Eine Woche wie keine andere

Zwischen Trauer und Freude. Das Leben in Israel ist wie eine Achterbahn.

Eine Woche wie keine andere
Miriam Alster/Flash90

Guten Morgen liebe Leser! 

Wenn man in Israel lebt, fühlt es sich manchmal so an, als ob wir uns auf einer Achterbahnfahrt befinden. Es wird einem regelrecht schwindelig, wenn man herausfinden möchte, wer die Wahl im letzten Monat gewonnen hat. War es nun die vierte oder bereits die fünfte Wahlrunde? Und was ist mit Benny Gantz passiert? Sollte er nicht Premierminister werden, nachdem er Netanjahu bei der letzten Wahl geschlagen hat?

Wie auch immer, kaum haben wir das Pessach-Geschirr aufgeräumt und das Haus wieder mit Chametz-Brot aufgefüllt, nachdem wir unseren Exodus aus den Händen des Pharaos gefeiert haben, stehen schon Holocaust-Gedenkgottesdienste für die Vernichtung von mehr als einem Drittel unseres gesamten Volkes durch die Hände Hitlers an. Und dann halten uns die Gedenkfeiern zum Erinnerungstag, in denen wir der Tragödie unserer verlorenen Angehörigen und der fast 24.000 Soldaten nach 73 Jahren Krieg gedenken, sowie die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag, an dem wir nach 2000 Jahren Exil nach Hause zurückkehrten, voll auf Trab. Zu allem Überfluss hören wir jetzt auch noch, dass wir mit einem weiteren Angriff aus dem Iran rechnen müssen. Das ist eine Menge, die wir da verdauen müssen.

Ein Vergessen dürfen wir uns bei all dem nie erlauben. Noch werden wir jemals ganz getröstet sein über die geliebten Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir auf wundersame Weise als Sieger aus all dem hervorgegangen sind. Unsere Feinde mögen uns weiter zerstören wollen, aber sie werden niemals die gottgegebene Widerstandskraft und den Glauben der Kinder Abrahams überwinden.

Israelische Soldatinnen beten an der Klagemauer nach der Zeremonie für den Gedenktag für Israels gefallene Soldaten und Opfer des Terrors

In unserer kurzen modernen Geschichte haben wir fünfzehn Kriege und zahllose Terroranschläge durchmachen müssen, und unsere Soldaten stehen immer noch stark da. Mit ihrem Blut und ihren Opfern und mit Gottes Hilfe haben wir unser altes Heimatland wieder aufgebaut, eine Leistung, die in der Geschichte der Welt unerreicht ist.

 

Ein Wort für heute

Der Thoraabschnitt, den wir diese Woche lesen, Schemini, erzählt die Geschichte vom mysteriösen Tod von Aarons Söhnen Nadav und Avihu. Als Aaron von seinem Verlust erfuhr, war er still. “Vayidom Aharon”, sagt der Vers auf Hebräisch. Er war sprachlos, jenseits aller Emotionen. Die meisten nehmen an, dass Aaron von einer Trauer ergriffen war, die zu tief war, um sie auszudrücken.

Rabbi Moshe Feinstein, ein großer rabbinischer Gelehrter des 20. Jahrhunderts, schreibt, dass Aaron vielleicht aus einem anderen Grund schwieg. Er hatte seine Söhne verloren, die darauf vorbereitet worden waren, seinen Dienst in der Stiftshütte fortzusetzen. Aber Aaron wusste auch, dass seine Söhne rechtschaffen waren und hatte jede Erwartung, dass sie in die Gegenwart [Gottes] aufgenommen werden würden, eine Wohnung, die für diejenigen aufbewahrt wird, die mit Ehre gelebt und gedient haben.

Soldaten und Familienangehörige trauern an den Gräbern der Gefallenen

Sollte er über seinen Verlust weinen oder ihre Beförderung in Gottes Heiligtum bejubeln? Aaron stand in Stille, was genau das ist, was die trauernden Familien Israels in dieser Woche fühlen, wie auch wir alle, die wir diese Nation lieben. Mit gebrochenen Herzen stehen wir auf in Bewunderung und mit Dankbarkeit für unsere Kinder, unsere Mütter und Väter und die Generationen bis zurück zu Abraham für ihren Glauben, ihre Hoffnung, ihre Liebe und ihre Opfer, die sie gebracht haben, um uns das Privileg zu ermöglichen, in dieser außergewöhnlichen und geliebten Nation zu leben.

Möge Gott Israel in diesen Tagen segnen, und möge der Gott Israels Euch alle segnen, die das Volk Israel lieben und unterstützen!

 


Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt und deutlich wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 22 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Beersheva 27 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist jetzt um einen weiteren halben Zentimeter gestiegen und liegt bei – 209,10 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 30,Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Bis Samstagabend sind sämtliche Inhalte unserer Webseite frei zugänglich, unser Geschenk für Sie zum 73. Geburtstag des Staates Israel. Und am Sonntag findet unser Bibelquiz statt, zu dem wir Sie gerne begrüßen würden, sei es als Teilnehmer der als stiller Zuschauer. Dazu können Sie sich hier registrieren.  Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen angenehmen Tag des Gedenkens und einen frohen Unabhängigkeitstag. Machen Sie es gut.

Schalom aus Jerusalem!

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