Insbesondere seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) bemüht sich die ökumenische Bewegung um universelle Einheit unter Kirchen und Denominationen. Zusätzlich fördert die Ökumene weltweite Einheit zwischen Religionen durch Zusammenarbeit. Die Realität sieht anders aus: Den meisten Christen/Messianern gelingt es nach wie vor nicht, Unterschiede der Auslegungen zu überbrücken. Handfeste Meinungsverschiedenheiten zu Doktrin und Glaubensbekenntnis gießen weiteres Öl ins Feuer und enden manchmal in Streit und Ausschluss.
V ertreter des christlichen/messianischen Ideals kirchlicher Einheit zitieren oft Stellen wie Epheser 4,4: „ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung“ oder Römer 12,5: „also sind wir viele ein Leib in Christus“. So kommt es, dass das Motto Einheit als Werkzeug dient, um Strukturen zu organisieren. Doch schrieb nicht Paulus (1. Korinther 11,19): „Denn es müssen ja Parteien unter euch sein, damit sichtbar wird, wer von euch sich im Glauben bewährt“?
Große kirchliche Organisationen müssen wie ein weltliches Räderwerk funktionieren. Sie tendieren dazu, politische Anstalten zu werden. Hierarchische Einrichtungen werden sich eher früher als später auf ihre eigenen institutionellen Interessen...
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