Schneider Aviel

Gott ist nicht unser Eigentum

Wir sollten uns alle davor hüten, Gott für unsere Zwecke zu benutzen.

Foto: Israel Heute

Warum hat der Prophet Jesaja Gott mit in die menschliche Politik einbezogen? Darüber habe ich wenige Tage vor den Wahlen mit Freunden debattiert. Warum war Jesaja in der Außenpolitik Pro-Assyrien und Anti-Ägypten eingestellt? Jesaja versteht Assyrien als den von Gott beauftragten Knecht und mahnt das Königreich Juda, Gott treu zu bleiben. Aber zugleich warnt Jesaja die Machthaber vor einem politischen Bündnis mit Ägypten.

Wie wir auf Jesaja gekommen sind? Nun, er hat Gott in die menschliche Politik mit einbezogen und dadurch seine Zuhörer beeinflusst, die alle an Gott glaubten. Genau das missbrauchen heute Menschen für politische Zwecke. Jeder meint, er habe Gott in seiner Tasche und verwendet Ihn für seinen Privatzweck. In Israel verkündeten orthodoxe Parteien vor der Wahl, dass demjenigen der Himmel versprochen sei, der sie wähle. In den messianischen Gemeinden im Land scheint Gott andere Funktionen und Ziele zu haben. Ich kenne zwei messianische Juden, der eine betete für Bibis Wahlsieg, der andere für Yair Lapid. Beide brachten Gott mit ins Spiel. Auch in Amerika haben evangelikale Christen bei den Wahlen Gott mit ins Spiel gebracht, indem sie z.B. Gott zum Patron Donald Trumps erklärten. Zurzeit scheinen viele Christen der Auffassung zu sein, Gott sei gegen Impfungen. Demgegenüber kenne ich aber auch Christen, die mir sagen, Gott habe nichts gegen Israels Impfpolitik.

Ich erlaube mir hierbei folgendes Statement: Wir sollten uns alle davor hüten, Gott für unsere Zwecke zu benutzen. Dass der Prophet so heftig gegen ein mögliches Bündnis mit Ägypten gewettert hat, deutet darauf hin, dass ein Großteil der Menschen im Land für dieses Bündnis einstanden. Sie waren sicher der Meinung, dass Gott ihre Meinung vertrat. Das ist heute nicht anders. Mit den biblischen Propheten habe ich kein Problem. Mit den zeitgenössischen dagegen schon eher, die Gott in ihre Politik, Ansichten und ihren Wahnsinn einbeziehen. Wir sind Menschen, und jeder von uns hat seine politische und gesellschaftliche Vorstellung, und das ist in Ordnung. Aber das heißt noch lange nicht, dass Gott automatisch in unserer Mannschaft mitspielt. Gott ist heilig und nicht unser Eigentum. Wenn schon, dann sind wir sein Eigentum. Ich wünsche der neuen Regierung, wer immer sie auch bilden wird, dass es ihr gelingt, das Volk in Zion wieder zu vereinen.

Und in diesem Sinne wünsche ich all unseren Lesern, Freunden und sogar auch denjenigen, die nicht unsere Freunde seien wollen, Schabbat Schalom und ein gesegnetes Auferstehungsfest!

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