Guten Morgen Israel – Aus der Vergangenheit lernen

Es ist wichtig, eine weite und biblische Perspektive zu behalten, während man sich mit aktuellen Ereignissen beschäftigt.

von David Lazarus | | Themen: Guten Morgen
Jerusalem Altstadtmauer Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Ich kann mir vorstellen, dass es Ihnen ähnlich geht wie mir. Es wird einem regelrecht schwindlig von der Flut der Nachrichten und Eilmeldungen, die täglich in Bezug auf aktuelle Tagespolitik, Wahlen, Impfungen und neue skandalöse Enthüllungen auf uns einprasseln.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir einen Moment innehalten und schauen, ob wir nicht eine bessere und breitere Perspektive auf das erhalten können, was heute in der Welt passiert. Eine Art „Nachdenken über das, worüber wir nachdenken“.

Stellen Sie sich mit mir zusammen einfach mal einen Moment lang vor, dass wir im 15. Jahrhundert leben, und jemand fragt: „Was ist das wichtigste Ereignis oder die wichtigste Person unserer Zeit?“ Wir haben mehrere offensichtliche Auswahlmöglichkeiten. Wir könnten auf den Hundertjährigen Krieg verweisen, eine lange und blutige Schlacht, die zusammen mit einer Pest die Hälfte der Bevölkerung Frankreichs, drei Viertel der Normandie und ein Drittel Englands dahinraffte. Oder wir könnten sagen, dass Jeanne d’Arc, die junge Frau, die das Blatt des Krieges wendete, die wichtigste Person des Zeitalters ist.

Was ist mit dem Fall von Konstantinopel im Jahr 1453, der das Ende einer tausendjährigen Herrschaft des Römischen Reiches bedeutete? Oder vielleicht die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus oder die Inquisition, beide im Jahr 1492?

Jedes dieser Ereignisse hatte einen großen Einfluss auf die Welt und veränderte die Geschichte, aber keines von ihnen wäre treffend. Denn es stellt sich heraus, dass das bedeutendste Ereignis des Jahrhunderts die Arbeit eines eher unbekannten Tüftlers war, Johannes Gutenberg, der die beweglichen Lettern erfand und die Druckerpresse einführte. Ohne diese Erfindung hätte es keine Renaissance, Reformation, Aufklärung oder das iPhone gegeben.

Während wir also die Ereignisse rund um das Weiße Haus und den Streit um einen Pandemie-Impfstoff beobachten oder uns über einen weiteren Corona-Lockdown beschweren, könnte ein wenig Perspektive hilfreich sein. Der Blick auf die großen Linien der Geschichte erinnert uns daran, dass das, was sich heute groß abzeichnet, mit der Zeit oft leicht verblasst.

Musiker protestieren gegen die Corona-Einschränkungen

In meinen Augen scheint es zu kurzsichtig, Tweets als Tragödien oder Triumphe zu betrachten. In Anbetracht der Geschwindigkeit, mit der sich unser Leben allein durch die digitale Revolution verändert, könnte gerade jetzt in Neu-Delhi, Tel Aviv oder Kiew ein Teenager an einer Idee arbeiten, die sich als folgenreicher erweisen wird als jeder gewählte Politiker oder jede Regierungspolitik.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sage nicht, dass wir uns nicht an den politischen, sozialen oder religiösen Kämpfen beteiligen sollten, die in unseren Gemeinden und Nationen ausgetragen werden. In der Tat ist es unser Ziel hier bei Israel Heute, Ihnen zu helfen, die Bibel in der einen und die Nachrichten in der anderen Hand zu lesen – um die Zeit zu verstehen, inspiriert zu werden und sich zu engagieren.

Ich schlage vor, dass wir aus den Lektionen der Vergangenheit lernen, sogar aus der fernen Vergangenheit. Vor Tausenden von Jahren gab es im alten Ägypten keine Tagespresse und kein Internet. Twitter wurde „Papyrus“ genannt. Die Handlungen des Pharaos und seines Hofes hallten in der ganzen Gesellschaft wider, besonders im israelischen Lager, und der durchschnittliche Ägypter freute sich oder zitterte, je nachdem, was der Herrscher entschied. Nur wenige konnten sich vorstellen, was die nahe Zukunft bringen würde.

Sicherlich hätten die meisten angenommen, dass die Gesetze und Dekrete des Pharaos durch die Korridore der Geschichte hallen würden, was sie auch getan haben, aber nur, weil in einem kleinen Korb, eingebettet in Schilf, ein Baby lag, das Mose genannt werden würde.

Man kann eben nie wissen.

Schabbat Schalom und danke, dass Sie hier bei Israel Heute sind.

David Lazarus

 

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Israelis genießen die Wintersonne in Tel Aviv

Das Wetter für heute in Israel

Sonnig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, aber für die Jahreszeit noch immer zu kühl. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 10 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 14 Grad, Tiberias am See Genezareth 17 Grad, am Toten Meer 19 Grad, Beersheva 16 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt  bei – 209.74,5 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 94,5 Zentimeter  bis zur oberen Grenze!

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat.

 

Schabbat Schalom aus Jerusalem!

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