Manchmal merkt man erst, dass man sich in Irrzeiten befindet, wenn der gewohnte Flughafen sein Gesicht so sehr verändert hat, dass er nun ein Beduinen-Taxi, eine Wüstenstraße und ein Grenzübergang im Sinai ist. Während anderswo Boarding-Gate und Duty-Free-Shop warten, beginnt die Reise hier mit Sirenengeheul, Bunkern, möglichen Überschwemmungen und der leisen Frage: Komme ich überhaupt rechtzeitig an? Wer heute Israel verlassen will, bucht nicht einfach einen Flug. Er plant eine Expedition. Zwischen Raketenalarm, Wüstenfahrten und improvisierten Wartesälen entsteht eine neue Realität des Reisens. Sie ist geprägt von wenig Komfort, bietet dafür aber Geschichte. Es ist so absurd, dass man es sich nicht ausdenken kann. Irgendwo zwischen Eilat und Taba wird klar: Das ist kein normaler Flug. Das ist ein Exodus.
DER STEINIGE WEG ZUR GRENZE
Abflug sollte am Sonntagnachmittag sein. Ich fuhr bereits Samstagmittag von meinem Moschaw in den Bergen Jerusalems los, denn für die Nacht waren Überschwemmungen im südlichen Negev angekündigt. Was, wenn die Straße nach Eilat gesperrt werden sollte? Ich ging kein Risiko ein und...
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