen würden. So haben durch den Corona-Sale vielleicht beide Seiten etwas gewonnen, denn auch den Kunden geht langsam das Geld aus, fast eine Million Menschen sitzen zu Hause ohne Arbeit.

So müssen wir das Beste aus dieser eigenartigen Zeit machen und versuchen, gerade bei den kleineren Geschäften einzukaufen, sonst werden wir bald noch mehr leere Geschäfte sehen.

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit für die Jahreszeit normale Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 30  Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 35 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.48 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 68 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag und schon jetzt ein wunderbares Wochenende. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!