Der neue Spionageballon, der über Israel wacht

In Psalm 121 heißt es: „Der über Israel wacht, schlummert nicht und schläft nicht“. Die israelische Armee und ihre US-amerikanischen Technologiepartner leisten ebenfalls ihren Beitrag.

von David Shishkoff | | Themen: IDF
Illustration Foto: Public Domain

In dieser Woche wurde feierlich ein neuer „Zeppelin“-Ballon eingeweiht, der über einem ungenannten Ort in Galiläa schwebt – eine Art „Auge am Himmel“, das über die Grenzen Nordisraels und darüber hinaus wacht. An der Unterseite des Zeppelins befinden sich hochmoderne Sensoren, die den Blick auf iranische und andere Bedrohungen lenken. Sie können eine Vorwarnung geben, sodass die IDF-Generäle in der Lage sind, auf Bedrohungen aus der Luft zu reagieren, bevor diese in unseren Luftraum eindringen.

Die gesamte Breite Israels von der syrischen Grenze auf den Golanhöhen bis zur Küstenmetropole Haifa beträgt nur 80 km. Die Entfernung von der Grenze zum Libanon mit der vom Iran kontrollierten Hisbollah bis Haifa beträgt nur 30 km.

Das Luftschiff und das dazugehörige System heißen auf Hebräisch „Tau des Himmels“ – Tal Shamayim (טל שמיים). Es wurde vor einigen Monaten zum ersten Mal in die Luft geschickt und sorgte für ein spektakuläres und surreales Erlebnis für Bewohner und Besucher der gesamten Region. Für die Galiläer, die ihn plötzlich von ihrem Fenster oder Garten aus sahen, erinnerte der weiße Ballon an einen Heliumballon für Kinder oder an einen Science-Fiction-Film aus den 1960er Jahren – vor allem, wenn er in einer nebligen Nacht beleuchtet wird.

Obwohl der Ballon nicht zu verstecken ist, wurden verständlicherweise keine offiziellen Daten zu den geheimen Details seiner Leistung und Nutzlast veröffentlicht. Anhand des YouTube-Videos können die Leser seine Länge schätzen (möglicherweise hundert Meter?). Man hat bereits gesehen, wie der Ballon auf eine Höhe von etwa 1 km aufgestiegen ist. Die zusätzliche Höhe ermöglicht es den luftgestützten Radarsensoren, viel weiter in das feindliche Gebiet vorzudringen als landgestützte Sensoren und so ein klareres Bild von drohenden Gefahren zu zeichnen und eine längere Vorwarnung zu geben.

Verteidigungsminister Benny Gantz sagte: „Ich gratuliere der israelischen Luftwaffe, der israelischen Luftfahrtindustrie und den amerikanischen Partnern zu einem weiteren technologischen Durchbruch, der den Schutz des israelischen Luftraums und der Bürger Israels verbessern wird. Der Erfolg des neuen Systems stärkt den Verteidigungswall, den Israel angesichts der von seinen Feinden ausgehenden Bedrohungen aus der Ferne und aus der Nähe errichtet hat. Durch die Erkennungsfähigkeiten und das mehrschichtige Verteidigungssystem wird Israels Vorteil in der Region gewahrt und der für die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit erforderliche Handlungsspielraum ermöglicht.“

Projektleiter Moshe Fattal vom israelischen Verteidigungsministerium, genauer der Direktion für Verteidigungsforschung und -entwicklung (IMOD DDR & D) fügte hinzu:„Im vergangenen Jahr haben wir in einer Vielzahl erfolgreicher Experimente bewiesen, dass das gesamte mehrschichtige Verteidigungssystem in der Lage ist, fortgeschrittenen Bedrohungen, einschließlich Marschflugkörpern, zu begegnen. Die Projektleitung… zusammen mit der amerikanischen Raketenabwehrbehörde, in Zusammenarbeit mit der Luftwaffe und der Industrie, stärkt weiterhin die israelischen Detektionsfähigkeiten. Der Luftaufklärungsballon wird in großer Höhe fliegen, große Entfernungen überblicken und ein Höchstmaß an Erkennungsfähigkeit für hoch entwickelte Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen ermöglichen. „

 

Technologie des 19. Jahrhunderts trifft auf Technologie des 21.

Die grundlegende Technologie, bei der ein Ballon mit Gas gefüllt wird, das leichter als Luft ist, so dass er „schweben“ kann, gibt es schon seit Hunderten von Jahren. Zeppelinballons dienten Anfang des 20. Jahrhunderts sogar dem Lufttransport, obwohl sie im Vergleich zu modernen Düsenflugzeugen recht langsam waren. Sie waren relativ sicher, solange sie mit dem harmlosen Gas Helium und nicht mit brennbarem Wasserstoff gefüllt waren.

Im Zeitalter des ständigen, schwindelerregenden technologischen Fortschritts scheint es verwunderlich, dass diese „einfache“ Methode immer noch verwendet wird. Dennoch erweist sie sich als zuverlässiges und kosteneffizientes Mittel, um Überwachungsgeräte hoch oben am Himmel an einem stabilen Aussichtspunkt zu stationieren, um weiter zu sehen als vom Boden oder sogar von Berggipfeln aus. Fortgeschrittene Warnflugzeuge (AWACS) können ähnliche Funktionen erfüllen, erfordern aber ständige Bewegung, viel Kerosin und eine Crew von Technikern hoch oben am Himmel. Israelische Überwachungsballons wurden bereits in der Vergangenheit an der Nordgrenze zum Libanon sowie über der südlichen Negev-Wüste stationiert. Der Sky Dew im Norden verfügt über neue und fortschrittliche Fähigkeiten. Der unbemannte, festgebundene Ballon ist einer der größten seiner Art in der Welt.

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