Deutsche Stadt ließ Neonazis kein Bier übrig

Einwohner von der kleinen sächsischen Stadt Ostritz protestierten gegen eine Neonazi-Versammlung, indem sie das gesamte Bier der Stadt aufkauften.

Deutsche Stadt ließ Neonazis kein Bier übrig
Nati Shohat/Flash90

Das rechtsextreme deutsche Rockfestival Shield and Sword (SS) zieht Neonazi-Anhänger aus dem ganzen Land an. Die Anwohner machten sich Sorgen über die Möglichkeit von Gewalt und Schäden in ihrer ruhigen deutschen Stadt. Auch die Polizei war besorgt und erließ ein Alkoholverbot während der Zeit des Festivals, nachdem ein Bezirksgericht entschieden hatte, dass die Veranstaltung einen „aggressiven Charakter“ habe. So ordnete die Polizei an, insgesamt 4.300 Liter Bier von Festivalbesuchern zu beschlagnahmen.

 Die rund 2300 Einwohner der Stadt befürchteten jedoch, dass die nationalistischen Massen einfach in den örtlichen Supermarkt gehen würden, um sich mit neuem Bier einzudecken. Also organisierten sie einen gemeinsamen Einkaufsbummel und kauften dabei das gesamte Bier in der Stadt auf, um sicherzustellen, dass die Neonazis nüchtern blieben – und durstig, denn Bier ist das beliebteste Getränk in Deutschland.

 Einer der Einwohner der Stadt erklärte gegenüber der deutschen Tageszeitung Bild: „Der Plan wurde eine Woche im Voraus ausgearbeitet. Wir wollten die Nazis austrocknen. Wir dachten, wenn ein Alkoholverbot kommt, werden wir die Regale (im deutschen Supermarkt) leeren. “

 Am Ende besuchten nur etwa 500 bis 600 Besucher das Festival, verglichen mit 1.200 im letzten Jahr. Ungefähr 1.400 Polizisten waren bei der Veranstaltung stationiert und berichteten, dass es keine größeren Zwischenfälle gab.

 Deutsche Zeitungen loben jetzt die kreative Art und Weise, wie die Einwohner mit bürgerlicher Verantwortung für den Schutz ihrer Stadt gehandelt haben. Jetzt können sie die großen Mengen an Bier, die sie aufgekauft hatten, in aller Ruhe genießen. „Wir werden bald eine wundervolle Feier haben”, sagte einer der Boykott-Organisatoren.

 Die Geschichte aus Ostritz hat europaweit für Schlagzeilen gesorgt und wurde auch in den israelischen Medien veröffentlicht.

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