Export leidet kaum unter COVID

Das israelische Wirtschaftsministerium hat seine Daten zum letzten Jahr im Bezug zum Export herausgegeben, und die Zahlen fielen nicht so schlecht aus wie befürchtet.

Export leidet kaum unter COVID
Oren Fixler/Flash90.

2020 nahm der gesamte Export aus Israel um nur 3 Prozent auf 107 Milliarden Dollar ab, wobei der starke Schekel den israelischen Exporteuren zusätzliche Schwierigkeiten bescherte. Die israelischen Unternehmen konnten jedoch relativ gut auf Wechselkursschwankungen reagieren und wurden nicht so hart von der Stärke ihrer nationalen Währung getroffen wie in der Vergangenheit.

Der Export von Waren fiel im letzten Jahr um 4 Prozent auf 54 Milliarden Dollar, während Dienstleistungen für Geschäftskunden um 9 Prozent auf 47 Milliarden Dollar stiegen. Für diesen Anstieg war vor allem der High-Tech-Sektor verantwortlich, der mit Entwicklungen in den Bereichen Cybersicherheit, Fintech und Medizin Gewinn generierte.

Der Anteil der Technologieexporte an Israels Gesamtwirtschaft nimmt weiter zu, die Umsätze in diesem Bereich haben sich in den letzten sechs Jahren verdoppelt. Dienstleistungen und physische Güter aus dem High-Tech-Bereich machen etwa die Hälfte aller israelischen Exporte aus. Da das jüdische Land nur über wenig Rohstoffe verfügt, überrascht diese Zahl nicht. Anfangs war Israel ein Agrarland, und die Entwicklung zum High-Tech-Land ging vom landwirtschaftlichen Bereich aus.

Die USA blieben auch im letzten Jahr Israels wichtigster Handelspartner. 40 Prozent der Ausfuhren gingen nach Amerika. Güterexporte fielen 2020 um 3 Prozent, was nicht viel ist. Die Ausfuhr von Dienstleistungen nahm um 3 Prozent zu. Die Corona-Krise hat den Technologiefirmen sogar geholfen, da es große Nachfrage nach digitalen Produkten und Dienstleistungen gab. Die zunehmende Cyber-Kriminalität lässt derweil die Nachfrage nach israelischen Sicherheitsprodukten steigen.

Auch die Friedensabkommen mit den Golfstaaten tragen erste Früchte. Israelische Unternehmen haben die neuen Märkte im Blick. Das Ministerium bezifferte den Zuwachs an Exporten in „anonyme Länder“ mit 20 Prozent. Unter diesen sind auch Länder, die inzwischen zu Freunden geworden sind. Diese neuen Wirtschaftspartner bieten unter anderem die Möglichkeit, über vermittelnde Unternehmen mit dritten Ländern Handel zu treiben, die selbst keine offiziellen Beziehungen zu Israel unterhalten.

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