(JNS) Die neue Hasmonäer-Brigade der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) hat am Sonntag Geschichte geschrieben: Sie ist laut dem Channel-12-Reporter Amit Segal die erste ultraorthodoxe Einheit, die in den Gazastreifen vorrückt.
Die Einheit beteiligt sich am Kampf gegen die Hamas – mitten in einer heftigen Debatte über die Befreiung ultraorthodoxer Jeschiwa-Studenten vom Wehrdienst, die Israels Premierminister Benjamin Netanjahus Regierungskoalition erheblich unter Druck setzt.
Die Infanteriebrigade wurde gegründet, nachdem der Oberste Gerichtshof am 24. Juni 2024 urteilte, dass „es keinen rechtlichen Rahmen gibt, der eine Unterscheidung zwischen Jeschiwa-Studenten und anderen Wehrpflichtigen erlaubt“.
Damit wurde die bisherige Ausnahmeregelung für ultraorthodoxe Männer, die auf religiöse Gründe gestützt war, aufgehoben – sie war bereits im Vorjahr ausgelaufen.
Unmittelbar nach dem Urteil verschickte die Regierung ab März dieses Jahres Einberufungsbescheide an mehr als 10.000 Haredim. Nur einige Hundert kamen der Aufforderung nach. Weitere 14.000 sollten in einer späteren Phase eingezogen werden.
Trotz massiver politischer und gesellschaftlicher Widerstände innerhalb der ultraorthodoxen Gemeinschaft wurde im Januar 2025 die Hasmonäer-Brigade als erste reine Haredi-Kampfeinheit gegründet. Rund 50 Rekruten und 100 Reservisten wurden einberufen; langfristig soll die Einheit bis zu 4.000 Soldaten umfassen.
Benannt ist die Brigade nach der Dynastie der Hasmonäer, die nach dem Makkabäeraufstand (167 v. Chr. bis 141 v. Chr.) gegen das Seleukidenreich die jüdische Unabhängigkeit wiederherstellte.
Die Brigade verlangt von ihren Rekruten die strikte Einhaltung eines halachischen Lebensstils, also einer Lebensweise nach jüdischem Religionsgesetz. Gläubige Juden übernehmen Führungspositionen.
Die Rekruten müssen ein Dokument unterzeichnen, in dem sie sich zur Einhaltung der Regeln verpflichten. Eine Klausel besagt, dass sie jederzeit einen religiösen Lebensstil pflegen, auf eine „reine“ Sprache achten, Bärte und Schläfenlocken (Pe’ot) tragen, falls sie bereits mit ihnen eingetreten sind, und zu den Sabbatgebeten und -mahlzeiten Kleidung entsprechend den Gepflogenheiten der ultraorthodoxen Gesellschaft tragen (bis hin zu Anzug und Hut).
Alle Ausbildungs- und Trainingskurse der Brigade werden intern durchgeführt, um eine Vermischung mit nicht-orthodoxen Einheiten zu vermeiden – ein Zugeständnis an die Bedenken vieler Ultraorthodoxer.




