Israel Heute Morgen – Zwei Plätze, zwei Städte

Zwei berühmte Plätze aus zwei Städten, Jerusalem und Tel Aviv, werden zur Zeit neu gestaltet und sind ausgerechnet im Sommer eine Baustelle. Der Dizengoff Platz in Tel Aviv, wohl eines der Wahrzeichen der Stadt, und der Zion Platz in Jerusalem, ein Platz mit viel Geschichte.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Auf meiner Fahrt heute früh nach Jerusalem sah es draußen zum Teil schon fast winterlich aus. Dunkle Nebelwolken zogen sehr tief an den Jerusalemer Bergen vorbei und umhüllten teilweise sogar mein Auto. Der kalte Wind aus meiner Klimaanlage ließ den Anschein erwecken, als sei es ein kalter Wintermorgen. War es aber nicht, das Thermometer zeigte mir 24 Grad an und je mehr ich mich Jerusalem näherte, desto klarer wurde der Himmel. Ein weiterer Sommertag liegt vor uns, nur eben etwas weniger heiss. Immerhin sind die Temperaturen derartig gesunken, dass nirgendwo mehr die 40 Grad Marke erreicht werden wird. In Eilat werden heute „nur“ 39 Grad erwartet.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils wolkig bis heiter mit einem weiteren leichten Rückgang der Temperaturen, besonders in den Bergen und im Landesinneren. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.765 m unter dem Meeresspiegel.

Als ich vor einigen Tagen durch die Stadt ging, sah, dass der Zion Platz am Ende der Fußgängerzone hier in Jerusalem eingezäunt ist. Er wird jetzt vollständig neu gestaltet werden. Schön, dass man sich darum kümmert, die Stadt immer weiter zu entwickeln. Es wird auch ohnehin schon fast überall in der Stadt gebaut. Dich warum muss jetzt ein derart zentraler Platz wie dieser ausgerechnet im Sommer neu gebaut werden? Gerade zu dieser Zeit haben wir doch so viele touristen hier, da ist es eigentlich schade, dass von dem Platz momentan nur noch ein riesiges Loch übriggeblieben ist.

Der Zion Platz in Jerusalem, jetzt und vorher (Fotos: Dov Eilon)

Der Zion Platz gilt nach der Altstadt wohl als das Herz von Jerusalem. Er besteht schon seit der Zeit des britischen Mandats und war seitdem oft Schauplatz von Demonstrationen und Protesten. Eine Kundgebung ist uns besonders stark in der Erinnerung erhalten geblieben. Diese wurde im Oktober 1995 von der rechten Opposition abgehalten und richtete sich gegen des Osloer Abkommen. Bei dieser Kundgebung wurden Bilder vom ehemaligen und später ermordeten Ministerpräsidenten Itzchak Rabin in einer Nazi-Uniform gezeigt. Nach dem Mord, nur wenige Wochen nach der Kundgebung, wurden die Veranstalter beschuldigt, durch ihre “Hetze” gegen Rabin mitverantwortlich für den Mord gewesen zu sein. Auch fanden auf dem Zion Platz immer wieder Demonstrationen statt, wie die Proteste im Jahr 2005 gegen die Auflösung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen. Aber natürlich gibt es auch gute Erinnerungen an diesen Platz. Er ist der Treffpunkt für alle. Im letzten Sommer wurde dort ein Klavier aufgestellt und ein Schild mit der Schrift “I love JRS” (ich liebe Jerusalem), wo fast jeder schnell mal ein “Selfie” machte. Und jetzt ist dort eine Baustelle, der Platz ist eingezäunt. Ich bin gespannt, wie er dann später aussehen wird.

Schon viel früher wurde ein weiterer sehr historischer Platz abgerissen, um dann wieder neu gebaut zu werden. Damit meine ich den Dizengoff Platz in Tel Aviv. Es ist wohl “der” Platz schlechthin, jeder kennt ihn. Besonders wegen dem ganz besonderen feuerspeienden Springbrunnen des Künstlers Yaakov Agam, der allerdings nich ohne Kritik geblieben war, besonders wegen der hohen Betriebskosten. Auf der anderen Seite war dieser Springbrunnen eine Touristen-Attraktion, die auch mich damals, als ich zum ersten Mal dort war, begeistert hatte. Doch viele Tel Aviver sehnten sich nach dem historischen Platz aus dem Jahr 1934, der nach der Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Meir Dizengoff benannt wurde. Es war eine runde Insel mit einem Springbrunnen und einem kleinen Park, wo drum herum die Autos fuhren.

Der Dizengoff Platz in Tel Aviv, jetzt und vorher (Foto: Miriam AlsterFlash90)

Der neue alte Dizengoff Platz wird nun wieder aus einer runden Verkehrsinsel bestehen. Die Hochlegung wurde abgerissen, der feuerspeiende Springbrunnen saniert und zu Beginn der Woche wieder an seinen alten Platz aufgestellt. Auf ihn will man eben nicht verzichten, obwohl es auch dafür einige Stimmen gegeben hatte.

Ich freue mich schon darauf, wenn beide Plätze beider Städte, Jerusalem und Tel Aviv, fertiggestellt sein werden. Dann werden wir sicher einen gemeinsamen Spaziergang unternehmen.

Heute habe ich die Probleme hier bei uns wieder einemal zur Seite geschoben, man muss auch mal über nette Sachen schreiben, den amn Problemen fehlt es leider nie. Darüber werden wir dann in unseren Nachrichten berichten. Nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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